SOLIDE: Wenig fehlt für eine Überraschung

Die Schweizerinnen verpassten gestern einen Exploit. Mujinga Kambundji schied im 100-m-Halbfinal aus, Stabhochspringerin Nicole Büchler scheiterte früh.

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Gestern waren gleich mehrere Schweizer Athletinnen im Einsatz, die gute Chancen auf ein Spitzenresultat gehabt hätten. Der ganz grosse Erfolg blieb an der WM in London bisher allerdings aus. Die Berner Sprinterin Mujinga Kambundji lief im zweiten Halbfinal nach 11,11 Sekunden ins Ziel und wurde Dritte in ihrem Lauf. Von den Europäerinnen war nur die Holländerin Dafne Schippers schneller als sie. Als Nummer zehn verpasste Kambundji dennoch ganz knapp den Final über 100 m. Für die 25-Jährige war dies das bisher beste Resultat in ihrer Karriere. Vor zwei Jahren an der WM in Peking scheiterte sie noch als Fünfte ihres Halbfinals und war am Ende Zwölfte. Damals stellte sie mit 11,07 einen Schweizer Rekord auf, der bis heute gültig ist. In London hätte diese Zeit für einen Finalplatz gereicht. «Es wäre nie so einfach gewesen wie heute, die Finalqualifikation zu schaffen», sagte Kambundji.

Auch Salomé Kora, die zweite Schweizerin im 100-m-Halbfinal, hatte sich im Vorfeld mehr erhofft. «Zufrieden ist anders», sagte die St. Gallerin nach ihrem Auftritt. In dieser Saison lief die 23-Jährige regelmässig unter 11,30 Sekunden. Nun blieb sie eine Hundertstel darüber. Die WM ist für sie jedoch noch nicht fertig. Am kommenden Wochenende steht Kora auch noch mit der 4 × 100-m-Staffel im Einsatz.

Ruckstuhl wird in London Elfte

Für Nicole Büchler endete die WM abrupt. Diese Saison übersprang die 33-jährige Stabhochspringerin auch schon 4,73 Meter, nun scheiterte sie bereits an 4,55 Metern. Damit schied sie als Zweite von zwölf Finalistinnen aus dem Wettkampf aus und ver­passte die Wiederholung ihres Er­folges aus dem Vorjahr. Damals wurde sie an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro Sechste. Im Vorfeld der Titelkämpfe hatte sie mit Problemen im Rücken und an der Hüfte zu kämpfen. So verzichtete sie auch auf einen Start an der Schweizer Meisterschaft in Zürich.

Die erst 19-jährige Siebenkämpferin Géraldine Ruckstuhl beendete ihre erste WM bei den Erwachsenen auf dem starken elften Rang, verpasste jedoch einen weiteren Schweizer Rekord. Caroline Agnou belegte Rang 21.

Raya Badraun, London