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Manchester Derby in der Premier League: Sogar der Erzfeind hat Mitleid mit Manchester United

Vor wenigen Wochen war Trainer Ole Gunnar Solskjaer der gefeierte Mann bei Manchester United. Doch vor dem heutigen Vergleich mit Stadtrivale Manchester City hat sich die Stimmung gewandelt.
Sergio Dudli
Im März unterschrieb Ole Gunnar Solskjaer für drei Jahre bei Manchester United. (Bild: Joan Monfort/AP)

Im März unterschrieb Ole Gunnar Solskjaer für drei Jahre bei Manchester United. (Bild: Joan Monfort/AP)

Manchester United ist zurück auf dem harten Boden der Realität. Im Viertelfinal der Champions League bekam der Club von Barcelona aufgezeigt, wie weit er von der europäischen Spitze entfernt ist, im prestigeträchtigen FA Cup scheiterte das Team um Weltmeister Paul Pogba an Aufsteiger Wolverhampton und in der Meisterschaft setzte es zuletzt ein blamables 0:4 gegen Everton ab. Es war wettbewerbsübergreifend die sechste Niederlage aus den vergangenen acht Spielen. Trainer Ole Gunnar Solskjaer sagte nach der Partie gegen Everton:

«Ich möchte mich bei den Fans entschuldigen. Sie sind die Einzigen, die heute erhobenen Hauptes unser Wappen tragen dürfen»

Gary Neville, langjähriger Spieler von Manchester United und heutiger TV-Experte, sagte: Und ausgerechnet heute folgt das Derby gegen Manchester City.

Das Warten auf einen zweiten Ferguson

Dabei war die Welt von Manchester United vor wenigen Wochen noch in Ordnung. Nach der Entlassung von Jose Mourinho im Dezember brachte Interimstrainer Solskjaer die Freude und den Erfolg zurück. In seinen ersten zwölf Ligaspielen blieb er unbesiegt und schaltete mit seinem Team im Achtelfinal der Champions League Paris St-Germain aus – wenn auch etwas glücklich. Das alles war Grund genug für die Verantwortlichen, den Norweger permanent ins Amt zu hieven.

Seither verfielen die Spieler wieder in alte Muster. Die Offensive um Pogba, Anthony Martial und Marcus Rashford ist talentiert, aber zu unreif. Goalie David de Gea gehört zu den Weltbesten, wirkte zuletzt allerdings verunsichert. Und der Verteidigung um Chris Smalling und Phil Jones fehlt schlichtweg die Klasse.

Solskjaer schien bereits vor der Partie gegen Everton zu spüren, dass seine Spieler nicht auf der Höhe sind. Er sagte: «Einige beeindrucken mich mit ihrer Einstellung, andere hingegen müssen wieder in der Realität ankommen.» Dort sind nun nicht nur die Akteure angekommen, sondern der ganze Club.

Der «Manchester United way»

Die Siegesserie unter Solskjaer hat kurzzeitig über vieles hinweg sehen lassen, das im Club seit Jahren falsch läuft. Immer wieder beschwören Fans und Verantwortliche den sogenannten «Manchester United way». Darunter verstehen sie den Spielstil, den Ferguson praktizieren liess: attraktiven Offensivfussball, der vom schnellen Spiel über die Flügel lebt.

«Wir passen uns niemanden an. Manchester United muss vorgeben, wie Fussball gespielt wird», sagte David Moyes, der im Sommer 2013 Ferguson beerbte. Starke Worte, die ihn jedoch nicht davor retteten, nach wenigen Monaten entlassen zu werden. Es folgten mit Louis van Gaal und Jose Mourinho zwei der namhaftesten Trainer der Welt – und verzeichneten nur mässige Erfolge.

Verwirklichen statt Kopieren

Mit Solskjaer steht nun einer an der Seitenlinie, der jahrelang als Spieler Teil der Ferguson-Ära war. Unvergessen sein Tor in der Nachspielzeit im Final der Champions League 1999, als er Manchester United zum Titel gegen Bayern München führte. Er wollte den «Manchester United way» wieder aufleben lassen.

Doch für viele Experten liegt hier der Denkfehler. «Die Zeit unter Ferguson ist einmalig. Selbst Trainern wie van Gaal und Mourinho ist es nicht gelungen, dessen Spielstil oder Erfolg zu kopieren», so BBC-Experte Jermaine Jenas. Und fügte an:

«Die Trainer müssen ihren eigenen Fussball spielen lassen. Pep Guardiola ging auch nicht zu Manchester City und hat versucht, seine Vorgänger zu kopieren. Dasselbe gilt für Jürgen Klopp bei Liverpool.»

In anderen Worten: Das Festhalten an der Vergangenheit macht es dem Verein unmöglich, in der Gegenwart Erfolg zu haben.

Guardiolas Mitgefühl

Bereits jetzt steht fest, dass sich das Gesicht der Mannschaft im Sommer verändern wird. Solskjaer : «Ich sehe Spieler, welche die richtige DNA haben, um dem Club zu helfen. Die anderen müssen gehen.» Verpasst das derzeit auf Rang sechs klassierte Manchester United die Top vier und damit die Champions League, wird es schwierig sein, Spieler mit genügend Klasse zu verpflichten. Umso wichtiger im Rennen um die Plätze in der Königsklasse wäre ein Sieg heute ab 21 Uhr im Derby gegen Manchester City.

Der Stadtrivale liegt zwei Punkte hinter Leader Liverpool, hat aber ein Spiel weniger ausgetragen. Drei Punkte heute wären für City ein grosser Schritt Richtung Titel, warten in den letzten drei Meisterschaftsspielen mit Burnley, Leicester und Brighton doch machbare Aufgaben. Citys Trainer Guardiola leidet mit seinem Gegenüber mit:

«Solche Phasen durchlebt jeder Trainer, dann sind wir die einsamsten Menschen der Welt.»

Mit dem Titelgewinn vor Augen wird es heute Abend jedoch keine Geschenke geben. Guardiola: «Wir sind ein grosser Club und fahren ohne Angst zu Manchester United.»

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