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So sieht der Terminkalender eines Eishockeyprofis aus: Lukas Frick pendelt zwischen Bratislava, St.Gallen und Tampa

Lukas Frick aus Züberwangen spielt bei Lausanne und ist Schweizer Nationalspieler. Er gewährt Einblick in seine Agenda.
Sergio Dudli

Es ist schon nach 22.30 Uhr, als Lukas Frick anruft. «Sorry, ich bin gerade in Tampa und mitten im Sommertraining», sagt der Verteidiger des HC Lausanne. Der 24-Jährige aus Züberwangen bereitet sich in Florida auf die Saison vor. Trainiert wird er unter anderem von Dimitri Afanassenkow, dem persönlichen Coach von NHL-Star Nikita Kutscherow. In den fünf Wochen stehen jeweils am Morgen zwei Trainingseinheiten an – eine im Kraftraum, eine auf dem Eis. «Nachmittags und am Wochenende habe ich frei», so Frick.

Lukas Frick (Bild: HC Lausanne)

Lukas Frick (Bild: HC Lausanne)

Frei haben – ein rares Gut im Leben eines Eishockeyprofis. Am 4. April scheiterte Lausanne im Playoff-Halbfinal an Zug. «Am Wochenende nach dem Aus waren wir als Team unterwegs, da war der Frust gross», so Frick. Was eigentlich das Saisonende hätte markieren sollen, war für den Ostschweizer eine Art Initialzündung für die kommenden Wochen und Monate. Es folgten die abschliessenden Velotests in Lausanne und ein paar freie Tage bei der Familie zu Hause in der Ostschweiz. «Da wusste ich aber schon, dass ich für das Nationalteam aufgeboten werde. Also ging es darum, die kurze Zeit zu nutzen, um mich mit Familie und Freunden zu treffen.»

Ein Puck als Andenken

Es folgten drei Wochen Vorbereitung mit der Nationalmannschaft auf die WM in der Slowakei. Besteht nach einer langen Saison nicht die Gefahr eines Lagerkollers? «Ich finde es gut, wenn wir schon lange vor einer WM zusammen sind. Du siehst andere Leute und musst dich an ein neues Spielsystem gewöhnen. Das ist eine willkommene Abwechslung», so Frick. Eine Woche verbrachte das Team in Russland, zwei in der Schweiz. Total sechs Testspiele standen auf dem Programm.

Zwischen dem Ende der Vorbereitung und dem Abflug in die Slowakei blieben drei freie Tage. Frick sagt:

«Ich war vor allem mit Packen beschäftigt.»

Im letzten WM-Gruppenspiel gegen Tschechien erzielte Frick seinen ersten Treffer an einer Endrunde. «Den Puck durfte ich behalten. Da stehen jetzt Datum, Ort und Gegner drauf. Eine coole Sache.» Knapp 48 Stunden nach diesem Erfolgserlebnis kassierte die Schweiz im Viertelfinal 0,6 Sekunden vor Ablauf der Spielzeit den Ausgleich zum 2:2 gegen Kanada. Wenige Minuten später setzte sich der Favorit in der Verlängerung durch. «Das war bitter. Wir standen praktisch mit dem ganzen Körper im Halbfinal, nur eine Hand schaute noch raus – und daran hat uns Kanada wieder rausgezogen», so Frick. Ein schmerzhaftes Ende.

Das Militär macht vor Sportlern keinen halt

Am Tag nach der Niederlage folgte der Rückflug in die Schweiz. Kurz darauf ging es für Frick mit seiner Freundin nach Mauritius: «Spontan, wir hatten nichts gebucht.» Es war eine Art Luftholen zwischen dem Ende einer Saison und der Vorbereitung auf die kommende Spielzeit. Nach der Rückkehr stand ein erster Konditionstest in Lausanne auf dem Programm, ehe Frick ins Militär einrücken musste. «Wir Sportler können in Magglingen ganz normal trainieren. Die Trainingsklamotten sind sozusagen unsere Uniform», so Frick. Sein Alltag:

«Aufstehen, z’Morge, Training, z’Mittag, Training, z’Nacht, Bett – und das zehn Tage lang.»

Nach dem Militärdienst verbrachte Frick eine Nacht zu Hause, dann ging es nach Tampa. «Eigentlich müsste ich mit Lausanne trainieren, aber ich bekam ein Programm, das ich hier absolvieren darf.»

Nach Fricks Heimkehr Ende Juli stehen Konditionstest an, ehe am 5. August das Eistraining mit Lausanne beginnt. «Es sind schöne Momente, wenn wir wieder als Team auf dem Eis stehen.» Nach Testspielen, Einsätzen in der Champions League und der ersten Runde im Cup startet am 13. September die Saison. Die ersten drei Partien bestreitet Lausanne auswärts, da die neue Eishalle noch nicht fertig ist. Am 24. September folgt die Heimpremiere. Frick: «Ich hoffe, die Hütte ist zum Platzen voll!» Dann sind die Plackereien des langen Sommers vergessen.

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