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Knappe Finalqualifikation: Jan Scherrer muss am Laax Open zittern - und sich für den Sprung auf das Podest steigern

Der Toggenburger Snowboarder Jan Scherrer schafft am Laax Open den Finaleinzug, wenn auch unerwartet knapp. Um beim Finale am Samstag um das Podest mitreden zu können, muss er sich steigern.

Nico Conzett
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Jan Scherrer kam am Laax Open noch nicht wie gewünscht auf Touren. Im Final vom Samstag muss er sein Potenzial abrufen, um auf das Podest zu fliegen.

Jan Scherrer kam am Laax Open noch nicht wie gewünscht auf Touren. Im Final vom Samstag muss er sein Potenzial abrufen, um auf das Podest zu fliegen.

Claudio De Capitani / freshfocus

Jan Scherrer startete mit grossen und aufgrund seiner Vorjahresergebnisse berechtigten Ambitionen in die neue Halfpipesaison. "Podestplätze müssen her", antwortete er vergangene Woche im Gespräch mit dem St.Galler Tagblatt auf die Frage nach seinen Saisonzielen. Das erste Mal auf das Treppchen stürmen will er in Laax, wo die Halfpiper gestern ihre Saison mit der Qualifikation eröffnet haben.

Harziger Auftakt

Dort lief es für den Toggenburger zunächst aber harzig. Nach dem ersten von zwei Durchgängen lag er nur auf dem siebten Rang. Für den Final vom Samstag qualifizieren sich jeweils nur die besten sechs aus zwei Teilnehmerfeldern. Dementsprechend musste Scherrer Nerven beweisen und im zweiten Umgang abliefern.

Er entschied sich, nochmals die gleichen Elemente wie im ersten Durchgang zu zeigen und versuchte mit qualitativ besserer Ausführung bei der Jury zu punkten. Dieses Vorhaben gelang, mit einer Wertung von 73 Punkten schob er sich am US-Amerikaner Chase Blackwell mit einem Punkt Vorsprung vorbei auf Rang sechs.

Das grosse Zittern

Zufrieden war der 26-Jährige aus Ebnat-Kappel damit aber nicht, wie seine Reaktion nach der Verkündung des Resultats vermuten liess. Auf Rang sechs befand er sich auf dem Schleudersitz - mehr als ein Dutzend nach Scherrer startende Fahrer hatten die Chance, den Toggenburger zu verdrängen und seine Podestträume zunichte zu machen.

Nachdem der Franzose Liam Tourki seinen Lauf als letzter Teilnehmer absolviert hatte: Aufatmen. Scherrer überstand die Zitterpartie. Kein hinter ihm liegender Starter erreichte eine höhere Wertung, Scherrer wird am Samstag im Finale die Chance haben, zu zeigen, was er auf dem Kasten hat.

Eine Chance, es besser zu machen

Dann bedarf es auf jeden Fall einer Steigerung des Toggenburgers, wenn er den anvisierten Podestplatz erreichen will. Denn die Konkurrenz ist mit Titelverteidiger Scotty James, dem starken japanischen Team um Yuto Totsuka und nicht zuletzt auch Scherrers Schweizer Teamkollegen David Hablützel und Pat Burgener, beträchtlich.

Für das meiste Aufsehen sorgte in der Qualifkation aber keiner der genannten Fahrer, sondern ein 15-Jähriger namens Valentino Guseli. Der Australier mit Jahrgang 2005 verblüffte Zuschauer und Konkurrenz mit einem phänomenalen zweiten Lauf und sicherte sich eine Wertung von 95 Punkten und damit die höchste in der Qualifikation.

(Noch) keine Liebesgeschichte mit Laax

Mit ihm wird es Scherrer ebenfalls aufnehmen müssen, wenn er am Heimevent nach drei vierten Plätzen endlich den Sprung unter die ersten Drei schaffen will. Das Potenzial dazu ist auf jeden Fall vorhanden - im Vergleich zur Qualifikation muss es Scherrer im Finale aber abrufen.