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SNOWBOARD: «Hoffentlich überlebe ich das»

Pat Burgener gelang im Halfpipe-Final der perfekte Lauf – er verpasste trotzdem eine Olympiamedaille. Das einstige Jahrhunderttalent über seine «Jahre des Horrors» vor Sotschi und seine Passion, die Musik.
Rainer Sommerhalder

Pat Burgener, Sie haben in Pyeongchang die beste Leistung Ihres Lebens gezeigt – und das Podest trotzdem verpasst. Frustriert?

Sicher ist man frustriert. Aber ich habe mein Bestes gegeben, was mein persönlicher Plan war. Dieses Gelingen ist mir das Wichtigste. Die drei Fahrer auf dem Podest haben ihren Platz verdient. Zehn Athleten im Final fuhren auf ihrem absoluten Topniveau. Unter diesen Voraussetzungen an meinen ersten Spielen zu den Top fünf der Welt zu gehören, ist unglaublich. Das ist für mich viel wert und gibt mir enorm Energie.

Also überwiegt die Freude?

Und die Erkenntnis, noch härter zu arbeiten und das Ding weiterzuziehen. Ich habe im Olympia-Final alle meine Tricks in einem Run perfekt gezeigt. Im Vorfeld hatte ich enormen Respekt vor diesem Gedanken. Da waren Tricks dabei, bei denen ich auf den Berg komme und mir denke: «Hoffentlich überlebe ich das.»

Wo ziehen Sie in Ihrem Leben die Grenze des Risikos?

Man nimmt im Leben immer Risiko und jeder definiert es für sich anders. Man lernt auch, mit dem Risiko umzugehen. Als kleines Kind beginnst du aufrecht zu gehen und das Risiko, dabei umzufallen, nimmt mit jedem Tag Erfahrung ab. Ich glaube nicht, dass ich zu viel Risiko nehme. Die Gefahr besteht nur dann, wenn du dich zu fest auf ein Ziel versteifst und dieses zur Besessenheit wird. Dann hört man auf, auch nach links und rechts zu schauen.

Gab es Zeiten, in denen ein Ziel zur Sucht wurde?

Ja, die drei Jahre vor Sotschi wurden zum Horror. Es war eine so krasse Lebensphilosophie damals. Aber ich möchte die Zeit heute nicht missen.

Wieso bezeichnen Sie diese Zeit heute als Horror?

Ich habe als Teenager unglaublich dafür gekämpft, mein Leben als Snowboarder zu geniessen. Ich schmiss mit 13 Jahren die Schule. Danach surfte ich bis 18 Jahre auf einer Welle, auf der sich alles wie ein Traum anfühlte. Doch dann kam das Tief, und ich habe meinen Traum für immer entschwinden gesehen.

Was konkret riss Sie ins Tief?

Meine Tricks gelangen nicht mehr, die Wettkämpfe gingen schief, ein Filmprojekt scheiterte. Ich war auf der Suche. Vielleicht war ein Grund, dass ich nach dem Schulabbruch den Kopf nur noch beim Snowboarden hatte. Aber im Rückblick darf ich sagen, dass in meinem Leben alles genau im richtigen Moment passiert ist.

Wie meinen Sie das?

Drei Jahre lang konzentrierte ich mich nur auf das Snowboarden. Aber ich spürte, dass ich daneben noch etwas anderes in meinem Leben brauchte. Deshalb habe ich mit 18 Jahren meine Musikkarriere lanciert.

Was war der Auslöser für Ihren Start als Musiker?

Verletzungen. Wegen einer solchen verpasste ich die Spiele in Vancouver. Damals hat mich mein Sponsor mit einer Pianistin in Kontakt gebracht, die mit Prince und Stevie Wonder gespielt hatte. Er hat mir Unterricht bei dieser Pianistin bezahlt. Seither schreibe ich Songs und fand ich den Sinn in meinem Leben. Das brachte auch den Spass am Snowboarden zurück. Ich bin sicher, dass die nächsten Jahre für mich riesig werden.

Interview: Rainer Sommerhalder

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