Snowboard
Als einziger eingeladener Europäer: Halfpiper Jan Scherrer will an den Winter-X-Games in Aspen eine Medaille

Zum Saisonauftakt am Laax Open lief es dem Toggenburger Jan Scherrer auch aufgrund eines Trainingssturzes nicht wie gewünscht. An den am Freitag beginnenden Winter-X-Games in den USA will der 26-Jährige seinen holprigen Saisonstart vergessen machen.

Nico Conzett
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Trotz eindrücklichem Flug ein holpriger Saisonstart für Jan Scherrer in Laax: An den Winter-X-Games soll es für den Toggenburger besser laufen.

Trotz eindrücklichem Flug ein holpriger Saisonstart für Jan Scherrer in Laax: An den Winter-X-Games soll es für den Toggenburger besser laufen.

Claudio De Capitani/Freshfocus

Vergangene Woche starteten die Halfpipesnowboarder nach mehreren coronabedingten Wettkampfabsagen in Laax ihre Weltcupsaison. Der Toggenburger Jan Scherrer gehörte beim traditionsreichen Snowboardevent zu den Mitfavoriten, auch aufgrund seines neuen Tricks, einem «Switch Alley-Oop Double Rodeo 1080 Indy to Nose», welcher eine Neuheit darstellt und in der Snowboardwelt für jede Menge Aufsehen gesorgt hat.

Trainingssturz durchkreuzt Pläne

Eigentlich wollte Scherrer seinen Sprung als abschliessendes Element im Finallauf zeigen, wie er im «sportpanorama» erklärte. Doch ein übler Sturz im Trainingslauf – ausgerechnet bei seinem Trick – unmittelbar vor dem Wettkampf, machte ihm einen Strich durch die Rechnung. Scherrer liess sich zwar sofort physiotherapeutisch behandeln, zog aber in Erwägung, im Final gar nicht anzutreten und sich für die X-Games zu schonen.

Schliesslich ging er doch an den Start, allerdings mit einem Sicherheitslauf und ohne seinen Monstertrick am Ende. Trotzdem wurde Scherrer ebenfalls das abschliessende Element zum Verhängnis, welches er unsauber stand. Damit reichte es auf den siebten Rang, weniger als er sich vor dem Wettkampf erhoffte, aber in Anbetracht der Umstände wohl das Maximum.

Saisonhöhepunkt X-Games

Weiter nach vorne will Scherrer an den am Freitag beginnenden Winter- X-Games in Aspen, im US-Bundesstaat Colorado. Für die Athleten bereits der Saisonhöhepunkt – Stand jetzt findet kein weiterer Wettkampf mehr statt in diesem Winter. Allenfalls richtet Calgary die ursprünglich in China geplante Weltmeisterschaft noch aus, was aber noch nicht bestätigt ist.

Aufgrund des Coronavirus wurde das Teilnehmerfeld an den X-Games radikal verkleinert, nur acht Halfpipeathleten haben eine Einladung für den prestigeträchtigen Event erhalten. Als Vorjahresdritter gehört Jan Scherrer zu diesen Glücklichen und ist neben vier US-Amerikanern, zwei Japanern und einem Australier der einzige Europäer unter den Startern.

Die Medaillenchancen sind vorhanden

Sollte es sich bei den X-Games tatsächlich bereits wieder um den letzten Wettkampf dieser Saison handeln, steht Scherrer unter Zugzwang. Schliesslich will er seinen Trick endlich in einem Wettkampf zeigen und damit Geschichte schreiben. Trotz der Schwierigkeiten in Laax wird er in Aspen einen neuerlichen Versuch unternehmen. Geht alles gut, gehört Scherrer zu den Favoriten auf das Podium - und sogar auf den Sieg.

Während Scherrer der einzige Snowboarder in Aspen sein wird, sind die Schweizer bei den Ski-Freestylern breiter aufgestellt. Andri Ragettli und Fabian Bösch bei den Männern und Sarah Höfflin, Mathilde Gremaud sowie Giulia Tanno bei den Frauen, besitzen, wie Scherrer in der Halfpipe, intakte Chancen auf einen Podestplatz in ihren Disziplinen.