SLALOM: Shiffrin, wie gehabt

Mikaela Shiffrin zermürbt ihre Gegnerinnen. Die Amerikanerin ist in Killington eine Klasse für sich. Im Schweizer Team springt Denise Feierabend als Vierte für die ausgeschiedene Wendy Holdener in die Bresche.

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1,64 Sekunden Vorsprung – dennoch wird Mikaela Shiffrin Verbesserungspotenzial finden. (Bild: Charles Krupa/AP)

1,64 Sekunden Vorsprung – dennoch wird Mikaela Shiffrin Verbesserungspotenzial finden. (Bild: Charles Krupa/AP)

Nach dem ersten Lauf schien der zweite Slalom des Winters aus Schweizer Sicht den gewohnten Verlauf zu nehmen. Wendy Holdener war als Zweitschnellste drauf und dran, sich einen weiteren Podestplatz zu sichern. Doch am Nachmittag passte bei der Schwyzerin nicht mehr viel zusammen. Einem Fehler nach wenigen Toren folgte kurz darauf das endgültige Aus. So rückte mit Denise Feierabend, im Schweizer Slalom-Team aktuell die Nummer vier, eine Fahrerin unverhofft in den Fokus, der eine solche Leistung nicht zugetraut worden war. Ein einziges Mal hatte sie sich zuvor in einem Weltcup-Slalom in den ersten Zehn klassiert. Und jener zehnte Rang in Levi in Finnland lag auch schon vier Jahre zurück. Nun schaffte die Engelbergerin sogar die Egalisierung ihres Bestwerts. Vierte war sie auch im vorletzten März in der Weltcup-Kombination in Lenzerheide geworden.

Nur vier Hundertstel fehlen Feierabend fürs Podest

Denise Feierabend zeigte sich selber überrascht. «Ich war schon in den Trainings stark gefahren. Dass es aber gleich so weit nach vorne reicht, hätte ich nicht gedacht.» Obwohl sie den Podestplatz wie im Bündnerland nur knapp verpasste, war ihre Freude ungetrübt. In Lenzerheide hatten ihr dazu vier Hundertstel gefehlt, nun waren es drei Hundertstel.Michelle Gisin, eben erst von einem vor einem guten Monat erlittenen Innenbandanriss im rechten Knie genesen, klassierte sich trotz des noch nicht restlos zurückgewonnenen Vertrauens als Zehnte. Mélanie Meillard schied nach ausgezeichneten Zwischenzeiten im ersten Durchgang aus.

Eine überragte wieder einmal alle: Mikaela Shiffrin. Den Plan, die Hierarchie in ihrem Kerngebiet wieder herzustellen, setzte sie mit Vehemenz um, fuhr zweimal Laufbestzeit und distanzierte die zweitplatzierte Petra Vlhova gleich um 1,64 Sekunden. Zweimal, beim letzten Saisonfinale in Aspen, Colorado, und in Levi, war sie hinter der Slowakin Zweite geworden. Da war es ihr ein besonderes Anliegen, dem Ruf als beste Slalomfahrerin wieder gerecht zu werden. Was blieb der Amerikanerin auch anderes übrig vor ihrem Publikum. Shiffrin ist stets auf der Suche nach Verbesserung und Optimierung – unabhängig vom Ergebnis. Als Ansporn nannte sie dieser Tage die Angst. Je mehr sie gewinnen würde, desto mehr fürchte sie sich, nicht mehr siegen zu können. Das treibe sie zu noch umfangreicheren Trainingseinheiten und zu noch härterer Arbeit an. Sie, die Trainer und ihre omnipräsente Mutter Eileen werden in der Analyse trotz den zwei sehr guten Fahrten in Killington wieder verbesserungswürdige Sequenzen finden. (sda)