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SKICROSS: «Wir bleiben fair»

Der Appenzeller Marc Bischofberger reist nächste Woche als Debütant und Favorit an die Olympischen Winterspiele in Südkorea.
Daniel Good

Interview: Daniel Good

Marc Bischofberger, sind Sie schon nervös?

Nein, es dauert ja noch einen Moment bis zu den Olympischen Spielen. Eine gewisse Anspannung ist wohl da. Aber ich versuche, das Grossereignis so weit wie möglich auszublenden und mich zu hundert Prozent auf das Training und die Vorbereitung zu konzentrieren.

Sie reisen – doch etwas überraschend – als Weltcup- Leader an die Olympischen Spiele. Was ändert das?

Eigentlich nichts. Ich mache weiter wie bis jetzt. Der erste Platz gibt mir aber ein positives Gefühl. Ich weiss, dass ich aufs Podest fahren kann. Das ist eine gute Voraussetzung für das olympische Rennen. Ich weiss aber auch, dass alles passieren kann. Erfolg und Misserfolg sind im Skicross sehr nahe beieinander.

Welche Rolle spielt in Südkorea das Material?

Der Schnee in Ostasien ist speziell. Nach der Eröffnungsfeier testen wir ausgiebig Material. Für die acht Schweizer Fahrer stehen drei Servicemänner zur Verfügung. Das Material ist ein Schlüssel zum Erfolg.

Wie schnell sind die Ski der Schweizer?

Wir haben Topmaterial. Unsere Serviceleute sind sehr tüchtig. Ich vertraue ihnen zu hundert Prozent. Ich weiss meistens nicht einmal, was ich auf dem Skibelag habe. Hauptsache, die Ski laufen. Und unsere Serviceleute schauen immer sehr genau, dass die anderen Nationen nicht hinter unsere Geheimnisse kommen.

Wie erklären Sie sich Ihren Höhenflug in dieser Saison?

Es spielt sicher eine Rolle, dass ich schon im August aufgehört habe zu arbeiten, um mich ganz der Olympia-Vorbereitung zu widmen. Ich konnte mehr trainieren, mich aber auch häufiger erholen. Das Mehr an Zeit für den Sport erlaubte mir auch, das Material weiter zu optimieren. All dies gab mir ein sehr positives Gefühl für diese Saison. Und als sich nicht auf Anhieb absolute Spitzenresultate einstellten, blieb ich ruhig. Denn ich wusste, dass ich eine gute Vorbereitung hinter mir hatte. Zudem bin ich auch routinierter und ein kompletterer Rennfahrer geworden.

Die vier Schweizer könnten am olympischen Rennen eine Teamstrategie mit Chefs und Helfern verfolgen. Die Aufgabe der Helfer bestünde darin, in den direkten Duellen die ausländische Konkurrenz auszuschalten. Bestehen solche Pläne?

Nein, wir bleiben fair und sportlich. Die Erfahrungen zeigen, dass solche Überlegungen nicht aufgehen. Aber natürlich ist es ein Vorteil, dass wir mit vier Athleten starten können.

Wäre es besser gewesen, Sie hätten schon vor vier Jahren in Sotschi starten können? Die Richtlinien für eine Selektion hatten Sie ja erfüllt.

2014 sind die richtigen Schweizer gestartet. Die Stärksten. Ich war noch nicht so weit, auch wenn ich die Olympialimite erreichte hatte. Ich denke auch, dass es für mich kein Nachteil ist, zum ersten Mal dabei zu sein. Ich kenne schliesslich das Gefühl für Grossanlässe von der WM her.

Weil das Starten so wichtig ist, haben Sie das oft trainiert. Kann man auch das Überholen trainieren?

Klar, wir Schweizer machen das fast in jedem Training. Aber wir fahren natürlich nicht mit vollem Körpereinsatz, sondern lassen Vorsicht walten und gehen etwas auf Distanz zu den Teamkollegen. Aber das sind sehr wichtige Trainings. Wenn ich den Start verhaue, muss ich korrigieren können. Das geht nur mit Überholen.

Während der Spiele ist für die Schweizer Skicrosser ein Trip an den japanischen Strand von Okinawa geplant.

Unsere Trainer sagten, dass es uns gut tun würde. Wir können Abstand halten und sind nicht zu lange dem olympischen Rummel ausgesetzt. Aber wir liegen natürlich nicht faul am Strand herum, sondern trainieren unsere Athletik, die für den Start sehr wichtig ist. Und so werden wir besonders motiviert sein, wenn ein paar Tage vor dem Rennen die Trainings auf Schnee auf der olympischen Piste beginnen.

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