Curling

Schweizer Curlerinnen nach Coup gegen Kanada in Playoffs

Nach bereits tollen Leistungen realisieren die Schweizer Curlerinnnen um Skip Alina Pätz an der Frauen-WM in Sapporo ihren schönsten Sieg. Sie bezwingen den Topfavoriten und Olympiasieger Kanada 7:6. Damit stehen sie vorzeitig in den Playoffs.

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Alina Pätz mit Nicole Schwägli (links) und Marisa Winkelhausen.

Alina Pätz mit Nicole Schwägli (links) und Marisa Winkelhausen.

Keystone

Die Schweizer Meisterinnen Nicole Schwägli, Marisa Winkelhausen, Nadine Lehmann und Alina Pätz haben als WM-Debütantinnen den Einzug in die Page-System-Playoffs der besten vier Teams bereits zwei Partien vor Schluss der Round Robin sichergestellt. Damit haben die Curlerinnen von Baden Regio die kühnsten Erwartungen übertroffen. Auch die Zwischenbilanz von acht Siegen bei nur einer Niederlage hat in diesem Weltklasse-Feld niemals erhofft werden können.

Die von Mirjam Ott, der erfolgreichsten Schweizer Curlerin aller Zeiten, gecoachten Schweizerinnen werden nun gut daran tun, aus den letzten beiden Round-Robin-Spielen gegen die Mitfavoriten Schottland und Schweden zumindest einen weiteren Sieg herauszuholen. Damit würden sie die Vorrunde auf einem der ersten zwei Plätze beenden, was für die Fortsetzung des Turniers grosse Vorteile brächte. Die besten zwei Teams der Vorrunde bekommen für den Einzug in den Final zwei Chancen. Die Teams in den Rängen 3 und 4 dagegen müssen zwei Spiele nacheinander gewinnen, um ihrerseits in den Final zu kommen.

Wer allenfalls gedacht hat, die an WM-Turnieren gänzlich unerfahrenen Schweizerinnen würden vor den happigen letzten drei Aufgaben der Vorrunde mit den erstklassigen Gegnern Kanada, Schottland und Schweden kapitulieren müssen, sieht sich getäuscht. Trotz vereinzelter Schwächen im Spiel - Marisa Winkelhausen und zweimal Nadine Lehmann scheiterten im vorentscheidenden 9. End nacheinander mit einem offenen Take-out-Versuch - waren die Curlerinnen von Baden Regio der renommierten Crew um die aktuelle Olympiasiegerin und frühere Weltmeisterin Jennifer Jones aus Winnipeg zumindest ebenbürtig.

Alina Pätz zeigte auf der vierten Position einen hervorragenden Match. Sie konnte nahezu alle kniffligen Situationen bereinigen. So spielte Pätz auch im 10. End souverän, als die Kanadierinnen mit einem Zweierhaus auf 7:7 auszugleichen oder gar mit einem Dreier zu gewinnen drohten.

Aus der vermuteten leichten Aufgabe im Match gegen die in ihren ersten neun Spielen noch sieglosen Norwegerinnen um Skip Kristin Skaslien wurde für die Schweizerinnen eine mühevolle Nerven- und Geduldsprobe. Sie mussten sich beim Stand von 5:5 in ein Zusatz-End zwingen lassen. Dort konnten sie den Vorteil des letzten Steins zum 6:5-Sieg nutzen.

Nach der Startserie von drei Siegen haben die Schweizerinnen nun eine zweite, immer noch Bestand habende Serie aufgebaut. Von der 5. bis zur 9. Runde (gegen Kanada) haben sie fünf Mal in Folge gewonnen. Eine solche Serie an einem WM-Turnier glückte in den letzten 25 Jahren nur drei Schweizer Frauenteams, nämlich jenen von Janet Hürlimann (1992) und Mirjam Ott (2008) sowie Binia Feltscher auf dem Weg zum WM-Titel vor einem Jahr.