Superkombination

Carlo Janka rettet das Schweizer Ski-Team

Der Weltcupsieger fährt dank einem tollen Slalom in Wengen aufs Podest. Carlo Janka macht damit Lust auf mehr - mehr solche Leistungen auch in anderen Disziplinen.

Richard Hegglin, Wengen
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Silber

Silber

In der Superkombination zum Auftakt der Lauberhornrennen zündete Carlo Janka ein erstes Highlight. Dank einem sensationellen Slalom errang er hinter dem momentan unschlagbar scheinenden Ivica Kostelic den 2.Platz. Damit verhinderte er vor 18000 Zuschauern einen Absturz der Schweizer. Beat Feuz als Nächstbester belegte den 12.Platz, Silvan Zurbriggen als Co-Favorit musste sich mit dem 14.Rang begnügen und bezeichnete die Superkombination als «Rennen zum Vergessen».

In den letzten drei Wengener Kombinationen war Zurbriggen stets Dritter geworden: «Doch diesmal kam ich weder in der Abfahrt noch im Slalom auf Touren. Ich hatte zwar unterwegs kein schlechtes Gefühl: Wahrscheinlich, weil ich so langsam war ...» Der Frühlingsschnee (plus 7 Grad) ist definitiv nicht die bevorzugte Unterlage des Wallisers.

Dafür fühlt sich Janka bei solchen Verhältnissen pudelwohl. Nach einer grossartigen Abfahrt, in der er nur eine Zehntelsekunde auf Christof Innerhofer verlor, fuhr er den Slalom seines Lebens und wurde dank der achtbesten Zeit – eine halbe Sekunde vor Zurbriggen! – sogar Kostelic gefährlich. Am Schluss trennten 58 Hundertstel die beiden.

Appetit auf mehr

Mit solchen Leistungen würde Janka auch im Spezialslalom in die Punkte fahren. «Bei ähnlich leichter Kurssetzung könnte mir das gelingen», räumt er ein. Er weckt Appetit auf mehr. Schon vor einem Jahr belegte er in der Superkombination den 2.Platz und gewann anderntags die Lauberhornabfahrt. Doch Janka stapelt tief: «In der Spezialabfahrt kommt noch jener obere Teil dazu, der mir am schlechtesten liegt.» Und wiederholt fast gebetsmühlenartig: «Die Nummern 1 bis 7 werden bei so warmen Temperaturen einen grossen Vorteil haben.» Janka folgt wie Cuche erst in der Gruppe 16 bis 22.

Obwohl viele die Superkombination als zweitklassige Disziplin betrachten, lieferte sie wieder den Beweis, wie attraktiv sie sein kann. Mit Janka, Aksel Lund Svindal und Kostelic standen die besten Skirennfahrer der Gegenwart auf dem Podest. Janka ist Weltcup-Gesamtsieger 2010, Svindal Gesamtsieger 2009 und Kostelic der mögliche Gesamtsieger 2011.

«Ich reite auf einer Welle»

Kostelic hat zurzeit «einen Lauf». Sieger beim Parallelslalom in München, Zweiter beim Heimrennen in Zagreb, Sieger im Slalom von Adelboden und nun Sieger in Wengen, nach zwei Slalomsiegen 2002 und 2010 zum dritten Mal. Damit baute er die Führung im Weltcup auf 109 Punkte auf Svindal aus. «Ich reite auf einer Welle und komme mir manchmal vor wie ein Surfer», meinte Kostelic.

Da der Kroate immer bis in den Mai trainiert, ist er an frühlingshafte Verhältnisse gewöhnt. Dazu war sein Vater Ante Kurssetzer. «Das war sicher kein Nachteil», fand Ivica, «aber ausgerechnet dort, wo mein Vater eine Spirale baute, die wir jeweils speziell trainieren, fuhr ich am schlechtesten.»