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SKI NORDISCH: Simon Ammann im Aufwind

Vor 20 Jahren debütierte der Toggenburger als 16-Jähriger beim Tournee-Auftakt in Oberstdorf im Weltcup und löste mit einem 15. Rang das Olympiaticket für Nagano. Nun will er sich für seine sechsten Spiele 2018 in Pyeongchang in Position bringen.
Hans Leuenberger (sda), Oberstdorf
Simon Ammann klassierte sich letztmals vor vier Jahren in den Top zehn des Tournee-Schlussklassements. Damals wurde er Dritter. (Bild: KEY)

Simon Ammann klassierte sich letztmals vor vier Jahren in den Top zehn des Tournee-Schlussklassements. Damals wurde er Dritter. (Bild: KEY)

Hans Leuenberger (SDA), Oberstdorf

Die Top zehn liegen für den Routinier wieder griffbereit. «Vor einem Jahr hatte ich noch dreissig Punkte Rückstand auf die Besten, jetzt sind es nur noch fünfzehn», sagte der 36-jährige Toggenburger nach dem Weltcup-Wochenende von Engelberg, wo er sich mit einem 14. und 11. Rang in die Weihnachtstage verschiedet hatte. Vor dem Heimpublikum klappte es nicht ganz, um erstmals seit dem März 2016 oder über 30 Springen wieder unter den ersten zehn aufzutauchen. Doch viel fehlt nicht mehr. Sofern Ammann seine aufsteigende Form festigen kann, wird er nicht nur an der Schwelle zu den Top Ten stehen, sondern er erreicht auch wieder regelmässig einstellige Klassierungen.

Die Vierschanzentournee wäre der ideale Ort, um diesen nächsten Schritt zu machen, zumal ihn auch die Tournee vor drei Jahren aus der Weltspitze katapultiert hatte. Die Konsequenzen aus Ammanns schwerem Sturz am 6. Januar 2015 in Bischofshofen lagen primär in der Umstellung der Landung. Er verlor das Vertrauen in sein schwächeres linkes Bein, das jahrelang die Kräfte bei der Telemark-Landung auffing. Stattdessen versucht er nun seit zweieinhalb Jahren, das rechte Bein nach vorne zu bringen. Schafft er die Umstellung? Oder doch nicht? Es macht den Anschein, als ob er diese Diskussion nun endgültig beenden kann. Nach seinen Flügen leuchtet regelmässig eine 18 bei den Stilnoten auf. Somit ist er in diesem Bereich wieder einigermassen konkurrenzfähig.

Schanzenrekord in Garmisch-Partenkirchen

Nun muss der vierfache Olympiasieger noch seinem Ruf als Weitenjäger gerecht werden. Dass dies einst seine Spezialität war, wird den Reportern beim Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen wieder bewusst werden. Dort erscheint seit 2010 der Name Ammann auf jedem Resultatblatt unter der Rubrik Schanzenrekord. Ammann landete damals bei 143,5 m.

Freitag soll Deutschlands Tournee-Flaute beenden

Gelingt dem Schweizer die Tournee nach Wunsch, wird er am 6. Januar in Bischofshofen erstmals seit vier Jahren wieder unter den Top zehn des Schlussklassements auftauchen. Um den Sieg streiten sich andere. Der Deutsche Richard Freitag kommt mit drei Siegen in diesem Winter und der deutlichen Gesamtführung im Gepäck an der Favoritenrolle nicht vorbei. Der 26-Jährige soll die 16 Jahre dauernde Tournee-Flaute für den Gastgeber vergessen machen – letztmals schwang für Deutschland Sven Hannawald mit seinem historischen Vierfachsieg 2001/02 oben aus.

Die Ausgangslage scheint perfekt, denn hinter dem Gelbträger Freitag hat sich auch der Weltcupzweite Andreas Wellinger in Position gebracht. Der Titelverteidiger Kamil Stoch aus Polen, Österreichs Weltmeister Stefan Kraft oder der Norweger Daniel-André Tande gelten diesmal nicht als Favoriten, sondern als härteste Widersacher der Deutschen.

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