Ski bricht im dümmsten Moment

Dario Cologna verpasst über 50 km den Gewinn der dritten Olympiamedaille an den Winterspielen in Sotschi. Kurz vor dem Ziel bricht ein Ski des 27jährigen Bündners, der das Rennen schliesslich auf Rang 27 beendet.

Christof Krapf/Krasnaja Poljana
Drucken
Teilen
Bild: CHRISTOF KRAPF/KRASNAJA POLJANA

Bild: CHRISTOF KRAPF/KRASNAJA POLJANA

SKI NORDISCH. Es passierte weniger als zwei Kilometer vor dem Ziel. Plötzlich brach Dario Colognas Ski. Der Engadiner befand sich zu diesem Zeitpunkt in der Spitzengruppe des 50-km-Rennens und hätte Chancen auf den Sieg gehabt.

Obwohl er rasch Ersatz für den zerbrochenen Ski erhielt, hatte Cologna nach dem Missgeschick keine Chance mehr, um die Medaillen zu kämpfen. Denn der Zwischenfall ereignete sich zu nah am Ziel – reagieren konnte der Bündner zu diesem Zeitpunkt nicht mehr. «Es gab keinen schlechteren Ort für einen Skibruch als diese Stelle», sagte die Schweizer Cheftrainerin Guri Hetland.

Aus der Traum also von Colognas dritter Goldmedaille in Sotschi und der vierten insgesamt. Aus der Traum, gleich viele Olympiasiege wie der Toggenburger Simon Ammann zu sammeln und mit dem Skispringer erfolgreichster Schweizer Teilnehmer an Winterspielen zu werden. Und aus der Traum, jener Schweizer zu werden, der die 50. Goldmedaille an Olympischen Winterspielen gewinnt. Immerhin hat der Bündner aktuell gleich viele Olympiasiege auf dem Konto wie Skifahrerin Vreni Schneider.

«Einer fuhr mir über den Ski»

«Ich bin gestürzt und beim Aufstehen fuhr mir einer über den Ski», sagte Cologna, als er als 27. die Ziellinie überquert hatte. Sein Malheur warf den 27-Jährigen noch hinter seine Teamkollegen Curdin Perl, der Zwölfter wurde, sowie Remo Fischer auf Platz 22 zurück.

Cologna hatte im Skiathlon und über 15 km klassisch bereits Gold gewonnen. Der 50-km-Lauf und der Engadiner scheinen an Olympischen Spielen aber nicht zusammenzupassen. In Krasnaja Poljana erlebte Cologna ein Déjà-vu. Vor vier Jahren an den Spielen im kanadischen Vancouver griff er in der Königsdisziplin des Langlaufs nach einer Olympiamedaille. Wie gestern war er auch damals gut im Rennen und kämpfte ums Podest. Doch kurz vor dem Ziel stürzte der Bündner. Gestern sagte Cologna: «Ich würde am liebsten weinen. Es ist schade, dass ich mir ein Bein gestellt habe. Ich bin selber schuld.» Schade ist der Skibruch vor allem, weil er sich in Sotschi so stark wie noch selten präsentierte. «Ich fühlte mich vor dem Schlussrennen sehr gut und das Material passte auch.»

Colognas positive Bilanz

Die Chancen auf Colognas dritte Medaille wären dagewesen. Auch wenn er wegen einer Fussverletzung, die er sich im vergangenen November beim Joggen zugezogen hatte, den grössten Teil der Weltcup-Saison verpasst hatte und vor Olympia nur eingeschränkt auf Schnee trainieren konnte. Wegen dieser Vorgeschichte zog Cologna trotz Skibruch eine positive Olympia-bilanz. «Die Spiele waren sensationell.» Im nächsten Jahr an der WM will er wieder angreifen. Denn: «Das Langlaufen hat mir gefehlt, als ich verletzt war.»

Aktuelle Nachrichten