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Ski alpin: Nach Sturz in Bormio droht Ralph Weber das Saisonende

Ralph Weber hat sich Ende Dezember in Bormio die Schulter ausgerenkt. Für den Gossauer ist während der Rehabilitation Geduld gefragt. Ob er diese Saison nochmals Rennen bestreitet, ist fraglich.
Ives Bruggmann
Ralph Weber während der ersten Trainingsfahrt auf der eisigen Stelvio. (Bild: Johann Groder/KEY)

Ralph Weber während der ersten Trainingsfahrt auf der eisigen Stelvio. (Bild: Johann Groder/KEY)

Der Sturz sei eigentlich harmlos gewesen, sagt Ralph Weber. Im zweiten Training zur Weltcup-Abfahrt von Bormio stand eine kurze Innenlage am Ursprung des Ausfalls. Den 25-jährigen Gossauer hat es daraufhin nach hinten verdreht, bevor er auf die eisige Piste fiel. «Erst nach dem Sturz habe ich gemerkt, dass etwas nicht stimmt», sagt Weber. Was dann folgte, war eine Odyssee, die für den Athleten nicht nur mit grossen Schmerzen verbunden war, sondern ihm auch «nervlich zusetzte».

Eine Viertelstunde dauerte es, bis Weber schmerzlindernde Tabletten erhielt. Gar eine Stunde musste er sich im Rettungswagen gedulden, ehe der Pistenarzt eingetroffen ist, bevor man überhaupt losfahren durfte. Erst über zwei Stunden nach dem Sturz kam Weber im Spital an. Und das Warten ging auch im Krankenhaus im Veltlin weiter. Am Ende war die rechte Schulter Webers über vier Stunden ausserhalb des Gelenks.

«Die Erstversorgung war miserabel.»

So lautet das Fazit des Gestürzten. Noch am selben Abend fuhr Weber mit den Eltern zurück in die Schweiz. Dort lautete die Diagnose am folgenden Tag: Schulterluxation mit Kapselriss. Immerhin war eine Operation nicht notwendig. Auch wenn Prognosen bei Schulterverletzungen schwierig zu stellen sind, so muss Weber mindestens im Januar pausieren.

WM findet ohne Weber statt

Damit verpasst Weber nicht nur die beiden Weltcup-Klassiker von Wengen und Kitzbühel, sondern auch die Möglichkeit zur Qualifikation für die WM im schwedischen Are vom 5. bis 17. Februar. Diese hatte er als 30. im Super-G und als 42. in der Abfahrt von Gröden, seinen beiden besten Klassierungen, nicht geschafft. Weber sagt:

«Es gibt zwar nie einen passenden Moment, um verletzt zu sein, aber der Januar ist schon mit Abstand am ungünstigsten.»

Schnell hat Weber aber den Schalter umgelegt. «Ich kann es nicht ändern. Deshalb mache ich das Beste daraus», sagte sich der 1,87 m grosse und über 100 kg schwere Modellathlet. Viele Beispiele hätten ihm gezeigt, dass man nicht zwingend schlechter zurückkommen muss nach der Verletzung. Eines ist für Weber aber sicher. Er wird erst in den Weltcup zurückkehren, wenn die Schulter ganz verheilt ist.

Nach der anfänglichen Phase, in der er im Alltag auf Hilfe angewiesen war, ist Weber seit einer Woche wieder selbstständig. Er absolviert die Rehabilitation in Abtwil, wo er Physiotherapie, medizinische Betreuung sowie Trainings- und Erholungsgelegenheiten in Anspruch nehmen kann. Mit dem Team rund um den Schweizer Olympia-Chefarzt Patrick Noack und Schulterspezialist Andreas Bischof wird er optimal beraten.

Saisonende möglich

Mit leichtem, geführtem Oberkörpertraining startete Weber in dieser Woche den Aufbau. Infolge der langen Dislokation des Gelenks ist die Reha langwieriger – beinahe von Tag zu Tag wird die Lage neu beurteilt. Auch das Saisonende ist nicht ausgeschlossen. In diesem Fall würde der Gossauer vom Verletztenstatus geschützt werden. Sowohl im Weltcup als auch bei Swiss-Ski wäre er gefeit vor einer Degradierung. Wie auch immer sich die Schulter entwickelt: Weber hat schon den kommenden Winter im Blick. «Wenn es in dieser Saison nicht mehr klappt mit Ski fahren, dann will ich wenigstens topfit in die Vorbereitung der kommenden starten und so wieder Vorteile gegenüber anderen haben.»

Schon im Hinblick auf die laufende Saison hatte Weber an einigen Stellschrauben gedreht. Er verzichtet seit dem Frühjahr weitgehend auf Fleisch, hat mit Hilfe eines Sportwissenschafters das Konditionstraining angepasst. In den kommenden Wochen wird aber vor allem eine Eigenschaft Webers auf die Probe gestellt: die Geduld.

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