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SKI ALPIN: Junge Schweizer sind auf dem Weg nach oben

Die Schweizer Slalomfahrer verpassen in Adelboden ein Spitzenresultat. Beim Sieg des Österreichers Marcel Hirscher bestätigt sich jedoch die Aufwärtstendenz der vergangenen Jahre.
Ives Bruggmann, Adelboden
Luca Aerni verpasst in Adelboden nach grossem Kampf die Top 15. (Bild: Gabriele Facciotti/AP)

Luca Aerni verpasst in Adelboden nach grossem Kampf die Top 15. (Bild: Gabriele Facciotti/AP)

Ives Bruggmann, Adelboden

Es war ein Bild mit Symbolcharakter. Loïc Meillard nahm nach seinem gelungenen zweiten Lauf in der Leaderbox Platz. Er, der für die erfolgreiche Schweizer Zukunft in den technischen Disziplinen steht, hatte voll angegriffen und sollte sich dadurch noch vom 14. auf den achten Platz verbessern. Die Stimmung in Adelboden erlebte ihren ersten Höhepunkt. Drei weitere Schweizer standen noch oben, ein Spitzenresultat war zum Greifen nahe. Doch sowohl Ramon Zenhäusern als auch Daniel Yule und Luca Aerni brachten ihre gute Ausgangslage nicht ins Ziel. Am Ende war der dreimalige Juniorenweltmeister Meillard als Achter der bestklassierte Schweizer. Yule wurde im zweiten Durchgang vom siebten auf den zwölften Rang durchgereicht, Aerni vom sechsten auf den 17. und Zenhäusern vom zwölften auf den 15. Platz. Eine leise Enttäuschung war im Publikum zu spüren.

Dennoch herrscht eine Aufbruchstimmung im Schweizer Slalomteam. «Ich bin glücklich. Da ist eine junge Mannschaft auf dem Weg nach oben», sagte Swiss-Ski-Präsident Urs Lehmann. Vor sechs Jahren, als die Schweiz im Slalom weit von der Spitze entfernt war, haben sich die Verantwortlichen dezidiert entschieden, eine neue Slalomgruppe zu fördern. «Jetzt ernten wir so langsam die Früchte», sagt Lehmann. Vor Weihnachten erreichte Aerni in Madonna den lange ersehnten Podestplatz. Seit 2010 musste Swiss-Ski darauf warten. In Adelboden freute er sich vor allem für Meillard und auch Zenhäusern, der mit seinem zweiten Top-15-Platz die Olympia-Qualifikation sicherstellte.

Heimvorteil oder Heimnachteil?

Die beiden bisher besten Schweizer Slalomfahrer des Winters, Aerni und Yule, scheiterten im zweiten Durchgang wohl auch an den eigenen gestiegenen Ansprüchen. «Das Heimpublikum kann sowohl beflügeln als auch eine Last sein», bilanzierte Lehmann. Das Wichtigste sei für ihn, dass die Entwicklungskurve stetig nach oben zeigt. «Wir müssen jetzt einfach noch ein bisschen Geduld haben.»

Der einzige Wermutstropfen an diesem Wochenende war für den Präsidenten der Riesenslalom vom Samstag, als Murisier als bester Schweizer auf den elften Platz fuhr. «Das tut ein bisschen weh», sagte Lehmann. Aber auch in dieser Disziplin stimme die Richtung. Lehmann ist überzeugt von den Massnahmen, die Swiss Ski derzeit in den technischen Disziplinen umsetzt. «Die Strukturen stimmen, das Trainerteam passt, an der konditionellen Verfassung der Athleten wurde gearbeitet.» Die Voraussetzungen für künftige Spitzenleistungen sind also da. «Jetzt müssen nur noch die Fahrer liefern, denn sie haben alles, was es braucht, um Erfolg zu haben.» Eines ist sich aber auch Lehmann bewusst: «Ausnahmeathleten wie Marcel Hirscher oder Henrik Kristoffersen lassen sich nicht auf Strukturen zurückführen.»

Kristoffersen verzweifelt an Hirscher

Hirscher war auch im Slalom von Adelboden nicht zu bezwingen. Die Erfolge des 28-jährigen Salzburgers nehmen immer mehr historische Züge an. In Adelboden feierte Hirscher bereits seinen vierten Slalomsieg, seinen siebten Triumph am Chuenisbärgli insgesamt. Zudem verbuchte er den 52. Weltcupsieg. Noch zwei fehlen ihm, dann zieht er mit seinem Idol Hermann Maier gleich.

Hinter dem zweitplatzieren Österreicher Michael Matt erreichte Kristoffersen zum bereits neunten Mal in diesem Winter das Podest. Sehr zu seinem Ärger ist darunter kein Sieg. Die Hundertstelsekunden sind derzeit auf Hirschers Seite. Der launische Norweger wirkte ratlos. «Ich weiss langsam nicht mehr, was ich auf alle Fragen antworten soll.» Immerhin reicht es ihm regelmässig auf das Weltcup-Podest. Etwas, das er den Schweizern noch voraus hat.

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