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SKI ALPIN: Herrscher Hirscher

Marcel Hirscher gehört nach seinem Sieg im Riesenslalom endgültig zu den Grössten bei den Alpinen. Die Wertschätzung ist ihm nach dem zweiten Gold in Pyeongchang von allen Seiten gewiss.
David Bernold (sda), Yongpyong
Marcel Hirscher feiert eine einzigartige Erfolgsgeschichte. (Bild: EPA)

Marcel Hirscher feiert eine einzigartige Erfolgsgeschichte. (Bild: EPA)

David Bernold (SDA), Yongpyong

Im alpinen Skirennsport werden Helm und Mütze getragen. An diesem Sonntag in Yongpyong hatte aber eine andere Kopfbedeckung Hochkonjunktur. Alle zogen sie den Hut vor Marcel Hirscher für eine erneut grandiose Darbietung. Der überlegene Sieg im Riesenslalom war der nächste Schritt eines ganz Grossen auf dem Weg zur Unsterblichkeit. Der Olympiasieg in der Kombination fünf Tage zuvor war gut und recht. Aber Hirscher war mit anderen Zielen nach Südkorea gereist. Seine Vorgabe war, auch bei den Spielen in seinen Kerngebieten Slalom und Riesenslalom der Beste zu sein. Die Hälfte dieses Plansolls erfüllte er gestern. Hirscher hatte in den zwei Riesenslalomläufen alles im Griff. Keiner zog seine Schwünge derart präzise durch die Tore wie er, keiner strahlte eine derartige Sicherheit aus. Der Druck schien kein Faktor zu sein – zumindest während den beiden Fahrten nicht. Peter Schröcksnadel, der Präsident des Österreichischen Skiverbandes, nannte Hirscher deshalb «einen Verrückten» – im positiven Sinne natürlich. «Unglaublich, wie er das wegsteckt.» Die Erwartungshaltung war natürlich immens. Daran hatte auch der Sieg in der Kombination nichts geändert.

Lob von der Konkurrenz

Die Kommentatoren übertrafen sich mit Superlativen an die Adresse Hirschers. In die Lobeshymnen stimmten auch die Konkurrenten ein. Der Norweger Henrik Kristoffersen, mit einem Rückstand von 1,27 Sekunden Zweiter, betrachtet Hirscher «im Riesenslalom im Moment für unbesiegbar. Wir anderen fahren zurzeit nur um die Plätze zwei und drei». Der Franzose Alexis Pinturault, als Dritter um 1,31 Sekunden bezwungen, sieht im Österreicher «den grössten Skifahrer aller Zeiten». Hirscher hätte eine derart erdrückende Dominanz selbst nicht für möglich gehalten. Nach dem im August erlittenen Knöchelbruch hatte der Salzburger seine Erwartungen für den Olympiawinter auf ein Minimum zurückgeschraubt. «Wie sollte ich Pläne schmieden, wenn ich nicht einmal die Gewissheit hatte, dass der Fuss hält?» Der Fuss hielt. Der Sieg des Riesenslaloms in Beaver Creek war die Initialzündung für den 28-Jährigen. Fortan raste Hirscher von Sieg zu Sieg. Er konnte sich wieder Ziele setzen, die seinem Standard entsprachen. Mit zehn Weltcupsiegen, gesamthaft 55 ersten Plätzen im Weltcup, dem Aufstieg zum erfolgreichsten Alpinen Österreichs, den besten Aussichten auf den siebten Gewinn des Gesamtweltcups in Folge, die Führung in der Riesenslalom- und Slalomwertung und nun die zwei olympischen Goldmedaillen sind Zahlen und Fakten in einer phänomenalen Bilanz eines phänomenalen Skifahrers.

Der Winter, den er ohne grosse Erwartungen begonnen hatte, wurde für Hirscher zu einer einzigartigen Erfolgsgeschichte. Diese Geschichte ist noch längst nicht zu Ende geschrieben. Das nächste Kapitel könnte schon am Donnerstag dazukommen. Dann steht der Slalom im Olympiaprogramm. Das Ende der Karriere ist für Hirscher noch lange nicht in Sicht. «Ich fahre, so lange ich Freude habe. Ich muss nicht mehr, ich darf», sagt er.

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