SKI ALPIN: Gesundheitsbedingter Rücktritt

Michelle Basler aus Rickenbach musste ihren Rücktritt vom alpinen Skirennsport bekannt geben. Aufgrund zu vieler Verletzungen in der Vergangenheit machte der Körper nicht mehr mit.

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Michelle Basler wird weiterhin Ski fahren. Nur geht es künftig nicht mehr um Sekunden und Ränge. (Bild: PD)

Michelle Basler wird weiterhin Ski fahren. Nur geht es künftig nicht mehr um Sekunden und Ränge. (Bild: PD)

Sie hat gekämpft und alles dafür getan, dass sie gesund in die Saison 2016/17 starten kann. Top motiviert konnte Michelle Basler dies auch tun. Die Saison ist unterdessen vorüber. Die Resultate waren gut, und Basler hat Bilanz gezogen. Die Skirennfahrerin war mit ihrer Saison im Grossen und Ganzen sehr zufrieden. Sie konnte ihre Resultate vom Vorjahr nicht nur bestätigen, sondern auch verbessern. Sie hat jedoch Aufwand und Ertrag miteinander verglichen und hat wegen immer wieder aufkommender Schmerzen im Knie einen Gesundheitscheck über sich ergehen lassen. Der Befund nach dem MRI ist ernüchternd für sie ausgefallen.

Knorpel und Knochen wurden auf der Aussenseite des linken Knies stark überbelastet und entsprechend beschädigt. Die Ärzte rieten ihr vom Spitzensport ab. Sollte sie künftig mit Schmerzen leben und sich mit der ständigen Auseinandersetzung ihres verletzten Knies beschäftigen müssen? Wollte die Hinterthurgauerin volles Risiko eingehen und Stürze auf sich nehmen, welche ihre Situation weiter verschlechtern? Würde Basler bei einer allfälligen Fortsetzung ihrer Karriere frei im Kopf auf höchstem Niveau Ski fahren können? Basler musste all diese Fragen mit Nein beantworten. «Ich kann dies alles nicht ignorieren und will es auch nicht.» Sie ist nicht mehr bereit, alle bisherigen und möglichen weiteren Verletzungen auszublenden. Darum hat sie sich entschieden, einen Schlussstrich zu ziehen. Es tut ihr weh. Aber sie weiss, dass der Entscheid das Beste für sie ist und ehrlich.

Anfänglich passte noch alles

Der erste Richtpunkt beim Gletschertraining vor der vergangenen Saison mit dem Swiss-Ski-C-Kader war noch verheissungsvoll für Basler. Sie fuhr im Vergleich verschiedentlich Bestzeiten und startete entsprechend mit grossem Selbstvertrauen in die ersten Rennen. Zuerst gab es aber diverse Ausfälle. In zehn Rennen kam die Hinterthurgauerin nur zweimal ins Ziel. Es folgte ein Auf und Ab. Plötzlich folgten die erhofften Bestzeiten. Höhepunkt der Saison war für Basler nebst diversen Podestplätzen in der Lenzerheide und Österreich ein vierter Rang am FIS-Rennen in Malbun. Da gelang ihr das absolut beste Resultat ihrer Karriere mit 15,39 FIS-Punkten.

Die Saison endete für die Rickenbacherin mit einem zehnten Rang an der Schweizer Meisterschaft. Jetzt, nachdem sich Michelle Basler entschieden hat, die Karriere frühzeitig zu beenden, bleibt ihr eines: «Skifahren ist und bleibt etwas Tolles.»

Urs Nobel