SKI ALPIN: Feuz im Fahrplan

Beat Feuz mit optimaler Vorbereitung, Patrick Küng mit einem Schritt vorwärts und Mauro Caviezel mit Konstanz auf hohem Niveau: Drei Schweizer versprühen vor dem Weltcup in Lake Louise Zuversicht.

Drucken
Teilen

Weil Quervergleiche mit anderen Nationen in der Vorbereitung weitgehend fehlten, ist schwer abschätzbar, wo genau man steht. Dass Weltmeister Beat Feuz, der chronische Kniepatient, sein komplettes Trainingsprogramm uneingeschränkt durchziehen konnte und auf mehr Schneetage als in der Vergangenheit zurückblickt, klingt verheissungsvoll. Obwohl der eher wenig anspruchsvolle Kurs von Lake ­Louise nicht seinen Präferenzen entspricht, schaffte er es 2011 in den kanadischen Rocky Mountains als Zweiter in der Abfahrt schon einmal auf das Podest.

Mauro Caviezel ist derweil dabei, sein grosses Potenzial endlich auszuschöpfen. Der in den vergangenen Jahren durch Verletzungen ausgebremste Bündner verzeichnete einen ungewohnt reibungslosen Sommer. Prompt waren seine Trainingsleistungen viel versprechend. Mit der WM-Bronzemedaille in der Kombination und Platz drei im Super-G von Aspen, seinem ersten Weltcup-Podestplatz, hat Caviezel in der vergangenen Saison aufhorchen lassen. Im Olympiawinter daran anzuknüpfen, ist das Ziel.

Eine Steigerung ist Patrick Küng zuzutrauen. Nach überstandener Knieverletzung fand der Glarner in der Vorsaison mit nur einem Platz unter den ersten zehn nicht zu alter Stärke zurück. Das um zwei Hundertstel verpasste Abfahrtspodest an der WM in St. Moritz war ein Ausreisser nach oben. Nun attestieren die Trainer Thomas Stauffer und Andreas Evers Küng deutliche Fortschritte, was sich mit dem Gefühl des Abfahrtsweltmeisters von 2015 deckt.

Svindal meldet sich zurück

Messen müssen sich die Schweizer im Kampf um die Podestplätze mit den Favoriten der vergangenen Saison aus Norwegen, Österreich und Italien. Aksel Lund Svindal, der die vergangene Saison wegen Knieproblemen zum zweiten Mal in Folge im Januar abbrechen musste, meldet sich zudem zurück. In Lake Louise tritt der bald 35-jährige Norweger als fünffacher Sieger an. Kjetil Jansrud war mit seinem Doppelsieg 2014 dafür verantwortlich, dass sieben der vergangenen acht Siege an Norwegen gingen.

Insgesamt elf Schweizer stehen dieses Wochenende in Lake Louise am Start. Zu einem Spitzenplatz scheint an einem guten Tag neben dem Leadertrio auch Marc Gisin fähig. Der knapp zwei Meter grosse Athlet aus Engelberg, der die vergangene Saison wegen der Nachwirkungen eines Schädel-Hirn-Traumas im Dezember abbrechen musste, liess in den Trainings mit Bestzeiten aufhorchen. Jedoch fehlte es ihm noch an Konstanz. (sda)