SIRNACH: Der Aussenseiter siegt – der Favorit ist froh

Zum zweiten Mal binnen drei Wochen gastierte gestern ein Super-League-Club auf dem Sirnacher Sportplatz Kett. Vor über 1100 Zuschauern unterlag der FC Zürich dem Challenge-League-Verein Schaffhausen mit 1:2. Dies freute erstaunlicherweise einen Verlierer.

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Auch der Führungstreffer von Roberto Rodriguez (rechts) half nicht: Der FC Zürich unterlag Schaffhausen mit Noah Loosli. (Bild: Ennio Leanza/KEY)

Auch der Führungstreffer von Roberto Rodriguez (rechts) half nicht: Der FC Zürich unterlag Schaffhausen mit Noah Loosli. (Bild: Ennio Leanza/KEY)

Solche Sätze hört man vom Trainer einer unterlegenen Mannschaft nach dem Spiel selten: «Ich bin froh über diese Niederlage. Das zeigt, wie fragil die Situationen im Fussball manchmal sein können. Wir hatten alles im Griff und führten lange Zeit 1:0. Nur 1:0. Innerhalb weniger Minuten kehrte es», sagte FC-Zürich-Trainer Uli Forte gestern Abend kurz nach der 1:2-Testspiel-Niederlage gegen Schaffhausen.

Der ehemalige Übungsleiter des FC Wil ergänzte: «Wir hätten nicht verlieren dürfen. Das ist ein kleiner Schuss vor den Bug.» Deutlich wichtiger war ihm allerdings, dass die Verletztenliste nicht länger wurde. Im Verlauf der zu Ende gehenden Vorbereitungsphase hatten sich Marco Schönbächler und Michael Kempter binnen einer Woche je das Kreuzband gerissen. Als während des Testspiels auch noch Adrian Winter vom Feld humpelte, schien sich neues Ungemach zusammenzubrauen. Doch Forte beruhigte hinterher: «Adi Winter hat einen Schlag erhalten. Es sollte nichts Schlimmes sein.»

Obschon sich der unterklassige Verein durchsetzte, kam dies nicht allzu überraschend. Denn die Schaffhauser hatten im Verlaufe dieser Vorbereitung schon drei andere Super-League-Vertreter geärgert, gegen Thun und die Grasshoppers gewonnen und dem FC St. Gallen erst in der Schlussphase den Ausgleich zugestanden.

Dieses Mal hält sich der Regen zurück

Zufriedene Gesichter waren bei den Sirnacher Organisatoren auszumachen. Nachdem Petrus vor drei Wochen beim Auftritt des FC St. Gallen gegen Austria Lustenau (5:0) unmittelbar vor Spielbeginn die Schleusen weit geöffnet hatte und deshalb nur gerade 825 Zuschauer zugegen waren, ging die Veranstaltung dieses Mal trocken über die Bühne. Die ersten Regentropfen fielen erst mit dem Schlusspfiff vom gewittrigen Himmel. Immerhin 1135 Zuschauer wohnten dem windigen Testspiel bei.

Simon Dudle