Porträt

Simon Vitzthum – der Mann, der auf dem Velo alles kann

Eigentlich ist er Spezialist für Mountainbikerennen: Aber der 25-jährige Rheinecker fährt auch auf der Bahn Erfolge ein. Sogar eine EM-Medaille steht mittlerweile in seinem Palmarès.

Daniel Good
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Höhenflüge für Simon Vitzthum

Höhenflüge für Simon Vitzthum

Bild: Yves Solenthaler

Er ist das Multitalent im Schweizer Radsport: Als junger Rennfahrer verschrieb sich Simon Vitzthum dem Mountainbike und verbuchte ansehnliche Erfolge. 2017 war er WM-Teilnehmer in Australien. Mit dem Mountainbike hat er schon viele Einsätze im Weltcup hinter sich.

Aber der durchschlagende Erfolg war ihm in seiner Stammdisziplin bis jetzt noch nicht vergönnt. In den Mountainbike-Weltcuprennen 2019 in Lenzerheide und Val di Sole erreichte Vitzthum in der Elite die Plätze 36 und 39.

Das Abenteuer in Südafrika

Ein besonderes Abenteuer erlebte Vitzthum 2018, als er in Südafrika zum achttägigen Etappenrennen Cape Epic startete. Das bedeutete für den Rheintaler auch Übernachten im Zelt und Eigenverantwortung für das Material.

Vitzthum ist Halbprofi. Zu 50 Prozent arbeitet er in Rorschach für «Bischi Bikes», einen seiner Sponsoren. Er hat nun aber gekündigt und ist ab nächstem Jahr Vollprofi.

In dieser Saison gehört Vitzthum zum international aktiven Schweizer Mountainbikerennstall Felt, für den auch die Toggenburger Marathonweltmeisterin Ramona Forchini unterwegs ist.

Auf der Bahn rollt es ihm

In diesem Herbst kam der für den RV Altenrhein lizenzierte Vitzthum vor allem auf der Bahn auf Touren. Im Oktober wurde er in Genf Schweizer Elitemeister in der Disziplin Scratch und Zweiter im Punktefahren.

Der Bahnfahrer Simon Vitzthum (Bildmitte)

Der Bahnfahrer Simon Vitzthum (Bildmitte)

Bild: Yves Solenthaler

Vitzthum wurde für die EM in Bulgarien selektioniert und holte in der vergangenen Woche als Neuling mit dem Schweizer Bahnvierer die Bronzemedaille. Obschon die Mannschaft kaum zusammen trainieren konnte. Im Rennen um Edelmetall liessen die Schweizer mit dem Thurgauer Teamleader Claudio Imhof die Weissrussen auf der 4000 Meter langen Strecke um mehr als fünf Sekunden hinter sich.

Fährt er an die Olympischen Spiele?

Der Schweizer Bahnvierer ist für die Olympischen Spiele 2021 in Tokio qualifiziert. Als eine von bloss acht Mannschaften.

An der EM in Plovdiv kam Vitzthum auch noch im Punktefahren zum Einsatz und belegte den ansehnlichen neunten Rang.

Auf dem Rennvelo ist Vitzthum auch in den Steigungen ein Könner. Im vergangenen Jahr wurde er Schweizer Bergmeister. 2018 gewann er das Bergrennen Chur-Arosa.

Wie vielseitig Vitzthum ist, bewies er nur einen Tag nach den Medaillengewinnen im Oktober an den Schweizer Bahnmeisterschaften. In Hochdorf entschied er 24 Stunden später ein gut besetztes Mountainbikerennen für sich.

Im Handball war der Vater an WM und EM

Simon Vitzthum stammt aus einer sportlichen Familie. Sein Vater Stephan war während zwölf Jahren internationaler Spitzenschiedsrichter im Handball mit WM- und EM-Teilnahmen.

Stephan Vitzthum als Handballschiedsrichter

Stephan Vitzthum als Handballschiedsrichter

Bild: Alexander Wagner

Seit 2010 ist Stephan Vitzthum als Delegierter für den Europäischen Handballverband unterwegs und inspiziert internationale Partien.