Sieg mit grossem Abstand

Der Pfyner Behindertensportler Marcel Hug lässt am Boston-Marathon alle Konkurrenten deutlich hinter sich. Am Sonntag folgt der WM-Marathon in London. Auch dort will er gewinnen.

Ralf Rüthemann
Drucken
Teilen
Marcel Hug freut sich nach dem Boston-Marathon über die Siegertrophäe. (Bild: epa/CJ Gunther)

Marcel Hug freut sich nach dem Boston-Marathon über die Siegertrophäe. (Bild: epa/CJ Gunther)

Herr Hug, Sie haben den Boston-Marathon in einer Zeit von 1:29:53 gemeistert. Was ist Ihre persönliche Bestzeit auf dieser Distanz?

Marcel Hug: Meine Bestzeit liegt irgendwo bei 1:20:50 oder so. Ich war in Boston also weit weg von meiner persönlichen Bestzeit. Das hatte allerdings hauptsächlich mit den Wetterbedingungen in Boston zu tun. Es ist eine Strecke, die fast nur in eine Richtung geht. Praktisch während des ganzen Marathons hatten wir Gegenwind.

Der Südafrikaner Ernst Van Dyk wurde Zweiter und kam erst sechs Minuten nach Ihnen ins Ziel. Ihnen muss also trotz Gegenwind der perfekte Marathon gelungen sein.

Hug: Ja, mit meiner Leistung bin ich sehr zufrieden. Es konnte fast nicht besser sein.

Vor zwei Jahren wurde der Boston-Marathon von Bombenanschlägen überschattet. Hat Sie das in irgendeiner Form beschäftigt?

Hug: Unmittelbar vor dem Rennen habe ich nicht daran gedacht, ich war sehr fokussiert. Im Vorfeld wurde ich aber auch schon darauf angesprochen. Ansonsten habe ich einfach festgestellt, dass sehr viele Sicherheitskräfte vor Ort waren.

Sind Sie bereit für den WM-Marathon in London? Was ist Ihr Ziel?

Hug: Ja, ich denke, ich bin sehr gut vorbereitet. In London möchte ich auf jeden Fall wieder um den Sieg mitfahren. Ich bin diesbezüglich sehr zuversichtlich.

Wie sieht Ihr Trainingsprogramm für die kurze Zeit hier in der Schweiz aus?

Hug: Viel Zeit bleibt mir hier nicht. Ich bin erst gerade nach Hause gekommen. Zuerst muss ich mich mal etwas erholen, ich merke momentan immer noch den Marathon. Am Mittwoch ist immer noch Regeneration und ein lockeres Training angesagt. Und am Donnerstag folgt ein normales Training, bevor ich am Donnerstagabend nach London verreise.