Sie tanzen zu Sklavenklängen

Die Eistänzer Ramona Elsener und Florian Roost sind gut in die Saison gestartet. Morgen Freitag tanzen sie an der Schweizer Meisterschaft in Genf – und dies zu Sklavenklängen.

Jarima Haas
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Elsener/Roost möchten in Genf ihr Bestes geben. (Bild: EQ Images/Marcel Pail)

Elsener/Roost möchten in Genf ihr Bestes geben. (Bild: EQ Images/Marcel Pail)

EISTANZ. Musik erklingt und ein Paar tanzt über das Eis. Mal heftig und schnell wie ein aufbrausender Sturm, mal leise und sanft wie eine Schneeflocke. Seit Ramona Elsener und Florian Roost vier Jahre alt sind, gleiten sie über das Eis. Einst alleine, heute zu zweit – die Leidenschaft für den Sport ist geblieben. «Dem Publikum mit Hilfe der Musik Gefühle zeigen und eine Geschichte erzählen gefällt mir», sagt Ramona Elsener auf die Frage, was sie am Eistanzen fasziniere.

Ein Geschichte möchten die beiden auch an der Schweizer Meisterschaft in Genf erzählen. Die erste zeigen sie im Shortdance zu einer Lied-Kombination aus Polka und Walzer. Am Samstag folgt die Kür. In dieser tanzen die beiden zu Sklavenklängen. «Wir haben da ein Lied von einem französischen Musical gewählt. Das schöne Stück heisst <les esclaves> und handelt wie der Name sagt von Sklaven», erklärt der Frauenfelder Florian Roost. Welches Ziel streben die beiden an? «Wir möchten die Elemente, die wir zeigen müssen, festigen und unser Bestes geben. Zudem möchten wir uns dem Verband empfehlen, damit wir definitiv an die Europameisterschaften fahren dürfen», sagt Roost.

Kniestützen sollen helfen

Bis Anfang dieser Woche war unklar, ob die Eistänzer an den Schweizer Meisterschaften starten. Die Hochfeldenerin Ramona Elsener ist im Training gestürzt und hat sich am Knie verletzt. Doch die Blessur war nicht so gravierend und sie stand schnell wieder auf dem Eis. «In der Folge habe ich vermehrt auf Krafttraining gesetzt und war in der Physiotherapie. Im Abschlusstraining von letzter Woche ging es schon besser», erzählt sie. Und Florian Roost fügt hinzu: «Wir waren überrascht, aber auch froh, dass es so rasch wieder aufwärts ging.» Die Trainings am Montag und Dienstag sind gut verlaufen, weshalb sich Elsener für einen Start in Genf entschieden hat. Zur Unterstützung fährt sie mit Kniestützen.

Ein Höhepunkt in der noch jungen Saison war der dritte Platz an der Ice Challenge in Graz (Ö). Zum ersten Mal erreichten sie ein internationales Podium bei den Senioren. Die beiden wurden Dritte. «Ein solches Resultat verleiht Auftrieb. Es war schön zu sehen, dass wir bei einem relativ starken Teilnehmerfeld mithalten können», sagt Florian Roost.

EM und WM als Ziel

Auch ansonsten sei die Saison bis jetzt relativ gut verlaufen. Die Eistänzer haben bis jetzt vier Wettkämpfe bestritten. Sie seien in Obersdorf und im finnischen Espoo gut gestartet, wie der Frauenfelder Florian Roost erzählt. «Wir haben uns bei einer sehr starken Konkurrenz realistisch gut plaziert», so der 23-Jährige, der die Finnlandia Trophy in Espoo als besonderes Highlight empfunden hat. Weshalb? «Weil wir seit der EM in Bern nicht mehr vor solch grossem Publikum gefahren sind. Und die Stimmung in der Halle einfach grossartig war.»

Ramona Elsener und Florian Roost möchten auch diese Saison an den EM in Zagreb (Kro) und an den Weltmeisterschaften im kanadischen London mit von der Partie sein. «Wir gehen davon aus, dass es mit der EM klappen wird, doch für die WM benötigen wir noch Punkte im Shortdance», erklärt Roost. Haben die zwei denn einen Glücksbringer? Die beiden verneinen. «Auf jeden Fall nicht einen, den ich immer dabei habe. Höchstens vielleicht meine Trainerin Cornelia Diener», fügt Ramona Elsener lachend hinzu.