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Top in der Fussball-Bundesliga: Géraldine Reuteler ist eine feste Grösse in Frankfurt

Géraldine Reuteler (20) tritt seit dieser Saison für Frankfurt in der Bundesliga an. Die Nidwaldnerin spielt zwar noch nicht um den Titel, hat sich aber bereits zur teaminternen Topskorerin gemausert.
Stephan Santschi
Frankfurt-Stürmerin Géraldine Reuteler (am Ball) im Spiel gegen Bayern München. (Bild: Peter Hartenfelser/Imago Images, Frankfurt am Main, 3. Mai)

Frankfurt-Stürmerin Géraldine Reuteler (am Ball) im Spiel gegen Bayern München. (Bild: Peter Hartenfelser/Imago Images, Frankfurt am Main, 3. Mai)

Der VfL Wolfsburg ist das Mass der Dinge im deutschen Frauenfussball. Am Mittwoch gewann er den DFB-Pokal, am Sonntag kann er am zweitletzten Bundesliga-Spieltag sogar das dritte Double in Serie realisieren. Lara Dickenmann aus Kriens ist Teil des Kaders, steht derzeit aber nicht im Einsatz. Seit dem letzten Oktober erholt sie sich von einem Kreuzbandriss im linken Knie.

Im Schatten des 33-jährigen Routiniers avancierte in dieser Saison eine andere Zentralschweizerin zur Stammkraft in Deutschland – Géraldine Reuteler, 20-jährig, aus Stans. Im letzten Sommer unterschrieb sie beim 1. FFC Frankfurt einen Zweijahresvertrag und wechselte vom FC Luzern erstmals ins Ausland. Ihr neuer Klub gilt mit sieben Meistertiteln und vier Erfolgen in der Champions League als erfolgreichster im deutschen Frauen-Fussball.

Aktuell befindet sich Frankfurt aber in einem Neuaufbau, zwei Runden vor Schluss belegt es den sechsten Platz. «Bisher bin ich mit dem Verlauf sehr zufrieden, schliesslich hatten wir einen grossen Umbruch zu bewältigen», erklärt Trainer Niko Arnautis. Die Frankfurterinnen stellen gegenwärtig sogar das jüngste Team der Bundesliga. Als Lehrer und Trainer der Eliteschule formt Arnautis die Talente bereits an der Basis, um sie später in seiner zweiten Funktion als Cheftrainer im Spitzenfussball zu etablieren. Das Potenzial ist dabei gewaltig: Vor kurzem gewann die Frankfurter Talentschmiede für Deutschland die Schulweltmeisterschaft der Mädchen.

Reuteler findet den Tritt nicht sofort, aber schnell

Und damit zu Géraldine Reuteler. Die Nidwaldnerin hat sich ausgezeichnet ins Teamgefüge integriert. «Zunächst fiel es mir zwar schwer wegzugehen, ich hatte Heimweh», erzählt sie. Mit dem Trainer und ihren Teamkolleginnen habe sie sich aber schnell verstanden, «ich bin sehr gut aufgenommen worden und fühle mich immer noch wohl hier». Sportlich hatte sie wie die ganze Mannschaft zu Beginn etwas Mühe. «Das Tempo ist schneller als in der Schweiz, ich kann mir am Ball nicht so viel Zeit lassen, sonst werde ich umgehauen.» Sie habe deshalb etwas Zeit benötigt, sie sei nicht sofort von null auf hundert durchgestartet.

Mittlerweile ist Reuteler aber in der Bundesliga angekommen. Das zeigt auch die Statistik: Mit 16 Skorerpunkten, davon sieben Treffer und neun Assists, ist die Stürmerin bei den Frankfurterinnen sogar die torgefährlichste Spielerin. Am vergangenen ­Wochenende, beim 9:0-Erfolg gegen den designierten Absteiger Borussia Mönchengladbach, traf sie doppelt. Im 4:2:3:1-System spielt sie meistens ganz vorne in der Spitze, doch Trainer Arnautis betont, dass sie vielseitig einsetzbar sei: «Ich kann sie auch als Aussenspielerin bringen. Untypisch für eine Stürmerin, geht sie auch mal mit einer Grätsche zu Boden.»

Trainer Arnautis: «Das ist kein Mädchenfussball»

Generell ist der 39-jährige Deutsch-Grieche, der seinen Vertrag kürzlich bis 2021 verlängert hat, sehr zufrieden mit Reuteler. «Sie passt mit ihrer Art zum frischen Offensivfussball, den wir spielen wollen. Géraldine ist kreativ, technisch stark, torgefährlich, bewegt sich gut und hat das Auge für den Raum. Sie ist ein Schlitzohr», erzählt Niko Arnautis. Zusammengefasst: «Sie macht eine supertolle Entwicklung durch, hat aber auch noch Verbesserungspotenzial.» Mit Letzterem meint er vor allem ihre Zweikampfhärte und die physische Robustheit. «Wenn sie gegen eine Verteidigerin wie Nilla Fischer vom VfL Wolfsburg bestehen will, muss sie körperlich zulegen. Sie spielt nun bei den Frauen, das hier ist kein Mädchenfussball mehr.»

Und sonst? Wie lässt es sich leben in der deutschen Finanzmetropole? «Ganz gut», antwortet die 26-fache Nationalspielerin, die aktuell im Profistatus voll auf Fussball setzt. «Grosse Sprünge mache ich mit dem Lohn aber nicht.» In Frankfurt gefallen ihr «die Skyline, der Main und einige Restaurants». An einem Heimspiel der Männer von Eintracht Frankfurt war sie noch nicht, «doch das will ich unbedingt noch nachholen». Die Spiele trägt ihr Team nicht wie die Eintracht vor 48000 Zuschauern aus, mit einem Schnitt von rund 1200 im Stadion am Brentanobad steht der 1. FFC bei den Frauen aber immerhin auf Platz drei.

Bald zieht Freundin Laila zu ihr nach Frankfurt

Untergebracht ist Reuteler etwas ausserhalb des Zentrums, mit ihrer Schweizer Teamkollegin Marilena Widmer hat sie im nördlichen Stadtteil Eschersheim eine Wohnung bezogen. «Da Marilena in die Schweiz zurückkehren wird, ziehe ich nächste Saison mit meiner Freundin Laila zusammen», erzählt Reuteler.

Sie selber will ihre Zelte in Frankfurt nämlich noch nicht abbrechen, ihr Vertrag dauert noch bis 2020, und es sei gut möglich, dass sie ihn um ein weiteres Jahr verlängern werde. Géraldine Reuteler sagt allerdings auch: «Irgendwann möchte ich Titel gewinnen.» So, wie es Lara Dickenmann mit bisher 14 Trophäen im Ausland eindrücklich vormacht.

21. Spieltag. Sonntag, 14.00: 1. FFC Frankfurt – Bayer Leverkusen. – Ranglistenspitze: 1. VfL Wolfsburg (mit Lara Dickenmann) 20/53. 2. Bayern München 19/46. 3. Turbine Potsdam 20/39. 4. SGS Essen 20/38. 5. TSG Hoffenheim 20/32. 6. 1. FFC Frankfurt (mit Géraldine Reuteler) 20/28.

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