Servette Chênois ist eine Nummer zu gross für die Frauen des FC St.Gallen-Staad

Beim Tabellenersten der Women's Super League verlieren die St.Gallerinnen deutlich mit 0:4. Die mit Nationalspielerinnen gespickte Genfer Equipe dominiert das Spielgeschehen von A bis Z.

Ives Bruggmann
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Géraldine Ess (rechts) – hier im Spiel gegen YB – und der FC St.Gallen-Staad hatten den Genferinnen wenig entgegenzusetzen.

Géraldine Ess (rechts) – hier im Spiel gegen YB – und der FC St.Gallen-Staad hatten den Genferinnen wenig entgegenzusetzen.

Urs Lindt / freshfocus

Die Aufgabe, die der FC St.Gallen-Staad am Samstag gestellt bekam, hätte grösser nicht sein können. Servette Chênois, das beste Team der Women's Super League, empfing die Ostschweizerinnen im heimischen Stade de Marignac in Grand-Lancy. Die Genferinnen stellten vor der Partie der elften Runde die mit Abstand beste Defensive der Liga mit bisher nur vier Gegentreffern. Aber auch die Offensive erzielte im Durchschnitt 3,4 Tore pro Spiel.

Die Equipe Genfs ist gespickt mit grossen Namen des Schweizer Fussballs: Im Tor steht Nationalgoalie Gaëlle Thalmann, vor ihr organisiert die 127-fache ehemalige Nationalspielerin Caroline Abbé die Defensive. Im Mittelfeld gestaltet Sandy Maendly (74 Einsätze für die Schweiz) das Servette-Spiel und im Sturm treffen Léonie Fleury, Maeva Sarrasin und Alyssa Lagonia regelmässig.

Amira Arfaoui überfordert die St.Gallerinnen

Doch an diesem Abend stahl die junge Bernerin Amira Arfaoui allen die Schau. Die St.Gallerinnen konnten die Mittelfeldspielerin kaum stoppen, sie war beinahe an jeder gefährlichen Aktion beteiligt und erzielte darüber hinaus zwei Tore. Der Treffer zum 3:0 in der 71. Minute war typisch für das Spielgeschehen: Genfs Goalie Gaëlle Thalmann faustete den Ball nach einem Corner zu Amira Arfaoui, die mit einem weiten Ball Marta Peiro Gimenez lancierte. Die Hereingabe von Gimenez leitete wiederum Arfaoui auf die rechte Seite zu Léonie Fleury, die mit einem satten Schuss nur die Latte traf. Doch zum dritten Mal in diesem Konter kam Arfaoui an den Ball: Die 21-Jährige reagierte am schnellsten und verwertete den Latten-Abpraller volley per Kopf ins leere Tor. Sehenswert.

Amira Arfaoui (rechts) – hier im Spiel gegen Luzern – war die Frau des Spiels auf Seiten von Servette Chênois.

Amira Arfaoui (rechts) – hier im Spiel gegen Luzern – war die Frau des Spiels auf Seiten von Servette Chênois.

Boris Bürgisser/LZ

Von Beginn an dominierte das Heimteam die Partie. Bereits in der dritten Minute hätte Fleury das 1:0 erzielen müssen. Der FC St.Gallen-Staad stand tief, versuchte über Konter zum Erfolg zu kommen. Doch nach Balleroberungen verloren die Ostschweizerinnen den Ball zu schnell wieder. Es unterliefen deutlich zu viele Fehler im Spielaufbau, um Servette gefährlich zu werden.

Ein Eigentor am Ursprung der Niederlage

Der Druck auf die St.Galler Defensive wurde in der 35. Minute zu gross. Die vierte hochkarätige Genfer Chance führte zum ersten Gegentor. Eine scharfe Hereingabe Maendlys lenkte St.Gallen-Staads Captain Valeria Iseli unglücklich ins eigene Tor. In der Folge wehrten sich die Ostschweizerinnen nach Kräften und mussten bis zur Pause keinen weiteren Gegentreffer mehr hinnehmen. Offensiv trat die Equipe von Trainer Marco Zwyssig hingegen kaum in Erscheinung.

In der 54. Minute fiel die Vorentscheidung. Nach einem erneuten Fehler im St.Galler Spielaufbau war es nach einem Pass von Maendly Arfaoui, die souverän zum 2:0 für Servette einschob. Die weiteren zwei Tore zum 4:0-Endstand widerspiegelten die Kräfteverhältnisse an diesem Abend, auch wenn der letzte Gegentreffer aus Sicht St.Gallen-Staads vermeidbar gewesen wäre. Die Genferin Marta Peiro Gimenez setzte sich gegen drei Gegenspielerinnen durch und konnte am Ende dennoch ungestört in die nahe Ecke abschliessen.

St.Gallen-Staad weiterhin im gesicherten Tabellenmittelfeld

Während Servette Chênois seinen Vorsprung an der Tabellenspitze auf fünf Punkte ausbaut, bleibt St.Gallen-Staad mit elf Punkten aus ebensovielen Spielen auf Rang sechs mit sicherem Vorsprung vor dem Letzten Lugano. Im Heimspiel gegen Luzern am kommenden Samstag dürften die Chancen auf den ersten Sieg nach drei Niederlagen für die St.Gallerinnen wieder grösser sein. Servette war schlicht eine Nummer zu gross.

Telegramm

Servette Chênois – St.Gallen-Staad 4:0 (1:0)
Tore: 35. Eigentor Iseli 1:0. 54. Arfaoui 2:0. 71. Arfaoui 3:0. 81. Peiro Gimenez 4:0.
Servette Chênois: Thalmann; Soulard (82. Laaroussi), Abbé, Hurni, Spälti (46. Gillioz); Fleury (75. Sarrasin), Serrano (75. Felber), Maendly, Arfaoui (82. Tufo); Lagonia, Peiro Gimenez.
St.Gallen-Staad: Böhi; Bernet, Iseli, Christen, Hefti (70. Colombo); Li Puma, Wyss (63. Sutter), Ess, Inauen (63. De Freitas); Bischof, Brecht (70. Ravaioli).
Bemerkungen: St.Gallen-Staad ohne Iseni, Risch, Caputo, Böni, Baumann (alle verletzt), Bradke (Ausbildung) und Oertle (nicht im Aufgebot).