Sepp Blatter in diplomatischer Mission in Afrika

FUSSBALL. In Sepp Blatters Biographie «Mission und Passion Fussball» findet sich ein überraschendes und bisher unbekanntes Kapitel in seinem Leben. In einem Interview mit Journalist Peter Rothenbühler am Ende des Buches spricht er über eine diplomatische Mission in Afrika.

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Ein Titelfoto wie ein Heiligenbild? «Das ist nicht bewusst so gewählt», sagt Sepp Blatter. (Bild: ky/Walter Bieri)

Ein Titelfoto wie ein Heiligenbild? «Das ist nicht bewusst so gewählt», sagt Sepp Blatter. (Bild: ky/Walter Bieri)

FUSSBALL. In Sepp Blatters Biographie «Mission und Passion Fussball» findet sich ein überraschendes und bisher unbekanntes Kapitel in seinem Leben. In einem Interview mit Journalist Peter Rothenbühler am Ende des Buches spricht er über eine diplomatische Mission in Afrika. Vor rund einem Jahr war der damalige Fifa-Präsident von Staatssekretär Yves Rossier vom Schweizer Aussenministerium (EDA) dazu aufgefordert worden, bei einem Besuch in Burundi mit Präsident Pierre Nkurunziza den Kontakt zu suchen. Die USA war mit dieser Bitte an das EDA gelangt. Nkurunziza ist seit 2005 Präsident Burundis und wurde 2010 in umstrittenen Wahlen bestätigt. Als er 2015 für eine dritte Amtsperiode antrat, gab es Unruhen, bei denen gegen 100 Menschen ums Leben kamen und Zehntausende das Land verliessen. Blatter: «Ich habe dem Staatspräsidenten, der ein grosser Fussballfan ist, vor Zeugen vorgeschlagen, falls es für das Land und für ihn von Vorteil sei, könnte die Fifa ihn in Afrika oder auf der ganzen Welt als Botschafter für den Fussball einspannen. Leider ist das nicht zustande gekommen.»

Politischer Türöffner Fussball

Ohnehin betont Blatter im Interview immer wieder die «geopolitische» Wichtigkeit des Fussballs. Blatter: «Mit der Macht ist es so, dass ich überall, wo ich herumgereist bin, von den Premierministern oder vom Staatschef oder vom König empfangen wurde. Fussball hat eine derart wichtige Stellung.» Er spricht von Besuchen beim iranischen Präsidenten Hassan Rohani in Teheran, wo er sich dafür eingesetzt habe, dass Frauen ins Stadion gehen dürfen. Oder von seiner von der Uno kritisch beäugten Reise nach Myanmar. Auf die Frage, ob Blatter bei Begegnungen mit Staatsoberhäuptern nie plötzlich das Gefühl bekommen habe, die Ehre gelte der eigenen Person und nicht seinem Amt, meint Blatter in seiner Manier: «Dieses Gefühl hatte ich nie. Ich habe nur meinen Job mit Herz gemacht. Dass mir mein Beruf Spass machte, wird man mir wohl kaum vorwerfen.» (rst)

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