Sensation ausser Reichweite

Erstligist HC Romanshorn scheitert im Cup-Sechzehntelfinal wie erwartet am Spitzenclub St. Otmar St. Gallen. Der Europacup-Achtelfinalist setzt sich vor 450 Zuschauern mühelos mit 47:23 (23:13) durch.

Markus Rutishauser
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Romanshorns Halim Kaddour (20) gelangen innerhalb von 90 Sekunden drei Treffer. Hier setzt er sich am Kreis durch. (Bild: Mario Gaccioli)

Romanshorns Halim Kaddour (20) gelangen innerhalb von 90 Sekunden drei Treffer. Hier setzt er sich am Kreis durch. (Bild: Mario Gaccioli)

handball. Es war ein richtiges Handballfest, das gestern abend in der beschaulichen Romanshorner Kantihalle zelebriert wurde. Die Spieler wurden einzeln vorgestellt und liefen jeweils mit Nachwuchstalenten in die Halle ein. Clubpräsident Philipp Düring war die Vorfreude auf diesen Grossanlass kurz vor dem Anpfiff vom Gesicht abzulesen: «Das ist heute ein ganz grosser Moment für den HC Romanshorn, seine Mitglieder und die Fans!» Da im Gegensatz zum Fussball im Handball Cup-Sensationen nahezu ausgeschlossen sind, hoffte Düring «einfach auf ein gutes Handballspiel, das allen Freude und Spass bereitet». Und fügt hinzu: «Es wäre super, wenn wir gegen diesen übermächtigen Gegner 20 Plustore erzielen und nicht mehr als 40 Gegentreffer bekommen.»

Augenscheinlich

Welches die höherklassige Mannschaft ist, war auch rein optisch auszumachen. Eine junge HCR-Anhängerin meinte vor dem Anpfiff: «Uuuuih, lueg emol, wie gross d'Otmärler sind und wie chli üseri Spieler…» Immerhin durften sich die kleinen Fans während 41 Sekunden über die Führung ihrer Mannschaft freuen. Spielmacher Sandro Schneider erzielte nach 33 Sekunden den ersten Treffer. In der Folge ging es allerdings ganz schnell: St. Otmar-Trainer Markus Burger begann mit seiner stärksten Formation – also auch mit dem Weissrussen Aliaksei Usik, dem Esten Marius Lepp und dem Schweizer A-Nationalspieler Martin Engeler. Einzig im Tor zog er Thomas Isenrich dem Olympia-Teilnehmer Kyung-Tai Han (SKor) vor. Nach neun Spielminuten waren die Weichen denn auch bereits gestellt: Mit acht Toren in Folge zogen die St. Galler vom 2:3 auf 2:11 davon. Erstaunlicherweise brachen die Gastgeber aber nicht ganz ein, sondern reagierten postwendend: Auch weil sich Torhüter Hubmann zu steigern wusste, pendelte sich ihr Rückstand zwischen 6 und 9 Treffern ein. Dem ehemaligen St. Otmar-Junior Halim Kaddour (21) gelangen zur Freude der HCR-Anhänger innerhalb von knapp 90 Sekunden drei Treffer in Folge vom 9:19 zum 12:19. Bei Halbzeit lag der «Goliath» nur mit 23:13 vorne.

Zweite Garnitur

In der zweiten Halbzeit setzte der St. Galler Trainer Markus Burger vermehrt auch seine zweite Garde ein. So erhielt ab der 40. Minute auch der 20jährige Arboner Björn Fröhlich im linken Rückraum viel Einsatzzeit. Die Partie war zu diesem Zeitpunkt beim Stand von 17:32 entschieden. Der letztjährige HCA-Topskorer überwand Keeper Fuss, welcher in der 2. Halbzeit für Hubmann zwischen den Pfosten stand, insgesamt dreimal.

Nach 48 Minuten betrug Romanshorns Rückstand erstmals 20 Tore (18:38) und in der 51. Minute war auch der Wunsch des HCR-Präsidenten Schall und Rauch: Raphael Liniger erzielte nach einem der häufigeren Gegenstösse den 41. St. Galler Treffer. Philipp Düring durfte sich nach Spielschluss aber immerhin über eine ausgeglichene persönliche Bilanz freuen: Zwar musste sein HCR am Ende gar 47 Gegentore hinnehmen, übertraf dafür mit 23 Plustreffern die präsidiale Zielsetzung deutlich. Nicht ganz so zufrieden mit dem Abschneiden zeigte sich nach Spielschluss HCR-Trainer Slavoljub Vulovic: «30 Plustore wären möglich gewesen, aber Goalie Isenrich hat stark gehalten.»

Nette Geste

Nach Spielschluss erfüllten die St. Otmar-Akteure geduldig die vielen Autogrammwünsche der jungen Fans und rundeten damit ein gelungenes Handball-Fest in Romanshorn ab.

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