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Selbstkritik nach dem Aus

Mit der Niederlage gegen Schweden ist der Olympiatraum für das Frauen-Nationalteam geplatzt. Die Schweizerinnen geben sich selbstkritisch – auch die Wilerin Cinzia Zehnder.
Seraina Degen
Trotz viel Einsatz verpassten Cinzia Zehnder und die anderen Schweizerinnen die Olympiaqualifikation. (Bild: ky/Salvatore Di Nolfi)

Trotz viel Einsatz verpassten Cinzia Zehnder und die anderen Schweizerinnen die Olympiaqualifikation. (Bild: ky/Salvatore Di Nolfi)

FUSSBALL. Am Tag nach der 0:1-Niederlage gegen Schweden ist die Stimmung im Frauen-Nationalteam gedrückt. Beim Mittagessen wird zwar miteinander gesprochen, doch es geht ruhiger zu und her als sonst. Thema Nummer 1 ist das Spiel vom Vorabend, als die Schweiz im zweiten Spiel zur Olympia-Qualifikation zum zweitenmal als Verliererin vom Platz ging. «Die Spielerinnen sind selbstkritisch und können ihre Fehler gut analysieren», sagt Trainerin Martina Voss-Tecklenburg. Auch wenn der Olympiatraum geplatzt sei, liege darin eine Chance für die weitere Entwicklung.

Wenig Erfahrung

Auffällig ist, dass die Schweiz die Partien gegen stärkere Gegner wie Japan oder Kanada an der WM 2015 oder nun gegen Holland und Schweden immer knapp mit nur einem Tor Unterschied verloren hat. Das zeigt, dass die Schweiz sich in den vergangenen Jahren zwar positiv entwickelt hat, viele Dinge richtig macht, aber noch nicht alle. Die Trainerin hat bemerkt, dass es ihrem Team noch schwerfällt, gegen stärkere Gegnerinnen konstant zu spielen und Tore zu erzielen. Zudem betreibe die Schweiz auf diesem Niveau noch einen zu grossen Aufwand. «Gegen Schweden sind wir insgesamt drei Kilometer mehr gelaufen als gegen Holland. Was aber fehlt, ist der Ertrag», sagt Voss-Tecklenburg. Das hängt auch mit der fehlenden Erfahrung im Team zusammen.

Training statt Erholung

Eine der jungen Spielerinnen, die international noch nicht so erfahren sind, ist Cinzia Zehnder. Die 18-Jährige aus Wil kam gegen Schweden in der ersten Halbzeit im Mittelfeld zum Einsatz und sagt über ihre Leistung: «Ich habe schlecht gespielt und das Vertrauen nicht gerechtfertigt. Es waren zu viele Fehler und Unsicherheiten.» Diese 45 Minuten – es war Zehnders zwölftes Länderspiel – beschäftigen sie sehr. Auf der Suche nach Erklärungen haben ihr auch Gespräche mit älteren Teamkolleginnen geholfen. Sie unterhielt sich am Tag danach lange mit Lara Dickenmann. Die 30-Jährige ist der Meinung, dass die Jungen von diesen Erfahrungen nur profitieren können. «Einer Spielerin wie Cinzia gehört im Schweizer Frauenfussball die Zukunft. Sie brauchen solche Erfahrungen, um sich weiterzuentwickeln.»

Für Zehnder ist klar, dass dieses Spiel für sie trotz Niederlage und Auswechslung «einen grossen Lerneffekt» haben wird. Sie liess am Sonntagnachmittag den Worten Taten folgen und ging trainieren, obwohl sie als eine jener Spielerinnen mit mindestens 45 Minuten Einsatzzeit zur Erholung auch hätte im Hotel bleiben können.

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