Seit Jahren feine Häppchen

ROMANSHORN. Das Bistro-Komitee Romanshorn wird 15 Jahre alt. Sechs Freiwillige beweisen, dass engagierte Privatinitiative in der Kultur Früchte trägt. Die Kleinkunstabende erfreuen sich stabil hoher Publikumszahlen. Morgen startet die neue Saison.

Martin Preisser
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Frölein da Capo eröffnet morgen als Einfrauorchester die neue Saison der Romanshorner Bistro-Komitee-Abende. (Bild: pd/Elisa Brügger)

Frölein da Capo eröffnet morgen als Einfrauorchester die neue Saison der Romanshorner Bistro-Komitee-Abende. (Bild: pd/Elisa Brügger)

Vielleicht entgegen dem Image, das der Ort hat, findet Ruedi Meier das kulturelle Angebot in der Stadt am See gut und ausreichend. Er, von 2003 bis 2011 als SP-Gemeinderat verantwortlich für das Ressort Kultur und Freizeit, trägt selbst zum kulturellen Angebot bei. Zusammen mit Ehefrau Eveline Meier, mit Claudia Ruckstuhl, Martina Perler, Gabi Senn und Anita Zech organisiert er seit Jahren die kleinen, aber feinen Bistro-Abende. Das Romanshorner Bistro-Komitee ist kein Verein und hat keine Statuten. Das jetzige Sextett arbeitet seit zehn Jahren in gleicher Besetzung. «Unser Geheimrezept: Wir sind Idealisten», sagt Gabi Senn.

Markenzeichen der Kleinkunstreihe, die jährlich vier Anlässe organisiert, ist der Bistro-Charakter. Das Motto: musikalische und kulinarische Leckerbissen in gepflegter, lockerer Bistro-Atmosphäre. Vor und nach dem Anlass und in der Pause können es sich die Zuschauer an den Bistrotischchen bequem machen.

Eine Erfolgsgeschichte

«Seit Jahren sind wir kein Flop», sagt Ruedi Meier. Das ist fast ein wenig tiefgestapelt: Das Bistro-Komitee ist eine echte Erfolgsgeschichte, eine Kulturinitiative, die auf festes Stammpublikum zählen und sich über stets ausverkaufte Abende mit bis zu hundert Zuschauern freuen darf.

Feine Häppchen aus Musik, Kabarett und Theater gibt es seit 1999. Angefangen hat das Bistro-Komitee in den Räumen der damaligen Rockmusikschule im alten Schiesser-Haus an der Bahnhofstrasse. Lange gingen die Kleinkunstabende dann in der Kanti-Aula über die Bühne. Jetzt wird mit der Aula der Primarschule ein Ort bespielt, an dem sich Publikum und Künstler gleichermassen wohl fühlen.

In Romanshorn treten bekannte Künstlerinnen und Künstler auf, aber auch neue, unbekanntere Kleinkunstperlen sind zu entdecken. Namen wie Dodo Hug waren schon zu Gast beim Bistro-Komitee, und Bliss, die heute grosse Säle füllen, hatten ihren ersten Auftritt hier.

Gut vernetzt

Manche Künstler kommen gerne auch öfter, gehören schon fast zu den Stammkünstlern, etwa das Pfannestiel Chammer Sexdeet oder Les Trois Suisses. «Wir pflegen unsere Künstler und bemühen uns, dass sie sich wohl fühlen», sagt Anita Zech. Das Bistro-Komitee ist im Ort gut vernetzt. Geworben wird mit der GLM, der Reihe Klangreich oder der IG feines Kino auf einem gemeinsamen Flyer.

Die Bistro-Organisatoren freuen sich auch, dass die Rechnung finanziell aufgeht. Der Selbstfinanzierungsgrad liegt bei erstaunlichen 82 Prozent, die Gemeinde übernimmt eine begrenzte Defizitgarantie. Damit das Budget stimmt, muss das Komitee neben den Eintritten durch die Konsumation Geld einspielen. Und nicht nur beim Kleinkunstprogramm heisst es «klein, aber fein», sondern auch bei den kulinarischen Häppchen. «Bei uns an den Bistrotischen gibt es richtige Teller und den Wein aus Gläsern», sagt das Bistro-Sextett schmunzelnd.

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