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Aufsteiger Rapperswil-Jona steht vor einer grossen Herausforderung

Mit dem Start der Saisonvorbereitungen läuft für Aufsteiger Rapperswil-Jona das Abenteuer in der Eishockey-NLA an. Auf Trainer Jeff Tomlinson warten unbequeme Personalentscheide und viel Arbeit an der Taktiktafel.
Sergio Dudli, Rapperswil-Jona
Jeff Tomlinson geht in seine erste Saison in der NLA (Bilder: Ralph Ribi)

Jeff Tomlinson geht in seine erste Saison in der NLA (Bilder: Ralph Ribi)

Sie ist eine willkommene Abwechslung, die Kälte in der Eishalle von Rapperswil-Jona. Trotzdem fliesst der Schweiss auch hier in Strömen. Während nur wenige Meter entfernt die Daheimgebliebenen eine Abkühlung im Obersee suchen, erarbeiten sich die Spieler des NLA-Aufsteigers die Basis für die anstehende Saison. «Ich dachte eigentlich, dass wir es gemächlich angehen. Aber jeder gibt gleich Vollgas», sagte Trainer Jeff Tomlinson nach der ersten gemeinsamen Einheit. Etwas mehr als drei Monate sind vergangen, seit Rapperswil-Jona in der Ligaqualifikation gegen Kloten den Aufstieg nach drei Jahren in der Zweitklassigkeit perfekt machte. Tomlinson:

«Zuerst freut man sich nach einer langen Saison auf die Pause, aber dann tritt irgendwann die Langeweile ein.»

Die schwierigen Gespräche

Nach dem Abstieg stand der neue Trainer vor einem Scherbenhaufen. Daraus hat Tomlinson Schritt für Schritt wieder eine Mannschaft geformt. «Jedes Jahr hier war eine Herausforderung», so der Kanadier. «Im ersten Jahr war alles neu, ich musste mich einfinden. In der zweiten Saison legten wir den Grundstein für das, was wir erreicht haben. Und im vergangenen Jahr hielten wir dem Druck stand und sind aufgestiegen.» Doch die grösste Herausforderung stehe ihm jetzt bevor – nämlich den Verein wieder in der NLA zu etablieren.

Bis zum ersten Spiel am 21. September gibt es in Rapperswil-Jona noch viel zu tun. Da wäre zum einen die Grösse des Kaders. «Wir haben fast zwei Mannschaften, so können wir nicht wochenlang trainieren. Wir werden schwere personelle Entscheidungen treffen müssen», so Tomlinson. Einige Spieler wissen bereits, dass sie keine Zukunft im Club haben. Andere werden beim neuen Partnerteam Thurgau in der NLB beginnen. Für Tomlinson sind diese Gespräche keine leichte Aufgabe: «Wir sind zusammen aufgestiegen. Es tut mir weh, den betroffenen Spielern jetzt meinen Entscheid mitzuteilen.» Auch wenn im Sport für Sentimentalitäten kein Platz ist – für den Trainer ist letztlich der Charakter eines Akteurs entscheidend:

«Ich will keine Spieler, die menschlich nicht in mein Team passen.»

Ein alter Haudegen

Einer der Neuzugänge, der dieses Kriterium offensichtlich erfüllt, ist Timo Helbling. Der 36-jährige Aggressivleader kam aus Zug in die Ostschweiz. «Du spürst, dass der Aufstieg dieses Team zusammengeschweisst hat. Es macht Spass, in eine Mannschaft zu kommen, die von einer Euphorie getragen wird», so der Verteidiger. Als grosse Stärke des Teams nennt der Neuankömmling ebendiese mannschaftliche Geschlossenheit. «Während meiner Karriere habe ich gelernt, dass ein gutes Kollektiv am Ende den Unterschied ausmachen kann.» Die Stimmung im Team sei trotz des Konkurrenzkampfes sehr gut. Der Trainer bestätigt dies, hält zugleich aber fest: «Die Spieler wissen, dass sie raus sind, wenn einer schlechte Stimmung verbreitet und den Kopf hängen lässt.» Mit seinen fast 600 NLA-Spielen bildet Helbling derweil einen Kontrast zum unerfahrenen und jungen Team:

«Die vergangenen Jahre waren meine besten. Ich bin nicht hier, um die Karriere ausklingen zu lassen.»

Aller Euphorie und Aufbruchstimmung zum Trotz: In Rapperswil-Jona sind sich die Beteiligten einig, dass eine schwierige Saison bevorsteht. In der NLB war die Mannschaft unantastbar, eilte von Erfolgserlebnis zu Erfolgserlebnis. Aufsteiger, Cupsieger – es war die perfekte Saison. Nun gilt das Team als Abstiegskandidat Nummer eins. «Die Ausgangslage ist komplett anders, es wird Niederlagen geben», so Tomlinson.

«Aber es darf nicht passieren, dass wir und die Anhänger in eine Negativspirale geraten. Wir werden daran arbeiten, dass wir aus solchen Tiefs gestärkt herauskommen.»

Die Talente als Zugpferde

In den Wochen bis zum Saisonstart will Tomlinson vor allem im taktischen Bereich arbeiten. «Ein Spieler, der mein System nicht versteht, bringt mir nichts», so der 48-Jährige. In der NLB verfügten die St. Galler über den treffsichersten Sturm sowie die stabilste Abwehr und bestachen durch ihr offensiv ausgerichtetes Spiel. «Das System bleibt gleich. Hie und da werden wir uns dem höheren Niveau und den neuen Gegebenheiten anpassen», so der Trainer. Vieles sei auch für ihn ein Lernprozess, da er keine Erfahrung in dieser Liga habe.

Neben der taktischen Schulung will Tomlinson die Neuzugänge rasch integrieren und aus ihnen das Maximum herausholen. «Nehmen wir Andri Spiller», nennt der kanadische Coach ein Beispiel. Der 23-jährige Stürmer habe bei Thurgau zu den besten NLB-Torschützen gehört. «Mit solchen jungen Spielern will ich arbeiten. Wenn es uns gelingt, bei ihnen eine Entwicklung auszulösen, profitieren wir als Mannschaft davon.»

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