Seger muss nichts mehr beweisen

Auch in seinem zweiten Aufgebot verzichtet Nationaltrainer Glen Hanlon auf Mathias Seger. Die Arosa Challenge wird ohne den ZSC-Verteidiger stattfinden. Das bedeutet jedoch nicht das Ende von Segers internationaler Karriere.

Matthias Hafen
Drucken

EISHOCKEY. Glen Hanlons Selektion hat System. Für den Deutschland Cup Anfang November setzte der Schweizer Nationalcoach hauptsächlich auf unerfahrene Spieler. Die Arosa Challenge, die am 19. und 20. Dezember im Bündner Ferienort stattfinden wird, will Hanlon nun mit einer erfahrenen Gruppe angehen. Gegen Norwegen sowie Weissrussland oder die Slowakei wird ein erstes Mal die WM geprobt. «Ich muss jetzt schauen, dass sich die Spieler finden», sagt der Coach. «Es geht nicht mehr darum, herauszufinden, ob sie gut genug sind fürs Nationalteam.»

Aufgebotene Routiniers wie Tobias Stephan, Eric Blum, Julien Vauclair, Matthias Bieber oder Andres Ambühl zeugen von Hanlons Vorhaben. Erstaunlich ist jedoch, dass Leitwolf und Vorzeigekämpfer Mathias Seger erneut nicht zum 22-Mann-Kader gehört, das der Schweizer Trainer gestern bekanntgab.

Entscheid fällt beim Kaffee

«Ich würde mir nicht zu viele Gedanken machen, was Segers Zukunft in der Nationalmannschaft betrifft», sagt Hanlon. Er habe dem langjährigen Teamcaptain schon zu Beginn der Saison gesagt, dass er sich auf seine Aufgaben im Club konzentrieren soll. «Wenn die Saison der ZSC Lions vorüber ist, werden wir gemeinsam einen Kaffee trinken und entscheiden, ob für Seger ein weiterer internationaler Einsatz in Frage kommt.» Der Uzwiler Verteidiger, der am 17. Dezember Geburtstag feiert, wird dann 37 Jahre alt sein. «Für mich bleibt er eine Option fürs Nationalteam», so Hanlon. «Auch wenn er nicht an den Vorbereitungsturnieren teilnimmt.» Nebst dem Deutschland Cup und der Arosa Challenge wird Seger wohl auch das Turnier im slowakischen Banska Bystrica Anfang Februar auslassen.

«Ein grosser Leader»

«Er hat diese Spezialbehandlung verdient», sagt der neue Nationalcoach. «Und ich würde sie jedem geben, der so viel für das Schweizer Eishockey getan hat wie Seger.» Er sei ein grosser Leader und hervorragender Verteidiger, lobt Hanlon den Mann mit aktuell 305 Länderspielen. Eine WM ohne den Rekordinternationalen kann wohl auch er sich derzeit nicht vorstellen.