Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

SCL-Tigers-Sportchef Bayer vor dem Duell mit dem EVZ: «Wir müssen realistisch bleiben»

Am Freitag (19.45 Uhr) empfangen die SCL Tigers den EV Zug zum Spitzenspiel. Sportchef Marco Bayer spricht über die Entwicklung des Dorfklubs, Trainer Heinz Ehlers und die Sache mit dem «Beton-Hockey».
Interview: Sven Aregger
Erfolgreich mit den SCL Tigers: Sportchef Marco Bayer . (Marcel Bieri/Keystone (Langnau, 21. September 2018))

Erfolgreich mit den SCL Tigers: Sportchef Marco Bayer . (Marcel Bieri/Keystone (Langnau, 21. September 2018))

Marco Bayer, nach fast der Hälfte der Qualifikation mischen die SCL Tigers noch immer vorne in der Tabelle mit. Müssen Sie sich angesichts dieses Erfolgs manchmal kneifen?

Es ist schon eine ungewohnte Situation und eine schöne Momentaufnahme. Aber wenn man die Tabelle studiert, sieht man, wie nahe die Mannschaften beisammen liegen. Bis auf Rapperswil-Jona und Davos, die schon etwas weiter zurückliegen, sind die Abstände sehr eng. Verlieren wir einige Spiele, stehen wir plötzlich auf Rang 9 oder 10. Das sind wir uns ganz klar bewusst. Wir müssen realistisch bleiben.

Ist die Realität also eine andere?

Die Liga ist einfach sehr ausgeglichen. Aber natürlich, wir sind stolz darauf, dass wir in der Tabelle so weit oben stehen. Und die gewonnenen Punkte kann uns niemand mehr wegnehmen. Wir versuchen weiterhin, so viele Punkte wie möglich zu ergattern. Am Schluss werden wir sehen, was dabei herausschaut.

Die Medien schreiben von einer Sensation...

... das hat nichts mit einer Sensation zu tun. Noch einmal: Sehen Sie sich die Abstände in der Tabelle an. Vom 2. Rang können wir uns nichts kaufen, wir haben noch nichts erreicht in dieser Saison.

Langnau hat mit geschätzten 6,5 Millionen Franken eines der kleinsten Budgets in der National League. Das Kader ist dünn besetzt. Kann es für den Klub langfristig gar nicht um mehr gehen als um den Klassenerhalt?

Wir wollen uns in der National League etablieren und aus den bescheidenen finanziellen Möglichkeiten das Bestmögliche herausholen. Wir haben keine sensationellen Einzelspieler, die Mannschaft ist der Star. Nur als Team können wir erfolgreich sein. Der Zusammenhalt ist sehr gut, jeder Spieler kennt seine Rolle.

Die Emmentaler gelten als ein bescheidenes, geerdetes Volk. Befürchten Sie dennoch, dass die Mannschaft abheben könnte?

Da habe ich überhaupt keine Angst. Unser Trainer sorgt dafür, dass dies nicht passiert. Wenn einer das Gefühl hat, er müsse nur einen Zentimeter abheben, ist Heinz Ehlers der Erste, der ihn auf den Boden zurückholt.

Unlängst haben Sie mit Coach Ehlers bis 2021 verlängert. Ist der Däne mit seiner kauzigen Art genau der Richtige fürs Emmental?

Mit seiner Bodenständigkeit, seiner ganzen Mentalität und seinem Fachwissen passt er tatsächlich zu uns. Er kennt die Stärken der Mannschaft und kann jeden Spieler dort kitzeln, wo es nötig ist. Umgekehrt wissen die Spieler, woran sie bei ihm sind und was von ihnen erwartet wird. Ehlers fühlt sich wohl bei uns, er hat die Mannschaft weiterentwickelt, gibt ihr ein Konzept. Wir wollten Kontinuität schaffen. Es ist eine Win-Win-Situation.

Der Taktiker Ehlers steht für kontrolliertes Defensiv-Hockey. Gute Organisation statt Spektakel: das Langnauer Erfolgsrezept?

Das muss ich korrigieren. Unser Trainer lässt nicht Beton-Hockey spielen. Wir sind auf Konter ausgerichtet, wollen aufsässig sein und Druck in allen Situationen machen, damit dem Gegner wenig Zeit und Raum bleibt. Natürlich legen wir Wert darauf, gut strukturiert zu spielen. Aber es ist nicht so, dass wir uns einfach hinten reinstellen. Es gibt Mannschaften, die bedeutend besser besetzt sind als wir und dennoch weitaus defensiver agieren.

Sie verpflichten Spieler, die in anderen Klubs keine grossen Entwicklungsmöglichen haben und in Langnau mehr Verantwortung erhalten. Diese Rechnung scheint aufzugehen.

Wir können ihnen Eiszeit und Verantwortung bieten, damit sie in ihrer Karriereplanung einen Schritt vorwärtskommen – und das in einem starken Teamgefüge und einem Klub, der wirtschaftlich gut dasteht. Unsere Strategie funktioniert. Wir sind auch nicht enttäuscht, wenn ein Spieler nach ein paar Jahren zu einem Grossklub wechselt.

Mit dem EV Zug haben Sie in den vergangenen Jahren einige Spieler getauscht. Zuletzt wechselten Yannick-Lennart Albrecht und Miro Zryd nach Zug, Nolan Diem und Larri Leeger machten den umgekehrten Weg. Besteht zwischen den Klubs eine Art Vereinbarung?

Nein, das ist Zufall. Aber der EVZ hat ganz andere Möglichkeiten als wir, er ist ein Topklub mit hohen Ambitionen und spielt um den Titel mit.

Nun empfängt Ihr Team den EVZ zum Spitzenspiel. Eine Spitzenpaarung in Langnau. Das tönt doch gut, oder?

Stimmt. Wir stellen uns dieser Herausforderung, wollen mutig und frech sein und die Chance wahrnehmen, auch gegen ein starkes Zug zu punkten.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.