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«Schwingen ist heute Profisport»

Der neue technische Leiter des Nordostschweizer Schwingverbandes (NOSV), Beat Abderhalden, begründet seinen Sinneswandel bezüglich Werbeverbot und prophezeit, dass sein Verband 2016 um den König schwingen wird.
Christof Krapf
«Die Lücke zu den Bernern wird sich schliessen», sagt Beat Abderhalden, technischer Leiter des NOSV. (Bild: Luca Linder)

«Die Lücke zu den Bernern wird sich schliessen», sagt Beat Abderhalden, technischer Leiter des NOSV. (Bild: Luca Linder)

Herr Abderhalden, Sie sind seit Januar technischer Leiter des Nordostschweizer Schwingerverbandes (NOSV). Wo steht der NOSV im Vergleich zum Rest der Schweiz?

Beat Abderhalden: Schlüssig beurteilen kann ich das nach den ersten Bergfesten, wo's zum Vergleich mit den anderen Verbänden kommt. Zuletzt wurde gesagt, dass wir an Terrain verloren haben. Das sehe ich nicht so.

Warum?

Abderhalden: Wir haben in Burgdorf hinter den Bernern am zweitmeisten Kränze geholt. Eine Lücke ist zwar vorhanden, denn die Berner sind mit Matthias Sempach, Christian Stucki und Simon Anderegg an der Spitze. Diese Lücke wird sich aber schliessen, denn es kommen immer wieder Junge nach.

Wer könnte diese Lücke schliessen?

Abderhalden: Ich bin überzeugt, dass der 16jährige Thurgauer Samuel Giger, der das Rheintal-Oberländische gewann, seinen Weg machen wird. Er ist für mich eines der grössten Talente.

In Burgdorf kämpfte der NOSV nicht um den König. Wird das 2016 in Estavayer anders?

Abderhalden: Ich glaube schon. Wir haben zwei Jahre Zeit, etwas aufzubauen. Talente sind vorhanden. Bleibt Giger gesund, dann schwingt er um den König.

Morgen treffen am Zürcher Kantonalen in Wila die stärksten Ostschweizer aufeinander. Wer wird das Rennen machen?

Abderhalden: Daniel Bösch wird beweisen wollen, dass ihm sein Comeback gelingt. Ich denke, er wird ein gewichtiges Wort um den Festsieg mitreden. Arnold Forrer hat zwar in dieser Saison ein Kranzfest gewonnen, ist aber 36 Jahre alt und wird dies spüren. Ich schätze Bösch stärker ein.

2001 gerieten Sie in die Schlagzeilen, weil bei Ihnen ein erhöhter Testosteronwert festgestellt wurde; Sie wurden vom Verband gesperrt. Trotzdem engagieren Sie sich nun im Schwingen. Warum?

Abderhalden: Nach meiner Dopingsperre riss ich mir das Kreuzband und trat 2004 zurück. Ich hatte eine Weile genug vom Schwingen, denn ich fühlte mich vom Eidgenössischen Verband im Stich gelassen. Ich habe nie wissentlich gedopt und kann mir nicht erklären, warum der Wert zu hoch war. Die Dopingkommission konnte mir dies ebenfalls nicht sagen. Ich habe mich nie als Sünder gesehen und hätte das Amt als technischer Leiter nicht übernommen, hätte ich nicht gewusst, dass ich mit dem Thema umgehen kann. Ich stellte mich zur Verfügung, weil mich das Schwingen fasziniert und ich gerne mit Jungen arbeite, die etwas erreichen wollen.

Wie hat sich die Sportart seit Ihrem Rücktritt entwickelt?

Abderhalden: Schwingen ist an der Spitze heute ein Profisport. Wenn einer dort mithalten will, dann muss er professionell trainieren. Ansonsten hat man keine Chance. Bis zu meinem Rücktritt vor zehn Jahren hatte ich beispielsweise keinen Sponsor. Das wäre heute undenkbar.

Schwingen liegt im Trend. Was halten Sie von dieser Entwicklung?

Abderhalden: Einerseits begrüsse ich sie. Das Eidgenössische in Burgdorf wurde von verschiedenen Seiten als zu gross kritisiert. Das ist für mich kein Problem, solange es finanziell aufgeht. Die Schwierigkeit ist, dass ein amtierender Schwingerkönig wie Matthias Sempach vom Schwingen leben kann.

Warum ist dies ein Problem?

Abderhalden: Die Lücke zu den anderen Schwingern wird zu gross. Jene, die noch berufstätig sind, kommen dann gar nicht mehr so weit nach vorne. Der Unterschied vom Eidgenossen zum Teilverbands-Kranzer wird zu gross. Ich war zwar zu meiner Aktivzeit gegen das strikte Werbeverbot im Sägemehl. Mittlerweile denke ich darüber etwas anders. Denn Sponsoren suchen sich logischerweise die Stärksten aus und die anderen haben nichts davon. Deshalb ist es nicht schlecht, dass Werbung in der Arena verboten bleibt.

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