SCHWINGEN: Die grosse Bühne gehört den anderen

Am Bergkranzfest auf der Schwägalp haben die Thurgauer nichts mit dem Schlussgang zu tun. Vor 13250 Zuschauern holen Titelverteidiger Samuel Giger und Domenic Schneider eine Woche vor dem Unspunnenfest immerhin den Kranz.

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Mit dem Kopf im Sägemehl versucht Domenic Schneider, die Niederlage gegen den Westschweizer Lario Kramer noch abzuwenden – vergeblich. (Bild: Gian Ehrenzeller/Keystone)

Mit dem Kopf im Sägemehl versucht Domenic Schneider, die Niederlage gegen den Westschweizer Lario Kramer noch abzuwenden – vergeblich. (Bild: Gian Ehrenzeller/Keystone)

Zwei Gestellte wurden Titelverteidiger Samuel Giger auf der Schwägalp zum Verhängnis. Das erste Unentschieden musste die grösste Thurgauer Hoffnung gleich zu Beginn gegen den Berner Matthias Aeschbacher zur Kenntnis nehmen. Auch in der Folge gestaltete sich der Tag am Fusse des Säntis etwas harzig für den Mitfavoriten aus Ottoberg.

Den Bündner Sandro Schlegel und den Berner Patrick Schenk bezwang er zwar, doch liess er auch gegen Schenk wertvolle Punkte liegen. Im vierten Gang gab es den nächsten Gestellten – gegen Philipp Reusser, einen Eidgenossen aus dem Bernerverband. Damit war Giger schon aus der Entscheidung um den Schlussgang. Dank Siegen gegen Domenik Roth und Kilian von Weissenfluh im sechsten Gang gewann das Ostschweizer Talent als einer von nur 14 Teilnehmern den Kranz, seinen neunten in diesem Jahr. Giger klassierte sich am Ende auf Rang 4b mit 57,00 Punkten.

Domenic Schneider hält gegen Orlik lange mit

Zu den 14 Bergkranzgewinnern gehörte auch Domenic Schneider aus Friltschen (7b). Der zweitbeste Thurgauer auf der Schwägalp besiegte zum Auftakt Ruedi Roschi. Im zweiten Gang bekam er bereits den Mitfavoriten Armon Orlik vorgesetzt – und verlor erst in der letzten Sekunde. Mit einem weiteren Erfolg gegen Patrick Gobeli machte sich Schneider wieder Mut, doch scheiterte er im vierten Gang an Lario Kramer. Der 19-Jährige aus Galmiz bei Murten gehörte zu den positiven Überraschungen des Tages.

Tobias Krähenbühl vorzeitig unter die Dusche

Die drei weitern Thurgauer Eidgenossen zeigten eine verhaltene Leistung. Beni Notz (14e) startete mit zwei Gestellten in den Wettkampf und verlor später noch zwei Gänge. Auch Stefan Burkhalter (13d) fiel nach fünf Gängen aus der Kranzentscheidung – mit drei Gestellten und einer Niederlage. Noch schlechter lief es Tobias Krähenbühl (24d) an der Unspunnen-Hauptprobe. Er musste mit einem Gestellten und drei Niederlagen vorzeitig unter die Dusche.

Esther Lüthi