Schwierig auszurechnen

Leader St. Gallen gastiert heute ab 19.45 Uhr beim FC Zürich. Für die bis anhin 15 Tore der Ostschweizer zeichnen sieben Spieler verantwortlich. Diese Unberechenbarkeit ist einer der Mosaiksteine des aktuellen St. Galler Erfolges.

Patricia Loher/Markus Zahnd
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Oscar Scarione ist mit vier Treffern St. Gallens erfolgreichster Torschütze. (Bild: Michel Canonica)

Oscar Scarione ist mit vier Treffern St. Gallens erfolgreichster Torschütze. (Bild: Michel Canonica)

FUSSBALL. Mit Franck Etoundi hat sich am Sonntag gegen Servette bereits der siebte St. Galler in die Torschützenliste eingetragen. Der 22jährige Kameruner, der nach einer Schulteroperation lange ausgefallen war, traf in der 73. Minute zum 2:0 und damit zum erstenmal für St. Gallen in der Super League. So zeichnen beim Leader vor dem heutigen Beginn des zweiten Meisterschaftsviertels auswärts beim FC Zürich sieben Spieler für 15 Tore verantwortlich. Diese Statistik ist einer der Mosaiksteine des aktuellen St. Galler Erfolges. Die Mannschaft ist breit abgestützt. Sie ist nicht abhängig von der Tagesform eines einzelnen Spielers, was es für den Gegner schwierig macht, die Lage einzuschätzen. Auch St. Gallens Trainer Jeff Saibene bezeichnet diese Unberechenbarkeit als eine von vielen Stärken. «Nicht vergessen dürfen wir, dass Nico Abegglen, der bis anhin nicht regelmässig zum Einsatz kam, ebenfalls schon zweimal traf», so der Luxemburger.

Potenzial nach Standards

Einen besseren Wert – acht verschiedene Spieler in der Torschützenliste – weisen nur noch Basel und die Young Boys auf. St. Gallens treffsicherste Spieler sind Oscar Scarione mit vier und Dzengis Cavusevic mit drei Toren. Auf ihren ersten Treffer in der neuen Saison warten hingegen noch St. Gallens Verteidiger. Saibene sagt, dies sei ein Indiz dafür, dass sie sich bei Standardsituationen noch verbessern könnten. «Wir verfügen in der Verteidigung über viele grosse Spieler, die prädestiniert dafür sind, nach Freistössen oder Eckbällen zu treffen. Da gibt es noch Potenzial.» Allerdings hatte Innenverteidiger Stéphane Besle vor dem Eigentor von Servette seinen Kopf mit im Spiel. «Das war doch schon positiv», so Saibene.

Mit Aussenverteidiger Mario Mutsch und Mittelfeldspieler Alberto Regazzoni sind die Ostschweizer auch in der Bestenliste der Assistgeber vertreten. Die beiden lieferten bis anhin je drei Torvorlagen, was nur noch drei weiteren Spielern der Super League gelungen ist. Dass Mutsch und Regazzoni auf verschiedenen Seiten und in unterschiedlichen Reihen spielen, ist ein weiterer Beweis dafür, wie flexibel St. Gallen in der Offensive geworden ist. Es sei immer das Ziel, dass die Mittelfeldspieler im Strafraum Präsenz markierten, so Saibene. «Einen guten Mittelfeldspieler zeichnen Assists und Tore aus. Wenn Regazzoni am Ende der Saison sechs bis sieben Vorlagen und fünf bis zehn Tore auf dem Konto hat, hat er eine gute Saison hinter sich. Allgemein verlange ich von allen Aussenspielern eine grosse Laufbereitschaft.»

«Kein typischer Aufsteiger»

Auch Zürichs Trainer Rolf Fringer hat beim heutigen Gegner einige Stärken ausgemacht: «St. Gallen ist laufstark, robust und routiniert. Es ist keine typische Aufsteigermannschaft.» Das Zürcher Derby gegen die Grasshoppers hat seine Mannschaft mit 0:1 verloren. Mit St. Gallen bekommt der FC Zürich heute einen weiteren harten, weil schwierig berechenbaren Brocken vorgesetzt.