Schweizer WM-Quali
Wie sind die Nordiren drauf? Ist Genf ein gutes Pflaster? Antworten zu den letzten Fragen vor dem Heimauftritt der Schweizer

22000 Zuschauer hätten im Stade de Genève Platz, wenn die Schweiz heute in ihrem fünften WM-Qualifikationsspiel auf Nordirland trifft. Ganz so viel werden es nicht sein und hat keinen Einfluss darauf, dass aus Schweizer Sicht das 0:0 vor einem Monat in Belfast noch in schlechter Erinnerung ist.

Christian Brägger, Genf
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Schweizer PK mit Murat Yakin (rechts) und dem temporären Captain Xherdan Shaqiri.

Schweizer PK mit Murat Yakin (rechts) und dem temporären Captain Xherdan Shaqiri.

Bild: Salvatore Di Nolfi/KEYSTONE

Was ist der Stand der Dinge bei den Nordiren?

So viel vorweg, den Nordiren scheint es nach ihrer guten Trainingswoche in Belfast sichtlich zu gefallen in Genf – sie halten auch gleich gefühlt die längste Pressekonferenz aller Zeiten vor einem Spiel ab und dauerte: nahezu 45 Minuten. Wobei die anschliessenden Einzelinterviews von Trainer Ian Barclough mit nordirischen Journalisten nicht eingerechnet sind.

Mit muskulären Problemen fehlt den Gästen Shayne Lavery, Profi bei Blackpool in der zweithöchsten Liga Englands. Er ist jener Stürmer, der vor einem Monat gegen die Schweiz in der ersten Halbzeit die grosse Chance zur Führung verpasste. Ali McCann und Michael Smith sind andere Nordiren, die aus verschiedenen Gründen dem Wiedersehen fernbleiben. An den Namen der Absenzen merkt man schnell: Das sind keine Akteure, die zu kennen ein Muss ist – auch ihre Stellvertreter sind kaum angsteinflössend.

Was sagt der nordirische Trainer Baraclough zu den Chancen seiner Mannschaft?

Der Nordirische Trainer Ian Baraclough will mit seiner Mannschaft ein positives Resultat erzielen.

Der Nordirische Trainer Ian Baraclough will mit seiner Mannschaft ein positives Resultat erzielen.

Bild: Salvatore Di Nolfi/Key

Die Nordiren stehen bei Hälfte ihres Qualifikationsprogramms mit fünf Punkten da. Verlieren sie gegen die Schweiz, ist das Playoff für die WM wohl nur theoretisch noch in Reichweite, wobei Nordirland zum Abschluss zu Hause gegen Gruppenfavorit Italien anzutreten hat. Trainer Baraclough sagt: «Wir haben den zweiten Platz im Moment in den eigenen Händen. Wir sind konkurrenzfähig, es wird ein offenes Spiel. Wir wollen ein positives Resultat erzielen, müssen aber vorsichtig sein.»

Und ein bisschen sorgt Baraclough auch schon vor, als er sagt, dass selbst bei einer Niederlage in den ausstehenden Gruppenspielen noch einiges passieren könne.

Wie sieht es im Lager der Schweizer aus?

Die Nati muss ohne Captain Granit Xhaka ran.

Die Nati muss ohne Captain Granit Xhaka ran.

Bild: Georgios Kefalas/Key

Bei den Schweizern fehlen die verletzten Leistungsträger Granit Xhaka und Haris Seferovic. Ruben Vargas verpasste wegen eines grippalen Infekts am vergangenen Samstag mit Augsburg den Auftritt in Dortmund. Der 23-Jährige fehlte danach beim Zusammenzug in Lausanne am Montag und stiess erst am Donnerstagabend zur Nationalmannschaft.

Im Stade de Genève bestritt Vargas das Abschlusstraining mit dem Team, ein Einsatz nach einer Übungseinheit dürfte wohl zu früh kommen. Ansonsten sind alle Schweizer fit und einsatzbereit.

Ist Genf ein gutes Pflaster für die Schweiz?

Seit 2003 haben die Schweizer im neuen Stade de Genève alle fünf Pflichtspiele für WM- und EM-Teilnahmen gewonnen.

Seit 2003 haben die Schweizer im neuen Stade de Genève alle fünf Pflichtspiele für WM- und EM-Teilnahmen gewonnen.

Bild: Salvatore Di Nolfi/Key

Natürlich ist die Serie gegen die Nordiren präsent: 1:0, 0:0 und 0:0 endeten die vergangenen drei Begegnungen. Das einzige Tor erzielte im November 2017 Ricardo Rodriguez mittels Penalty im WM-Playoff. Aber um auf die Frage zurückzukommen: Ja. 2003 wurde das neue Stade de Genève eingeweiht, seither gewannen die Schweizer alle fünf Pflichtspiele für WM- und EM-Teilnahmen – an die Endrunden schafften sie es danach immer.

Mögliche Schweizer Formation:

Sommer; Mbabu, Akanji, Elvedi, Rodriguez; Zakaria, Freuler; Fassnacht, Shaqiri, Zuber; Embolo.

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