Schweizer Tag zum Auftakt

Der Aufgalopp der einheimischen Springreiter am Eröffnungstag des CSIO Schweiz ist geglückt. Werner Muff gewinnt mit Pollendr die Hauptprüfung, und in der Zweiphasenprüfung springen gleich drei Schweizer aufs Podest.

Peter Wyrsch
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REITEN. 21 Hundertstelsekunden entschieden im Stechen der GP-Qualifikation für den Seuzacher Werner Muff und gegen den in der Barrage ebenso fehlerlosen Iren Anthony Condom auf dessen Hengst Aristio. Fünf Paare erreichten die entscheidende Runde bei trockenem Wetter, darunter mit Werner Muff, Christina Liebherr mit Eagle Eye und Martin Fuchs mit Clooney drei Schweizer. Martin Fuchs verzichtete auf die Barrage. Er schonte seinen Schimmel, der als Schweizer Startreiter heute den Nationenpreis bestreitet. Noch ein Parcours in den Beinen und der schon etwas tiefe Boden – das wäre zu viel des Kräfteverschleisses gewesen.

Ein Männer-Quartett bildet die Schweizer Equipe heute im Nationenpreis: Bei der Eröffnung der Punktejagd der Gastgeber in Europas Spitzenliga vertraut Teamchef Andy Kistler folgenden Paaren in dieser Reihenfolge: Martin Fuchs mit Clooney, Steve Guerdat mit Bianca, Paul Estermann mit Lord Pepsi und Romain Duguet mit Quorida de Treho.

Erstmals mit Bianca

Damit kommt Olympia- und Weltcupsieger Guerdat mit seiner Schweden-Stute Bianca zum Nationenpreis-Einstand. Janika Sprunger nimmt mit Bonne Chance die Rolle der Ersatzreiterin ein. «Sie hat in La Baule im Nationenpreis mit null und vier Punkten überzeugt. Wir wissen um ihre Form und die Klasse des Paares. Der Team-Wettbewerb in St. Gallen ist für uns aber auch eine wichtige Sichtung im Hinblick auf eine Selektion für die Olympischen Spiele im August in Rio. Da möchten wir noch das eine oder andere Paar gegen starke Konkurrenz sehen», begründete Equipenchef Kistler die Auswahl. Die Schweiz hat im Feld der acht Länder, die ab 14.30 Uhr in zwei Umgängen um ein Preisgeld von 200 000 Franken und um Olympia-Fahrkarten kämpfen, die ideale Startnummer acht gezogen. Als letzte Nation ist es möglich, die Gegner zu beobachten und allfällige Klippen auf dem nassen Rasenplatz zu eruieren.

Letztmals hat die Schweiz vor 20 Jahren einen Nationenpreis in St. Gallen gewonnen, vor 16 Jahren triumphierten die Gastgeber letztmals in Luzern. Im Vorjahr belegte das Schweizer Team hinter Nationenpreis-Gesamtsieger Belgien den zweiten Rang.

Schweizer Dreifach-Sieg

Das Zweiphasen-Springen wurde zu einer Demonstration der einheimischen Reiter. Paul Estermann, Evelyne Bussmann und Martin Fuchs belegten mit ihren Pferden gleich die ersten drei Plätze. Vor allem der Erfolg des Luzerner Routiniers Paul Estermann mit der zehnjährigen Holländer-Stute Bareina erfolgte überraschend. «Ich habe sie erst seit vier Monaten in Beritt. Sie hat gute Anlagen, ist schnell und sauber und hat schon zwei Springen über 140 Zentimeter gewonnen.» Zuvor hat die ehemalige Kaderreiterin Nadine Traber, die Tochter der Luzerner Besitzerin Maria Traber, das Pferd geritten. Bei ihrem zweiten Einsatz am CSIO St. Gallen überzeugte auch Evelyne Bussmann. Die Tierärztin aus Ersigen im Emmental, die sich mit Spitzenresultaten in Qualifikationen für die Schweizer Meisterschaft den Start in St. Gallen verdiente, distanzierte mit ihrer Stute Tafila d'Urville Martin Fuchs mit Coriana Carthago um beinahe fünf Sekunden. Allerdings: Fuchs spielte nicht alle Reserven aus. Er hat höher dotierte Prüfungen in seinem Beuteschema.

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