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Schweizer Reiter-Hoch am St. Galler CSIO hält an

Pius Schwizer gewinnt am CSIO St. Gallen das Grosse Jagdspringen. Der im Thurgau wohnende WM-Zweite Martin Fuchs holt mit Chica zum dritten Mal den Schweizer Cup. Am Sonntag folgt der Nationenpreis.
Peter Wyrsch
Martin Fuchs mit Chica im Schweizer Cupfinal. In St. Gallen folgt der 26-jährige Spitzenreiter den Spuren seines Onkels Markus Fuchs. (Bild: Michel Canonica)

Martin Fuchs mit Chica im Schweizer Cupfinal. In St. Gallen folgt der 26-jährige Spitzenreiter den Spuren seines Onkels Markus Fuchs. (Bild: Michel Canonica)

Das Hoch hält nicht nur beim Wetter, sondern auch bei den Schweizer Springreitern am CSIO St. Gallen an. Das mit 65 000 Franken dotierte Grosse Jagdspringen bleibt wie die Jahre zuvor eine Domäne der Schweizer «Zeit-Jäger». Als Dritter von 32 Reitern legte Pius Schwizer mit dem schnellen und wendigen Balou Rubin eine fehlerlose Runde in einer formidablen Zeit vor, die von seinen Konkurrenten nicht mehr erreicht wurde.

Eine Siegesprämie von 16 250 Franken belohnte den 56-jährigen Routinier für seinen flotten Ritt in der 700 Meter langen Bahn, die mit 17 Hindernissen und vier Alternativen, darunter dem geschlossenen «Schafsgehege», ­bestückt war. «Ich ritt voll auf Angriff, und mein Plan ist aufgegangen», sagte Schwizer, der sich für seine missratene Cup-Titelverteidigung entschädigte.

Mit den Rängen drei für Alain Jufer, fünf für Niklaus Rutschi und sechs für Edwin Smits klassierten sich weitere Einheimische ganz weit vorne im Klassement.

Martin Fuchs’ dritter Streich

Zum dritten Mal heisst der Cupsieger der Schweizer Springreiter Martin Fuchs. Der WM- und Weltcupfinal-Zweite aus Wängi triumphierte im Top-Ten-Final mit der zehnjährigen Stute Chica hauchdünn vor der Solothurnerin Barbara Schnieper mit Chaleandra. Vier Hundertstel trennten letztlich die beiden nach zwei unterschiedlichen Kursen. Die Amazone musste wie im Vorjahr, damals hinter Rekord-Cupsieger Schwizer, mit dem undankbaren zweiten Platz vorliebnehmen.

Hervorragender Dritter mit ebenfalls fehlerfreien Passagen wurde Roland Grimm aus Niederbüren mit seinem hoffnungsvollen neunjährigen Captain. Erneut Pech wie im Grand Prix bekundete Bryan Balsiger. Der Schweizer Meister aus Corcelles war mit AK’s Courage dem ersten Cupsieg nahe, galoppierte durch die Zielschranke in Bestzeit, doch die hintere Stange am letzten Oxer fiel noch ins Gras. Rang vier statt Platz eins für den Neuenburger.

Pius Schwizers Fehlstart

Für Pius Schwizer mit Chaquilot gab es keine erfolgreiche Titelverteidigung. Der Weg zum achten Cup-Triumph rückte für den 57-jährigen Routinier schon vor dem ersten Sprung des ersten Durchgangs in weite Ferne. Schwizer «verschlief» den Start und passierte die Startlinie mit einer Verspätung von zehn Sekunden. Das brachte ihm nebst einem Springfehler zusätzlich eine Zeitstrafe von 1,75 Punkten ein. «Ich hatte die internationale Anlaufzeit von 45 Sekunden im Kopf, nicht die 30 Sekunden für nationale Springen. Im Ziel wunderte ich mich über die deutliche Zeitüberschreitung.» Weiter sagte Schwizer:

«Ich werde wohl auch nur älter . . .»

Martin Fuchs ist mit seinem dritten Erfolg auf der Fährte seines Onkels Markus Fuchs, der fünfmal Cupholder war. 2013 siegte er in Ascona mit Karin, 2016 in Humlikon mit Coriano Carthago. «Der Cup hat Tradition. Deshalb freut mich auch dieser Erfolg», sagte der Grand-Prix-Sieger von Madrid und Basel in diesem Jahr.

Trotz des knappen Ausgangs freute sich Barbara Schnieper: «Ich vergab einen möglichen Erfolg auf dem Weg vom ersten zum zweiten Hindernis, als ich einen Galoppsprung zu viel machte. Dass es so knapp würde, hätte ich nicht gedacht.» Den Sturz im vierten Stechen am Freitag in den Six Barres hat die Amazone jedenfalls gut wegstecken können. «Ausser ein paar blauen Flecken habe ich nichts abgekriegt.»

Captains Bestätigung

Als vierter Ersatz war der St. Galler Roland Grimm mit Captain ins Finalfeld gerutscht. Dass er würdig ist, auf diesem Niveau mit dem neunjährigen Hannoveraner mitzuhalten, hat er bestätigt. «Dieses Pferd hat alles Vermögen und ist mir ans Herz gewachsen», meinte der Reiter und Ausbildner. «Es müsste schon eine gewaltige Offerte ins Haus flattern, damit wir Captain verkaufen würden.»

«Das Ziel ist der Sieg»

Als grosser Favorit nimmt am Sonntag in St. Gallen die einheimische Springreiter-Equipe den 92. Nationenpreis der Schweiz in Angriff. Martin Fuchs mit Chaplin, Niklaus Rutschi mit Cardano, Paul Estermann mit Lord Pepsi und Grand-Prix-Sieger Steve Guerdat mit Bianca, die in dieser Reihenfolge starten, sollen endlich den ersehnten ersten Nationenpreis-Erfolg seit 19 Jahren im eigenen Land realisieren. Letztmals siegte die Schweiz im Jahr 2000 in Luzern. Der letzte Triumph in St. Gallen liegt sogar 23 Jahre zurück. «Es ist an der Zeit, dass wir diesmal die Chance nach sechs zweiten Plätzen in den vergangenen acht Jahren packen», sagt Equipenchef Andy Kistler, der die derzeit stärksten verfügbaren Paare für den Teamwettbewerb aufgeboten hat. Die Schweiz hat die Startnummer eins gezogen und schickt mit dem WM-Zweiten Martin Fuchs einen bewährten Reiter als ersten Vertreter in die Arena. Nach dem Auftakterfolg in Europas Spitzenliga in La Baule und den hervorragenden Resultaten im Grand Prix vom Freitag in St. Gallen ist das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten nochmals gestiegen. «Das Ziel ist deshalb der Sieg», betont Kistler unmissverständlich. «Aber es muss zuerst geritten werden. Wie schnell etwas passieren kann, haben wir vor einer Woche im Nationenpreis in Rom erfahren, als wir nach einer Elimination und einem missratenen Ritt nicht einmal im zweiten Umgang antreten durften.» Als ernsthafteste Gegner stuft Kistler Frankreich, den Vorjahresgewinner am CSIO in St. Gallen, Italien, den überraschenden Sieger vor zwei Jahren, und Brasilien ein. Die Südamerikaner werden neu von Philippe Guerdat, dem Vater von Steve Guerdat, als Team-Coach betreut. (wy)

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