Schweizer Nationalmannschaft: Die einfachste EM-Quali aller Zeiten

Am Donnerstag beginnt für die ersten Teams die EM-Qualifikation. Der Sprung an die Titelkämpfe sollte für die Schweiz Formsache sein – auch weil sie dank der exzellenten Nations-League-Kampagne zwei Chancen hat.

Pascal Koster
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Haris Seferovic erzielte beim 5:2-Sieg gegen Belgien drei Tore. Bild: Ennio Leanza/KEY

Haris Seferovic erzielte beim 5:2-Sieg gegen Belgien drei Tore. Bild: Ennio Leanza/KEY

Vor acht Jahren scheiterte die Schweizer Nationalmannschaft in der Qualifikation zur EM 2012 in Polen und der Ukraine. Seither war sie an jedem Grossanlass mit dabei. Das Risiko, dass sich dies an der «Mega-EM» 2020 ändern wird, ist gering.

Wie schon in Frankreich werden 24 Auswahlen teilnehmen. Was sich aber im Gegensatz zu 2016 ändert, ist das Verfahren, wie diese 24 Teams ermittelt werden. Eine zentrale Rolle spielt die neu eingeführte Nations League.

Die zweite Chance

Vier Monate sind vergangen, seit die Schweiz einen fulminanten 5:2-Sieg gegen Belgien feiern und sich damit die Qualifikation für das Finalturnier der Nations League sichern konnte. In diesem Finalturnier werden im Sommer in Portugal die besten vier Mannschaften der Division 1 gegen­einander antreten. Neben der Schweiz sind das England, Portugal und die Niederlande. Sie alle würden beim Verpassen der Qualifikation über den regulären Weg eine zweite Gelegenheit bekommen.

Im März 2020 spielen die Gruppensieger aller Divisionen ein Nations-League-Playoff. 16 Länder, 4 pro Division, kämpfen dort um die letzten vier EM-Tickets. In der Division 2 stehen die Ukraine, Schweden, Bosnien und Dänemark bereit. In der Division 3 Schottland, Finnland, Norwegen und Serbien. In der Division 4 hätten Georgien, Weissrussland, Kosovo und Mazedonien eine zweite Chance. Pro Division fährt eine Mannschaft an die EM. Heisst: Entweder Georgien, Weissrussland, Mazedonien oder der Kosovo wird sich für die europäischen Titelkämpfe qualifizieren.

Wieder eine Barrage gegen Nordirland?

Die Wahrscheinlichkeit ist gross, dass viele der Gruppensieger bereits über den direkten Weg den Sprung an die Endrunde schaffen. Diese Länder würden im Nations-League-Playoff durch nichtqualifizierte ersetzt – ein weiterer Vorteil für die Schweiz. Sollte die Nationalmannschaft tatsächlich an der samstags beginnenden, regulären Qualifikation scheitern, würde sie das Playoff gegen einen deutlich schlechter einzustufenden Gegner spielen.

Unter der Prämisse, dass sich die grossen Fussballnationen direkt qualifizieren, dürften schwächere Division-1-Teams wie Island oder mittelmässige Division-2-Teams wie Nordirland warten. Die Schweiz wird wohl ohnehin nicht auf eine zweite Chance hoffen müssen. In der Gruppe mit Dänemark, Irland, Georgien und Gibraltar reicht der zweite Platz.

EM mit zwölf Gastgeber

Die EM 2020 findet in zwölf verschiedenen Städten statt. Austragungsorte sind Rom, Baku, Kopenhagen, Amsterdam, München, London, Dublin, Glasgow, Bukarest, St.Petersburg, Bilbao und Budapest.