Schweizer Nati-Trainer Petkovic will den Jungen eine Chance geben

Der Schweizer Nationaltrainer Vladimir Petkovic verzichtet im Testspiel gegen Kroatien in St. Gallen auf viele Leistungsträger. Der kroatische Trainer Zlatko Dalic kämpft indes mit einem Generationenwechsel in seinem Team.

David Umiker
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Nationaltrainer Vladimir Petkovic wird gegen Kroatien einige neue Spieler einsetzen.

Nationaltrainer Vladimir Petkovic wird gegen Kroatien einige neue Spieler einsetzen.

Bild: KEYSTONE

Wenn heute Abend die Schweiz auf Kroatien trifft, ist die Relevanz der Partie überschaubar. Es geht um nichts, für viele Spieler vielleicht sogar am ehesten darum, sich nicht zu verletzen. Dennoch sagt der Schweizer Nationaltrainer Vladimir Petkovic: «Es gibt keine unwichtigen Spiele.» Sein kroatischer Kontrahent Zlatko Dalic bläst ins gleiche Horn: «Das Spiel dient als Vorbereitung für die bevorstehenden Begegnungen in der Nations League.»

Eine Chance für junge Spieler

Doch wer genau hinschaut, stellt fest, dass diese Partie kaum als Vorbereitung für die anstehenden Aufgaben dienen kann. Dies zeigt sich auch anhand der Aufstellungen. Petkovic sagte: «Einige Spieler, die nicht so viele Einsätze haben, werden eine Chance erhalten.»

Auch Dalic sagte gegenüber dem kroatischen Fussballverband: «Wir wollen Spieler sehen, die in ihren Vereinen gut spielen, aber noch nicht häufig in der Nationalmannschaft aufliefen.» Das Spiel verkommt daher zu einer Möglichkeit jene Spieler zu testen, die noch nie oder kaum für ihre Nationalteams auflaufen durften.

Grund für die vielen Wechsel ist auch die hohe Belastung: Drei Spiele innert sieben Tagen stehen sowohl für die Schweiz als auch für Kroatien an. Sechs Mal dürfen die Trainer ihre Spieler im Testspiel tauschen, fünf Akteure müssen durchspielen. Auf Schweizer Seiten könnten Jordan Lotomba (22-jährig, Nizza), Becir Omeragic (18-jährig, FC Zürich) und Simon Sohm (19-jährig, Parma) zu ihrem Debüt kommen.

Gute Leistung ist Pflicht

Für die Schweiz und Kroatien geht es in den nächsten sieben Tagen um den Verbleib in der Gruppe A der Nations League. Beide Teams stehen nach zwei Spieltagen noch ohne Sieg da, Kroatien nach Niederlagen gegen Portugal und Frankreich gar punktlos.

Im Testspiel gegeneinander wollen deshalb beide Selbstvertrauen tanken. «Wir sind ambitioniert und wollen das Spiel gewinnen», sagte Petkovic. Auch für Dalic ist eine gute Leistung im Test wichtig, da sein Team gerade beim 1:4 gegen Portugal enttäuschte: «Die Schweiz ist ein harter Gegner. Wir müssen viel besser sein als gegen Portugal, um ein gutes Ergebnis zu erzielen.»

Kroatien macht der Generationenwechsel zu schaffen

Dalic sagte weiter, dass seit dem WM-Final die Erwartungen an die Nationalmannschaft gestiegen seien. Das Team wolle unbedingt in der Gruppe A der Nations League bleiben und brauche deshalb in der nächsten Woche positive Resultate. «Das ist keine einfach Zeit für uns, da wir einen Generationenwechsel durchleben.»

Im September ist Ivan Rakitic zurückgetreten. Luka Modric fehlte in den ersten beiden Spielen, da er noch mit Real Madrid in der Champions League im Einsatz stand. Nun steht er zwar wieder im Kader, wird aber mit seinen 35 Jahren wohl auch nicht mehr all zu viele Spiele für das Nationalteam absolvieren.

Auch die Schweizer erlebten vor zwei Jahren einen Generationenwechsel. Im Sommer ist mit Stephan Lichtsteiner der letzte der alten Generation zurückgetreten. Im Vergleich zu den Kroaten scheinen die Schweizer allerdings mit dem Umbruch schon weiter zu sein. Xhaka hat sich als neuer Captain etabliert und auch das neue System mit hohem Pressing fruchtet immer mehr. Spannend wird im Test gegen Kroatien zu beobachten sein, wie die jungen Spieler dieses System umsetzen werden.

Mögliche Schweizer Aufstellung: Mvogo; Cömert, Schär, Benito; Xhaka; Lotomba, Fernandes, Freuler, Vargas; Itten, Gavranovic.