Schweizer Nati gegen Litauen
Kuriosität im Kybunpark: Nati-Spiel startet wegen regelwidrigem Tor verspätet – Ersatztor in FCSG-Vereinsfarben rettet den Abend

Das Nati-Spiel gegen Litauen vom Sonntagabend startet eine Viertelstunde später als geplant. Ein St.Galler Tore war zu hoch und musste ausgetauscht werden – gespielt wurde letztlich mit einem grün-weissen Tornetz der Espen.

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Bizarre Szenen im St.Galler Kybunpark: Vor Spielbeginn müssen die Tore ausgewechselt werden.

Bizarre Szenen im St.Galler Kybunpark: Vor Spielbeginn müssen die Tore ausgewechselt werden.

Bild: Keystone

(ewu/elo/ok) Es ist die Fussballkuriosität des bisherigen Jahres. Das WM-Qualifikationsspiel der Schweiz gegen Litauen beginnt verspätet, weil ein Tor im Kybunpark zu hoch war. Gemäss den Reglementen müssen die Tore 7,32 Meter breit und 2,44 Meter hoch sein. In St.Gallen aber ist ein Tor etwa fünf Zentimeter zu hoch.

Das Malheur wird vom vierten offiziellen der Partie, dem Finnen Antti Munukka, nach einem Hinweis vom Schweizer Goalietrainer Patrick Foletti bemerkt. Wenige Minuten vor Anpfiff bricht kurzzeitig Hektik aus auf dem St.Galler Rasen: Helfer eilen herbei, das zu hohe Tor kann nicht repariert werden. Also wird dieses abgebaut. Und notfallmässig ersetzt durch eines mit einem grün-weissen Tornetz, das normalerweise bei FCSG-Heimspielen Verwendung findet.

Die Schiedsrichter merken: Das eine St.Galler Tor ist fünf Zentimeter, das andere zehn zu hoch.

Die Schiedsrichter merken: Das eine St.Galler Tor ist fünf Zentimeter, das andere zehn zu hoch.

Bild: Keystone

Auf die Torpanne folgt der rasche Führungstreffer

Bis das Tor ausgewechselt und regelkonform ist, verstreichen gut zwanzig Minuten. Anstatt um 20.45 Uhr wird Schweiz gegen Litauen um 21.03 Uhr angepfiffen. Nur 90 Sekunden später ist der Ball bereits im Netz; Shaqiri trifft zur frühen Schweizer Führung.

Für einmal in Grün-Weiss: Das Netz des Ersatztores.

Für einmal in Grün-Weiss: Das Netz des Ersatztores.

Bild: Keystone

Weshalb es zur sonderbaren Torpanne kommen konnte, ist bislang unklar. Der FC St.Gallen war am Sonntagabend für eine kurzfristige Stellungnahme nicht erreichbar. Bestreiten die Espen ihre Heimspiele bereits seit 13 Jahren, seit Eröffnung des neuen Stadions, mit regelwidrigen Toren? Twitter-User René Rödiger winkt ab, denn: Der Rasen wurde im Stadion schon mehrmals ausgewechselt. Zudem handle es sich beim letztlich installierten, und für regelkonform befundenen, Tor ja eben gerade um das reguläre St.Galler Gehäuse.

Nicht nur das Tor wächst über sich hinaus, sondern auch die Nati

Vor lauter Tohuwabohu um die Tore droht am Sonntagabend der eigentlich bemerkenswerte Begleitumstand zur Kulisse in Vergessenheit zu geraten: Im St.Galler Kybunpark gewinnt die Schweizer-Nati ausnahmslos – aus sieben Pflichtspielen resultierten seit 2008 sieben Siege. Keine andere Spielstätte, so schreibt der Sportdatenanbieter «OptaFranz» auf Twitter, sei für die Schweizer Nati ein solcher Siegesgarant wie das St.Galler Stadion.

Die Pfiffe, die es in St.Gallen einst gegen die Nati-Stürmer Alex Frei und Marco Streller hagelte und Trainer Hitzfeld wie den Verband zögerlich stimmten, sind längst verstummt. Der Abstecher in die Ostschweiz wurde für die Schweizer Nationalmannschaft von der mentalen Belastungsprobe zum Glücksbringer.

Will das Schweizer Nationalteam die anspruchsvolle WM-Quali weiterhin erfolgreich meistern, scheint eine baldige Rückkehr auf das St.Galler Terrain verheissungsvoll. Das nächste Freundschaftsspiel auf Ostschweizer Grund steht bereits am kommenden Mittwoch gegen Finnland an – zwar fällt die Statistik der Nati-Testspiele in St.Gallen, im Gegensatz zu den Pflichtspielen, weniger beispielhaft aus. Die Tore dürften bis dahin aber in aller Sorgfalt vorbereitet sein.

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