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Schweizer Goalie-Problem?

Das 1:5 der Schweizer im ersten Spiel gegen Kanada ist noch kein Grund zur Panik – die Leistung von Torhüter Leonardo Genoni aber schon.
Klaus Zaugg, Gangneung
Leonardo Genoni ist geschlagen, ein weiteres Mal. (Bild: Julio Cortez/AP)

Leonardo Genoni ist geschlagen, ein weiteres Mal. (Bild: Julio Cortez/AP)

Klaus Zaugg, Gangneung

Das grosse Ziel ist die erste olympische Medaille seit 1948. Und nun das. Fehlstart. Die Schweizer waren gegen Kanada ohne Chance. Bereits nach 26 Minuten stand es 0:4. Was ist der Grund für ­diesen Fehlstart? Müssen die Schweizer die gesamte Vorbereitung überdenken, überarbeiten?

Captain und EVZ-Aushängeschild Raphael Diaz sagte nach dem Spiel, dass so ein Spiel «aschiiisst». «Wir haben zu viele Fehler gemacht und zu viele Zweikämpfe verloren.» Die Stimmung im Team sei trotz allem gut. «Wir haben ein Spiel verloren. Aber wir sind hier an einem Turnier. Es geht weiter.» Simon Moser sagte zwar, man sei am Anfang «erchlüpft». Aber er sagte es mit staatsmännischer Gelassenheit. Keine Panik also.

Man könnte auch noch eine Einzelkritik machen – und wegen der schwachen Form einiger Verteidiger und der taktischen Disziplinlosigkeiten ein wenig polemisieren. Aber der Grund für den Fehlstart ist ganz einfach: die Torhüterleistung. Wohlweislich hat niemand zu dieser Sache eine pointierte Aussage gemacht. ­Patrick Fischer sagte nur, es sei für Leonardo Genoni ein schwieriger Match gewesen, und Jonas Hiller habe dann gut gespielt. Ein Coach, der seine Torhüter kritisiert, ist verloren.

Der grosse Hoffnungsträger, Leonardo Genoni, die Nummer 1 bei der letzten WM in Paris, der strahlende Held beim damaligen 3:2 gegen die Kanadier (mit NHL-Profis!), ist nun der tragische Held des ersten Spiels. Nach dem 0:4 und einer Fangquote von 66,66 Prozent holte Patrick ­Fischer den SCB-Meistergoalie vom Eis. Jonas Hiller beendete die Partie und kassierte keinen Gegentreffer (der 5. Gegentreffer war ins leere Tor). Wenn der Torhüter versagt, erübrigt sich eine Analyse.

Starke Reaktion in der zweiten Hälfte

Die Auftaktniederlage ist folgenlos. In jedem Fall erreicht die Schweiz den Achtelfinal. Es geht lediglich darum, mit einem Gruppensieg oder als bester Gruppenzweiter direkt in den Viertelfinal zu kommen. In der zweiten Hälfte des Spiels zeigten seine Spieler eine starke Reaktion. Die Statistiker notierten sogar mehr Torschüsse für die Schweizer (29:28). Nun hängt alles davon ab, ob sich einer der Schweizer Goalies auch hier im Laufe des Turniers zu einer starken Nummer 1 entwickelt. Wird es am Ende gar Jonas Hiller sein? Es wäre eine wunderbare Geschichte. Bei der WM im letzten Frühjahr in Paris wurde der ehemalige NHL-Titan nach zwei Gegentreffern gegen Kanada ausgewechselt und durch ­Leonardo Genoni ersetzt. Die Schweiz gewann 3:2. Die internationale Karriere von Jonas Hiller schien beendet. Nun hat er sie im Alter von 36 Jahren noch einmal neu lanciert. Ausgerechnet gegen Kanada. Ausgerechnet wegen des Versagens von Leonardo Genoni.

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