SCHWEIZER CUP: Mühevoller Auftritt

Luzern mit einem 3:2 in Echallens, Lugano mit einem 3:2 nach Verlängerung in Schötz: In den letzten Achtelfinals hatten die Super-League-Klubs mit den Kleinen grösste Mühe.

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Steve Samandjeu (rechts) kämpft gegen Luzerns Olivier Custodio um den Ball. (Bild: Laurent Gillieron/Keystone)

Steve Samandjeu (rechts) kämpft gegen Luzerns Olivier Custodio um den Ball. (Bild: Laurent Gillieron/Keystone)

Der FC Luzern wartet in der Super League seit Anfang August auf einen Sieg. Die Krisen-Symp­tome zeigten sich bei den Innerschweizern auch im Cup gegen den Erstligisten Echallens. Der 3:2-Sieg fiel alles andere als überzeugend aus. Die Waadtländer brachten den Favoriten immer wieder in Bedrängnis, glichen kurz vor der Pause mit einem Foulpenalty zum 1:1 und in der 69. Minute zum 2:2 aus. Echallens stand einem weiteren Exploit nach den Erfolgen gegen die Challenge-League-Klubs Aarau und Xamax nahe.

Die Erlösung für Luzern kam in der 86. Minute bezeichnenderweise durch einen Spieler, der in dieser Saison öfters für die zweite Mannschaft in der 1. Liga als in der Super League gespielt hat: Der 19-jährige Ruben Vargas traf drei Minuten nach seiner Einwechslung mit der ersten Ballberührung zum Sieg. Im Gegensatz zu den ersten beiden Führungen konnte der FC Luzern den Vorsprung diesmal über die Zeit bringen und qualifizierte sich zum dritten Mal in Folge für den Cup-Viertelfinal.

Lugano erzielte den Siegestreffer zum 3:2 in Schötz erst zwei Minuten vor dem Ende der Verlängerung. Im Dorf im Luzerner Hinterland hatte einst auch St. Gallen grösste Mühe gehabt weiterzukommen. Vor 21 Jahren siegten die Ostschweizer, damals in den Viertelfinals, nach einem Penaltyschiessen.

Zweimal Torumrandung getroffen

Bis kurz vor Schluss der regulären Spielzeit sah es danach aus, als sollten die Tessiner vorzeitig alles regeln können. Aber Stürmer Labinot Aziri verwertete in der 90. Minute eine der guten Chancen, die sich für die Schötzer gegen die offensichtlich etwas nervös gewordenen Luganesi häuften. Luganos erstes Führungstor hatte der Marokkaner Marzouk nach 54 Minuten aus kürzester Distanz auf schöne ­Vorarbeit von Alexander Gerndt erzielt. In zwei weiteren Szenen trafen die Tessiner die Torumrandung. Dennoch war die Vor­stellung des Oberklassigen eher dürftig.

In der Verlängerung überstürzten sich die aussergewöhnlichen Szenen. Kurz nach dem vermeintlichen Siegestor des Ungarn Balint Vecsei nach 93 Minuten sah der Tessiner Bnou Marzouk die Gelb-Rote Karte. In Unterzahl mussten die Gäste nach einem Fehler von Ersatzgoalie Joël Kiassumbua den Ausgleich hinnehmen. Aber kurz vor dem Penaltyschiessen leistete sich der Schötzer Torhüter einen ähnlichen Bock, der zum entscheidenden 2:3 führte. (sda)