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Der Wahnsinn von Luzern: Schweiz gewinnt nach einer Aufholjagd gegen Belgien mit 5:2

Die Schweizer spielen sich gegen Belgien in einen nie gesehenen Rausch. Nach frühem 0:2-Rückstand besiegen sie die Weltnummer eins 5:2. Der überragende Haris Seferovic trifft dreimal.
Christian Brägger, Luzern
Haris Seferovic (Mitte) jubelt mit seinen Teamkollegen über den Treffer zum 5:2. Bild: Urs Lindt/Freshfocus (Luzern, 18. November 2018)
Matchwinner Haris Seferovic (9) und die ganze Schweizer Mannschaft ist zu Recht euphorisch nach dem 5:2 gegen Belgien. (Bild: Alexandra Wey / Keystone (Luzern, 18. November 2018))
Haris Seferovic jubelt nach dem Tor zum 2:2 (Bild: Urs Lindt / Freshfocus (Luzern, 18. November 2018))
Haris Seferovic kann in seinem 59. Länderspiele die Tore 15, 16 und 17 bejubeln. Er trifft zum 2:2, 3:2 und 5:2 (Bild: Alexandra Wey / Keystone (Luzern, 18. November 2018)
Xherdan Shaqiri jubelt nach dem Tor zum 4:2. Bild: Daniela Frutiger / Freshfocus (Luzern, 18. November 2018)
Nati-Trainer Vladimir Petkovic (rechts) gibt Anweisungen an Granit Xhaka. Bild: Alexandra Wey / Keystone (Luzern, 18. November 2018)
Haris Seferovic (Mitte) feiert den Sieg mit Fans. (Bild: Alexandra Wey / Keystone (Luzern, 19. November 2018))
Zweikampf zwischen Nico Elvedi (links) und Thorgan Hazard. Bild: Ennio Leanza/Keystone (Luzern, 18. November 2018)
Xherdan Shaqiri stellt Belgiens Abwehrchef Vincent Kompany immer wieder vor Probleme. Der herausragende Schweizer liefert die Vorlagen zum 2:2 und 4:2 (Bild: Alexandra Wey / Keystone (Luzern, 19. November 2018))
Ricardo Rodriguez trifft vom Penaltypunkt sicher zum 1:2. (Bild: Ennio Leanza / Keystone (Luzern, 19. November 2018))
Da freuen sich die Brüder noch: Eden Hazard gratuliert Thorgan, der bis in die 17. Minute zweimal zum 2:0 trifft. (Bild: Ennio Leanza / Keystone (Luzern, 19. November 2018))
Die Choregrafie mit dem Schweizer Kreuz heizte die Stimmung an. Bild: Ennio Leanza/Keystone (Luzern, 18. November 2018)
Die Startformation (vorne von links): Steven Zuber, Kevin Mbabu, Remo Freuler, Xherdan Shaqiri und Edimilson Fernandes. Hinten von links: Ricardo Rodriguez, Haris Seferovic, Nico Elvedi, Timm Klose, Granit Xhaka und Yann Sommer. Bild: Ennio Leanza/Keystone (Luzern, 18. November 2018)
Um diesen Pokal geht es: (Bild: Daniela Frutiger / Freshfocus (Luzern, 18. November 2018))
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Die Schweiz nach verrückter Wende im Final Four

Alle Tore im Video:

Was für eine Fussballnacht. Was für eine Reaktion auf die «Betriebsblamage» unter der Woche gegen Katar. Endlich lösen die Schweizer ihr Versprechen und besiegen mit Belgien einen Grossen. Und wie sie ihn besiegen.

Dabei wissen die Schweizer: Sie müssen die Belgier unbedingt bezwingen, wenn sie nächsten Juni mit England zum Gastgeber Portugal an die Endrunde der Nations League wollen. Doch schon nach lediglich 66 Sekunden ist ihr schöner Matchplan überholt, den sie sich mit ihrem Trainer Vladimir Petkovic zurechtgelegt haben gegen die Weltnummer eins. Und statt Achtung, fertig – los müsste es bereits heissen: Achtung, fertig – aus. Weil Nico Elvedi neben Timm Klose in der Innenverteidigung zu Beginn viel Mühe hat und seinem Gladbach-Clubkollegen Thorgan Hazard den Ball auflegt. Und dieser seinen Gladbach-Clubkollegen Yann Sommer locker bezwingt. Die Schweizer versuchen sich sofort neu zu sortieren, aber es gelingt nicht. Vielmehr erzielt derselbe Hazard das 2:0, weil man ihn walten lässt; nun müssten die Schweizer mindestens vier Tore erzielen und keines mehr kassieren fürs Final Four der Nations League.

Doch dann tritt ein, woran niemand mehr glaubt. Es geschieht Wundersames nach dem anfänglichen Katz-und-Maus-Spiel der Belgier, die Schweizer nehmen plötzlich Fahrt auf. In der 26. Minute verwertet Ricardo Rodriguez den Elfmeter, den Aussenverteidiger Kevin Mbabu herausgeholt hat. Der Anschlusstreffer gibt Rückenwind, Petkovic stellt sofort auf die getestete Dreierkette um, spielt jetzt schon die Karte Risiko. Die Schweizer drücken, die Belgier wissen fast nicht mehr, wie ihnen geschieht, vier Minuten später trifft Haris Seferovic nach Kopfballvorlage von Xherdan Shaqiri zum 2:2. Es kommt noch besser, weil Seferovic in Luzern eine Art Heimspiel hat und nicht zu bremsen ist. Noch vor der Pause bringt der Stürmer die Schweiz nach einem Konter über Edimilson Fernandes, mit einem wunderbaren Abschluss in Führung. 3:2, was für eine Wende, was für eine starke Reaktion der Schweiz gegen diesen Koloss des Weltfussballs.

Die Frage ist, wie sich die Schweizer fortan verhalten sollen. Auf das vierte Tor drängen? Oder endlich einmal den lang ersehnten Sieg gegen einen Grossen nach Hause bringen? Nach wenigen Minuten sieht man, dass die Schweiz mehr will. Seferovic scheitert knapp vor dem Tor, der omnipräsente Shaqiri zirkelt einen Freistoss knapp über das Gehäuse. In der 62. Minute ist es dann soweit: Elvedi trifft mit dem Kopf nach einer Shaqiri-Flanke zum 4:2. 4:2!

Die Schweizer steigern sich im Kollektiv von Minute zu Minute

Und was machen nun Eden Hazard und Co.? Wenig. Falls doch, ist Sommer zur Stelle, pariert zwei Weitschüsse grandios, später rettet er nochmals. Die unermüdlichen Schweizer setzen nochmals nach, Seferovic hat immer noch nicht genug und nickt in der 84. Minute den Ball zum 5:2 ein – auch in dieser Höhe verdient. Die 15000 Zuschauer sind aus dem Häuschen, Belgien mit fünf Gegentreffern besiegt. Es ist ein Triumph des Kollektivs, weil sich alle unglaublich steigern. Auch Petkovic. Wie sagte Shaqiri im Vorfeld? «Ihr müsst euch keine Sorgen machen.» Recht hat er gehabt.

Yann Sommer, Torhüter, Note 5.
Muss rasch zweimal hinter sich greifen. Danach hält er aber mehrfach stark.
Kevin Mbabu, Rechtsverteidiger, Note 5,5.
Starker Auftritt. Macht viele Vorstösse. Holt den Penalty zum 1:2 raus und bereitet das 5:2 vor.
Timm Klose, Innenverteidiger, Note 5.
Erhält die Chance in der Startelf. Er gewinnt sehr viele Zweikämpfe.
Nico Elvedi, Innenverteidiger, Note 4.
Verschuldet das 0:1, sieht auch beim 0:2 nicht glücklich aus. Steigert sich aber und trifft zum 4:2.
Ricardo Rodriguez, Linksverteidiger, Note. 5.
Beim 0:2 ist er zu passiv. Er erzielt dafür das 1:2 per Penalty und bereitet das 2:2 mit einer Flanke vor.
Granit Xhaka, Defensives Mittelfeld, Note 5.
Der Captain führt das Team als Taktgeber an. Erobert viele Bälle.
Remo Freuler, Defensives Mittelfeld, Note 4,5.
Fällt in diesem Spiel selten auf, ob positiv oder negativ. Macht später Platz für Zakaria.
Edimilson Fernandes, Rechter Flügel, Note 4,5.
Bereitet das 3:2 für Seferovic vor. Kämpferisch und läuferisch ein guter Auftritt.
Xherdan Shaqiri, Offensives Mittelfeld, Note 5,5.
Er sprüht vor Energie. Wunderschön seine Vorlagen zum 2:2, 4:2 und 5:2.
Steven Zuber, Linker Flügel, Note 4,5.
Läuft sehr viel, kämpft und hilft defensiv mit, hat jedoch wenig Offensivaktionen.
Haris Seferovic, Mittelstürmer, Note 6.
Sackstark! Schiesst bei seinem Luzerner Heim-Auftritt drei Treffer und wird mit einer Standing Ovation verabschiedet.
Nicht bewertbar: Denis Zakaria, Loris Benito und Albian Ajeti.
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Die Schweiz ist Gruppensieger! Das sind die Noten der Nati-Spieler vom verrückten Schweizer Sieg

Die Stimmen zum Spiel:

«Es ist ein Moment zum Geniessen. Wir haben zuerst geschlafen und sind dann aufgewacht. Wir sind richtig in Fahrt gekommen. Es war nur eine Frage der Zeit, bis die Treffer würden fallen. Wir haben bestätigt, was für ein Team wir sind, welche Qualitäten wir besitzen.»

Haris Seferovic (Schweizer Dreifach-Torschütze)

«Es war etwas besser als vor drei Tagen (0:1 gegen Katar). Grosses Kompliment an die Mannschaft. Wir sind nach dem 0:2 im Match geblieben. Ich bin stolz auf diese Jungs. Wir haben an unsere Chance geglaubt, auch wenn das nach dem 0:2 etwas schwierig war.»

Nati-Trainer Vladimir Petkovic

«Wir haben nicht zu viel versprochen. Wir haben es uns aber nicht so vorgestellt. Wir haben ihnen zwei Tore fast geschenkt. So zurückzukommen spricht für den Charakter unserer Mannschaft. Das das Jahr so endet, ist einfach geil.»

Granit Xhaka

«Wir haben sehr gut begonnen, wahrscheinlich zu gut. Die Schweizer sind dann zurückgekommen. Wir sind enttäuscht, aber wir wussten, dass wir gegen einen sehr guten Gegner antreten, eine grosse Fussballnation. Das hat die Schweiz heute bewiesen. Wir hätten aber deutlich besser spielen können, vor allem besser gemeinsam verteidigen.»

Thorgan Hazard (Belgischer Zweifach-Torschütze)

Nations League

Liga A. Gruppe 2. Letzter Spieltag: Schweiz – Belgien 5:2. – Rangliste: 1. Schweiz 4/9 (14:5; im Finalturnier). 2. Belgien 4/9 (9:6). 3. Island 4/0 (Absteiger).

Schweiz – Belgien 5:2 (3:2)

Luzern. – 15 000 Zuschauer (ausverkauft). – SR Orsato (ITA).

Tore: 2. Thorgan Hazard 0:1. 17. Thorgan Hazard 0:2. 26. Rodriguez (Foulpenalty) 1:2. 31. Seferovic (Shaqiri) 2:2. 44. Seferovic (Edimilson Fernandes) 3:2. 62. Elvedi (Shaqiri) 4:2. 84. Seferovic (Mbabu) 5:2.

Schweiz: Sommer; Mbabu, Elvedi, Klose, Rodriguez; Xhaka, Freuler (79. Zakaria); Edimilson Fernandes, Shaqiri, Zuber (87. Benito); Seferovic (92. Ajeti).

Belgien: Courtois; Alderweireld, Kompany, Boyata; Meunier (90. Origi), Tielemans, Witsel, Chadli (65. Batshuayi); Thorgan Hazard, Mertens, Eden Hazard.

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