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Schwägalp-Schwinget: Der Thurgauer Samuel Giger beweist seine Vielseitigkeit

Samuel Giger stellt den Schlussgang am Schwägalp-Schwinget mit Marcel Mathis. Der St.Galler Daniel Bösch rückt dadurch ebenfalls auf Platz eins auf.
Ives Bruggmann
Der bereits geduschte Daniel Bösch und der noch verschwitzte Samuel Giger gratulieren einander zum Sieg. (Bild: Urs Bucher)

Der bereits geduschte Daniel Bösch und der noch verschwitzte Samuel Giger gratulieren einander zum Sieg. (Bild: Urs Bucher)

Der Paukenschlag zum Abschluss blieb aus. Am Bergkranzfest auf der Schwäg­alp bekamen die 13250 Zuschauer im Schlussgang kein Spektakel mehr geliefert. Schwingsport auf höchstem Niveau war es im letzten Kampf des Tages dennoch. Der Thurgauer Samuel Giger ging mit so viel Vorsprung in den Kampf, dass ihm ein Unentschieden genügte. Dennoch wollte er gewinnen, suchte die Entscheidung aber nicht mit letzter Vehemenz.

Der Innerschweizer Marcel Mathis ist ein Konterspezialist, der den kleinsten Fehler zu seinen Gunsten ausnutzen kann. Favorit Giger versuchte es mehrmals, meistens mit seinem Spezialschwung Kurz, brachte Mathis aber nie in Bedrängnis. Giger war der aktivere Athlet, Mathis ergriff nur selten die Initiative – der Festsieg war nie gefährdet. Je länger der Schlussgang dauerte, desto weniger Risiko ging Giger ein. Weil die Kampfrichter beide Schwinger mit einer 8,75 benoteten, rückte der Toggenburger Daniel Bösch unverhofft auf den ersten Platz auf, den er sich mit Giger teilt. Mathis rutschte derweil auf den zweiten Rang ab.

Gigers Gefahr, sich zu verzetteln

Von Beginn an war es Giger, der dem Fest am Fusse des Säntis den Stempel aufdrückte. Der Innerschweizer Reto Nötzli und der Südwestschweizer Lario Kramer fanden kein Rezept gegen den 21-Jährigen aus Ottoberg. Auch der spätere Schlussgang-Gegner aus Nidwalden, Marcel Mathis, musste sich von Giger das Sägemehl vom Rücken wischen lassen. In diesem Gang wurde es erstmals laut in der Arena, als Giger am Boden das Resultat herbeiführte. Zuvor hatte er seine Vielseitigkeit bewiesen, indem er Mathis links über das Knie ableerte. Sein Trainer Simon Schild zeigte sich erfreut über Gigers Fortschritte, stellte aber auch klar:

«Es ist genau so wichtig, dass die stärksten Waffen perfekt funktionieren.»

Will heissen: Anstatt sich mit zu vielen verschiedenen Schwüngen zu verzetteln, konzentriere man sich lieber auf wenige und beherrsche diese dafür umso besser. Giger wird also weiterhin oft mit seinem gefürchteten und explosiven Kurz den Sieg suchen. Kommt er damit für einmal nicht durch, hat er jedoch auch Alternativen.

Nach der Schulterverletzung, die den Thurgauer während acht Wochen ausser Gefecht setze, tankte Giger an den Bergfesten auf dem Weissenstein und nun auf der Schwägalp Selbstvertrauen für das Eidgenössische Schwingfest in knapp zwei Wochen. «Die Verletzung war nicht ideal. Doch er ist auf gutem Weg», sagt Trainer Schild. «Der Weissenstein war der Wendepunkt», sagt Giger. Nun sei das Selbstverständnis wieder da. Im Vergleich zur ähnlichen Ausgangslage vor drei Jahren, als er am Ende in Estavayer Zweiter wurde, sagt er:

«Ich habe nun drei Jahre mehr Erfahrung, mehr Gewicht und vor allem mehr Kraft.»

Dass er nach diesem Sieg als Mitfavorit gehandelt werde, sei er sich bewusst. Ein Problem sehe er darin aber nicht.

Der zweite Sieger Bösch legte auf der Schwägalp einen Steigerungslauf hin. Nach der Niederlage zum Auftakt gegen Mathis reihte er Sieg an Sieg, bezwang am Ende Domenic Schneider und Michael Gwerder mit der Höchstnote zehn und wahrte sich so die minimale Siegchance.

Orlik beendet Wettkampf mit Rückenschmerzen

Der als Topfavorit gestartete Bündner Armon Orlik hatte sich am Morgen beim Einlaufen leicht am Rücken verletzt. Er besiegte im ersten Gang zwar den Innerschweizer Mike Müllestein, beendete das Fest danach aber wegen der Schmerzen. Die Verletzung sollte das Eidgenössische nicht gefährden, liess er verlauten. Es ist wohl eine Vorsichtsmassnahme weniger als zwei Wochen vor dem Saisonhöhepunkt.

Das Bergfest der Nordostschweizer wurde neben den zwei einheimischen Siegern vor allem durch starke Gäste geprägt. Der formstarke Mathis, aber auch Müllestein, Kramer und die jungen Michael Gwerder und Marco Reichmuth platzierten sich auf den vordersten Rängen. Die Gastgeber hatten alle Mühe, den Festsieg in den eigenen Reihen zu behalten. Der Schwinget endete immerhin für Domenic Schneider, Michael Bless, Mario Schneider und Shane Dändliker noch mit einem Kranzgewinn. Die Inner- und Südwestschweizer Gäste gewannen aber diesen Vergleich mit sieben zu sechs.

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