Schwache Gossauer im Derby

Der FC Gossau unterliegt dem U21-Team des FC St. Gallen gleich mit 0:5. Die Gossauer sind in der 1. Liga nun Zweitletzte und brauchen wohl neue Spieler, um von diesem Platz wegzukommen.

Karl Schmuki
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Der Gossauer Anil Aydeniz stolpert im Zweikampf mit dem St. Galler Nico Abegglen. (Bild: Michel Canonica)

Der Gossauer Anil Aydeniz stolpert im Zweikampf mit dem St. Galler Nico Abegglen. (Bild: Michel Canonica)

FUSSBALL. Das favorisierte U21-Team des FC St. Gallen setzte sich im Kantonsderby beim FC Gossau deutlich mit 5:0 durch. Der Sieg der St. Galler war aufgrund ihrer grösseren spielerischen Klasse zweifelsohne verdient, fiel gegen ein zunehmend resignierendes Gossau aber zu hoch aus. Die Fürstenländer rutschen nach dieser Niederlage auf den zweitletzten Platz zurück, der am Ende der Saison den Abstieg in die 2. Liga interregional bedeuten würde.

Zwei Tore innert 90 Sekunden

In der ersten halben Stunde des Kantonsderbys passierte wenig. Das Spielgeschehen fand in erster Linie zwischen den beiden Strafräumen statt, wobei die St. Galler zumindest immer wieder Ansätze von Kombinationsspiel und Torgefährlichkeit zeigten. Mit einem Doppelschlag innert 90 Sekunden übernahmen sie dann endgültig das Diktat. Sven Lehmann wurde von Yannic Grin herrlich freigespielt und erzielte das 1:0, Augenblicke später wurde Nico Abegglen aus dem Mittelfeld lanciert; er umlief Gossaus Goalie Adrian Zürcher und traf zum 2:0. Die St. Galler besassen danach weitere Möglichkeiten, während Gossau nur selten offensiv in Erscheinung trat.

Nach der Pause plätscherte das Spiel dahin. Die jungen St. Galler kontrollierten das Spiel mit sehenswertem Kombinationsfussball. Die Gossauer kamen weiterhin kaum einmal gefährlich vor das gegnerische Tor, abgesehen von der 75. Minute, als Safet Etemi das Tor aus fünf Metern verfehlte. Doch statt des Gossauer Anschlusstors bewiesen im Gegenzug drei St. Galler Spieler mit Super-League-Erfahrung ihr Können: Lehmann und Abegglen spielten sich auf der rechten Seite durch, Manuel Sutter vollendete die schöne Kombination mit dem Tor zum 3:0.

St. Gallens Trainerteam konnte sich kurz darauf sogar erlauben, den ehemaligen Gossauer Bosko Trajkovic einzuwechseln und sogleich einen Penalty treten zu lassen. Nach dem 0:4 verlor der Gossauer Mehmet Malkoc, durch einige zweifelhafte Schiedsrichter-Entscheidungen zunehmend genervt, die Fassung. Das Resultat war eine Tätlichkeit und die rote Karte. In der Nachspielzeit kombinierten sich die St. Galler nochmals schön vor das Gossauer Tor, wo Abegglen mit seinem zweiten Tor zum 5:0-Endstand traf.

Schlechte Gossauer Defensive

Es war der Doppelschlag des Teams von Trainer Patrick Winkler nach gut 30 Minuten, der gegen ein harmloses Gossauer Team bereits die Vorentscheidung bedeutet hatte. Davon erholte sich der Aussenseiter nicht mehr.

Die Gossauer, die noch vor Wochenfrist mit einem 2:2 beim Aufstiegsanwärter in Schaffhausen positiv überrascht hatten, brachten offensiv sehr wenig zustande. Dass die Defensive verwundbar ist, zeigt die Bilanz von durchschnittlich fast drei Gegentreffern pro Spiel – das bedeutet Negativrekord in der 1.-Liga- Gruppe drei. Ohne mehrere personelle Verstärkungen dürfte es für die Fürstenländer schwer werden, den Ligaerhalt zu schaffen. Eine schwierige Saison zeichnet sich ab. Das Kader ist nach den Abgängen von Irfan Tastemel, Yago Bellon und Damian Gimenez sowohl quantitativ als auch qualitativ zu dünn besetzt.

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