Schutzengel und Finken bringen Glück

Im Final an der Kunstturn-EM in Montpellier geht es nicht nur darum, wer der Beste ist. Bei einer Sportart, in der Millimeter entscheiden, stürzen viele, auch Medaillenfavoriten und Olympiasieger. Deshalb entscheidet oft auch das Glück über Sieg und Niederlage.

Raya Badraun
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Im Final an der Kunstturn-EM in Montpellier geht es nicht nur darum, wer der Beste ist. Bei einer Sportart, in der Millimeter entscheiden, stürzen viele, auch Medaillenfavoriten und Olympiasieger. Deshalb entscheidet oft auch das Glück über Sieg und Niederlage. Dieses war den Schweizer Kunstturnern Pablo Brägger, Christian Baumann und Giulia Steingruber an der EM in Montpellier (meist) hold. Doch nicht ohne Grund.

Während die anderen Turner mit nackten Füssen durch die Wettkampfhalle liefen, hatte Brägger seine in flauschigen Finken. Diese waren jedoch keine gewöhnlichen. «Go for it», stand in farbiger Schrift darauf. Und: «Mir glaubet a Di.» Die guten Wünsche gaben ihm seine Geschwister mit auf den Weg nach Frankreich und schmuggelten die Finken in einem unbeobachteten Moment in sein Gepäck. «Es war eine ziemliche Überraschung, als ich den Koffer öffnete», sagt Brägger und lächelt.

Ein Geschenk der Eltern

Auch Giulia Steingruber nahm einen Glücksbringer mit an die EM. Die 21jährige Gossauerin setzt dabei auf ein Geschenk ihrer Eltern. Am Barren-Säckli, in dem sie ihre Barren-Leder aufbewahrt, hängt ein kleiner Schutzengel. «Den habe ich überall dabei», sagt Steingruber – und er brachte ihr in den vergangenen Jahren bereits viele Erfolge ein. So konnte sie an den europäischen Titelkämpfen in Montpellier bereits die Medaillen vier bis sechs holen. Für einen solch kleinen Glücksbringer ist dies eine ziemliche Leistung.

Der Glücksdress

Baumann hatte keinen traditionellen Glücksbringer an die EM mitgenommen. Dafür half ihm im Barren-Final etwas anderes: sein Turndress. Der 20jährige Aargauer trug die gleichen Kleider wie schon in der Qualifikation am Donnerstag. Seine Übung im Final war gar noch besser – und führte zur Silbermedaille.