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Schottische Mönche haben’s erfunden

Die kleine Sportfrage
Daniel Good

Am 17. November beginnt in St. Gallen die 43. Curling-EM. Wie kam es zu dieser Sportart?

Wie bei so vielem, das bis heute Bestand hat, entstand die Idee dazu in einem Kloster. Um das Jahr 1500 war es in Schottland besonders kalt. Die Seen, Flüsse und Moore froren zu. Die Mönche dachten an einen Zeitvertrieb ausserhalb der Klostermauern und schoben Steine hin und her. Um ein eisglattes Spielfeld zu haben, wischten sie mit Besen den Schnee weg. All das geschah in der heutigen Stadt Paisley gut zehn Kilometer westlich von Glasgow. Ein Stein aus jener Zeit trägt das Datum 1511. Weil das Hin- und Hergeschiebe des Spielgeräts schon bald ziemlich langweilig wurde, schufen die Spieler ein erstes, einfaches Regelwerk, das stetig verfeinert wurde.

Die Curlingregeln ähneln jenen im Boccia. Zwei Teams versuchen, ihre Steine möglichst nahe an einem Zielpunkt zu postieren. Das geschieht oft, indem gegnerische Steine aus dem Weg geräumt werden. Wichtig ist deshalb, den letzten Stein abgeben zu können. Durch das Wischen erhöht sich die Geschwindigkeit des Steins. Überdies kann durch den geschickten Einsatz des Besens die Laufrichtung beeinflusst werden. Früher mussten neben dem Schnee auch Laub und Äste vom Eis gefegt werden.

In Schottland ist Curling Nationalsport, in Kanada äusserst populär. Den Weg in die Schweiz fand die Sportart gegen das Ende des 19. Jahrhunderts. Heute wird meistens in einer Halle gespielt.

Während die Mönche in Paisley Naturprodukte übers Eis schleuderten, sind die heutigen Steine genormt. Sie sind rund und geschliffen. Sie bestehen meistens aus Granit und wiegen fast 20 Kilogramm. Weil die Steine so schwer sind, gibt es auf jedem Spielfeld zwei Zielpunkte. Das erspart den Rücktransport der Steine. Ob das schon die Mönche im Mittelalter so handhabten, ist nicht verbürgt. Aber zuzutrauen wäre es ihnen.

Daniel Good

Weshalb tun die das? Die Welt des Sports steckt voller kleiner Rätsel. Einigen zentralen und weniger zentralen Fragen aus der Welt der Profis geht die Sportredaktion in dieser Rubrik nach.

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