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Schnider und Fähndrich siegen in der Königsdisziplin

Luzerner Tag auf der Gerschnialp: Die Eigenthalerin Langläuferin Nadine Fähndrich holt ihren ersten Schweizer-Meister-Titel auf der Langdistanz. Ueli Schnider aus Flühli gewinnt den Königstitel bereits zum dritten Mal.
Roland Bösch
Ueli Schnider (Mitte) dominierte das 50-Kilometer-Rennen. (Bild: Urs Flüeler/Keystone (Engelberg, 30. März 2019))

Ueli Schnider (Mitte) dominierte das 50-Kilometer-Rennen. (Bild: Urs Flüeler/Keystone (Engelberg, 30. März 2019))

Man nehme frühlingshafte Temperaturen, eine anspruchsvolle 50 Kilometer lange Strecke, ein Rennen im klassischen Stil, eine atemberaubende Kulisse, zahlreiche Zuschauer und ein Sieg von Ueli Schnider ist vorprogrammiert. Aber ganz so einfach machten es Dario Cologna und die weiteren Swiss-Ski-Athleten dem B-Kader-Athleten aus ­Flühli dann doch nicht. Dennoch überquerte Schnider die Ziellinie nach 2 Stunden 10 Minuten und 54 Sekunden als Sieger. Der dritte Schweizer-Meister-Titel in der Königsdisziplin nach 2015 und 2017 wurde einen Tag nach seinem 29. Geburtstag Realität. «Es ist wirklich toll, dass mir der dritte Titel in der klassischen Technik in Serie gelungen ist», zeigt sich der Entlebucher begeistert. Jeweils in den ungeraden Jahren wird der 50er im klassischen Stil ausgetragen.

Wie Schnider im Vorfeld angekündigt hatte (Ausgabe vom Donnerstag), war das Rennen sehr schnell. Bereits auf der ­ersten von zehn Runden wurde ­daher das Feld der Herren in die Länge gezogen. Runde für Runde wurde die Spitzengruppe kleiner, bis Ueli Schnider die letzte Runde nur noch zusammen mit Jonas Baumann und dem vierfachen Olympiasieger Dario Cologna in Angriff nahm.

Schnider: «Das Langlaufen muss Spass machen»

«Ich habe früh gespürt, dass ich gut mitlaufen kann, und habe versucht, das Feld zu kontrollieren», erklärte Schnider, der sich bereits vor dem Start Gedanken gemacht hatte, wo er im entscheidenden Moment angreifen könnte. Bei einem Aufstieg rund ein Kilometer vor dem Ziel kam Schnider, der für das Grenzwachtkorps arbeitet und startet, entscheidend davon. «Ich hatte sicherlich den Vorteil, dass ich die Strecke gut gekannt habe», gibt Schnider offen zu. Das sogenannte Sprint-Team von Swiss-Ski, dem auch Schnider angehört, war im Vorfeld des ersten Teils der Schweizer Meisterschaften als WM-Vorbereitung auf der Engelberger Strecke unterwegs.

Fähndrich überzeugt erneut

Nadine Fähndrich, Schweizer Meisterin über 30 km. (Bild: Urs Flüeler/Keystone (30. März 2019))

Nadine Fähndrich, Schweizer Meisterin über 30 km. (Bild: Urs Flüeler/Keystone (30. März 2019))

Silbermedaillengewinner Jonas Baumann und der Bronze-Mann Dario Cologna bereiteten sich derweilen mit dem Langdistanz-Team in Davos auf Seefeld vor. «Das Trainingslager in Engelberg Anfang Februar war happig, aber für meinen Verlauf der ­Saison enorm wertvoll», erklärt Schnider, der oft in der zweiten Saisonhälfte richtig auf Touren kommt. Angesprochen auf sein Erfolgsrezept erwähnte der Schweizer Meister noch eine weitere wichtige Zutat. «Das Langlaufen muss wie heute einfach Spass machen.»

Sichtlich erfreut über ihren ersten Schweizer-Meister-Titel über 30 Kilometer war auch die Eigenthaler Weltcupathletin Nadine Fähndrich: «Ich habe in dieser Saison auf internationaler Ebene sehr viel erreicht und freue mich jetzt auch über diese Titelpremiere.» Eine eigentliche Strategie hatte sich Fähndrich dafür nicht zurechtgelegt. Sie hätte ­einen schnellen Ski gehabt, sei einfach ihr Tempo gelaufen und habe auf der zweitletzten Runde festgestellt, dass niemand mehr folgen konnte.

Teilnahme ist Ehrensache

Das Palmarès von Dario Cologna ist eindrücklich. Wo er auftaucht, ist die Bewunderung für seine Leistung allgegenwärtig, so auch auf der Gerschnialp. Für den Münstertaler ist die Teilnahme an den Schweizer Meisterschaften eine Ehrensache. «Man trifft alle Athletinnen und Athleten, auch solche, die man während der Saison nicht so oft sieht», erklärt der vierfache Olympiasieger. «Zudem gibt es auch immer die Gelegenheit, sich von Athleten zu verabschieden, welche mit dem Spitzensport aufhören.» Für den 33-Jährigen ist dies noch kein Thema. Er stellt aber mit seinem trockenen Humor fest: «Langsam, aber sicher bin ich der Älteste im Team.»

Die Freude am Langlaufsport, die Neugier, was noch drinliegt in der nahen Zukunft, und der Ehrgeiz treiben Dario Cologna an. Letzteres war Cologna auch auf der Gerschnialp anzusehen oder in seinen Worten ausgedrückt: «Wenn ich an den Start gehe, möchte ich eigentlich schon auch gewinnen.» Der Sieg von Ueli Schnider kam für das Aushängeschild des Schweizer Langlaufsports aber nicht überraschend: «Wir wissen, dass Ueli am Ende der Saison jeweils noch in guter Verfassung ist und dass ihm der 50er im klassischen Stil liegt.»

Langlauf. Schweizer Meisterschaft in Engelberg. Männer 50 km klassisch: 1. Ueli Schnider (Grenzwachtkorps) 2:10:54,0. 2. Jonas Baumann (Tambo Splügen) 8,5 zurück. 3. Dario Cologna (Münstertal) 20,6. 40 klassiert.

Frauen. 30 km klassisch: 1. Nadine Fähndrich (Horw) 1:32:02,7. 2. Alina Meier (Davos) 1:45,9 zurück. 3. Lydia Hiernickel (Grenz­wachtkorps) 2:16,6. 18 klassiert.

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