Schnelle Runden und Geldsorgen

Auf dem Circuit de Catalunya bei Barcelona findet die zweite von drei Phasen der Formel-1-Testfahrten statt. Schnellster am ersten Tag ist Nico Rosberg. Hinter den Kulissen wird über die finanzielle Situation der elf Teams spekuliert.

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Bernie Ecclestone (Bild: epa/Jan Woitas)

Bernie Ecclestone (Bild: epa/Jan Woitas)

AUTOMOBIL. Nico Rosberg fährt in seinem Mercedes am ersten Tag in Barcelona Bestzeit. Fernando Alonso im Ferrari und Sebastian Vettel im Red-Bull-Renault sind auf den Plätzen drei und vier nur durch 0,013 Sekunden getrennt. Esteban Gutierrez verliert als Neunter 2,5 Sekunden. Getestet wird in Barcelona noch bis Freitag und letztmals vom 28. Februar bis 3. März. Während der Saison dürfen keine Testfahrten mehr durchgeführt werden. Dieses Testverbot wurde 2009 aus Gründen der Kostenreduktion eingeführt. Das Wegfallen der teuren Testfahrten hat aber den Graben zwischen Reich und Arm in der Formel 1 nicht kleiner werden lassen. McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh macht sich im Gegenteil Sorgen über die finanzielle Situation in der Motorsport-Königsklasse. Der 54jährige Brite, der auch Präsident der Teamvereinigung Foca ist, sieht nebst seinem Team einzig noch Red Bull, Ferrari und Mercedes als finanziell gut abgesichert. Sieben der elf Formel-1-Teams kämpften ums Überleben, sagte Whitmarsh in einem Interview mit der BBC.

Cockpit gegen Sponsorengelder

Ein erstes Opfer gab es bereits. Das mit spanischer Lizenz fahrende HRT-Team fand keine Investoren und wurde vom Automobilweltverband FIA von der Liste der WM-Teilnehmer gestrichen. HRT hatte die Saison 2012 als zwölftes und damit letztes Team in der WM-Wertung beendet. Das nur einen Rang besser klassierte Marussia-Team hatte Mitte Januar einen gültigen Vertrag mit seinem Fahrer Timo Glock aufgelöst. Der im Thurgau wohnhafte Deutsche war zu teuer für das russische Team. Wirtschaftliche Umstände hätten sie gezwungen, diesen Schritt zu gehen, um den Bestand des Teams langfristig sichern zu können, sagte Teamchef John Booth. Wie andere Teams sieht sich Marussia dazu gezwungen, seine Cockpits Bezahlfahrern zu geben. Die Marussia verpflichtete mit dem Briten Max Chilton und dem Brasilianer Luiz Razia zwei Rookies.

Formel-1-Chef Bernie Ecclestone sieht die Situation weit entspannter als Whitmarsh. Alle elf Teams seien «abgesichert», sagte der 82-Jährige der «Autoweek».

Mehr Geld für die Teams

Ecclestone verhandelt derzeit mit den Rennställen über ein neues Concorde-Agreement, das unter anderem die Einnahmenverteilung klärt. So sollen die zehn besten Teams neu 63 Prozent der Einnahmen erhalten, bisher waren es nur 50 Prozent. Allerdings will auch der FIA-Präsident Jean Todt für seinen Verband mehr Geld. Dies ginge aber nur auf Kosten der Teams, Fahrer und des Inhabers der kommerziellen Rechte der Formel 1, also Ecclestone. (tw)