Schlaf, das perfekte Hirndoping

Tiere begeben sich jetzt in den Winterschlaf, um Energie über die karge Jahreszeit zu sparen. Anders der Mensch: Er braucht täglich seinen Schlaf, um den Akku wieder aufzuladen. Schlaf ist eine komplexe Leistung des Gehirns, bei der körperliche und psychische Erholungsvorgänge ineinandergreifen.

Dr. Thomas Knecht Psychiatrisches Zentrum Ar, Herisau
Drucken
Thomas Knecht Leitender Arzt Forensik (Archivbild: Reto Martin)

Thomas Knecht Leitender Arzt Forensik (Archivbild: Reto Martin)

Tiere begeben sich jetzt in den Winterschlaf, um Energie über die karge Jahreszeit zu sparen. Anders der Mensch: Er braucht täglich seinen Schlaf, um den Akku wieder aufzuladen. Schlaf ist eine komplexe Leistung des Gehirns, bei der körperliche und psychische Erholungsvorgänge ineinandergreifen.

Tief- und Traumschlaf

Die ideale Schlafdauer kann je nach genetischer Ausstattung zwischen 4,5 und 11 Stunden betragen; entscheidend ist, dass genügend Tiefschlaf (vor allem erste Nachthälfte) und Traumschlaf (vor allem zweite Nachthälfte) zusammenkommen. Grob gesagt, dient ersterer vor allem der körperlichen, zweiterer der geistigen Erholung.

Besonders in der ersten Nachthälfte wird reichlich Wachstumshormon ausgeschüttet (75 Prozent in der Nacht, Halbwertszeit wenige Minuten), welches die Ermüdungserscheinungen an Leib und Seele repariert. Schlafmangel äussert sich neben Konzentrationsproblemen auch in schlaffer Haut oder Augenringen, so dass der Ausdruck «Schönheitsschlaf» seine volle Berechtigung hat. Die Fitmacher-Effekte bleiben indessen nicht an der Oberfläche; auch das Immunsystem wird wieder aufgerüstet.

Traumschlaf verleiht Stabilität

Der Traumschlaf, welcher in der zweiten Nachthälfte vorherrscht, dient dazu der Offline-Verarbeitung der aufgenommenen Informationen, was unserer Psyche zur nötigen Stabilität verhilft. Erst dann gilt «Mens sana in corpore sano». Nun klagen aber 42 Prozent der Menschen über Schlafstörungen, welche die verschiedensten Formen und Ursachen haben können. Bevor man aber nun ins Schlaflabor rennt oder sich mit schwerer Medikation zudeckt, sollte überprüft werden, ob man bereits alles tut, um die besten Voraussetzungen für einen tiefen und gesunden Schlaf zu schaffen.

Einige Tips

• Sorgen Sie für möglichst regelmässige Bett- und Aufstehzeiten.

• Sorgen Sie für die optimale Schlaftemperatur (16–20 Grad).

• Den späten Abend für Entspannung nutzen (kein Sport).

• Vermeiden Sie Alkohol, Koffein und aufpeitschende Drogen.

• Im Interesse einer ungestörten Nachtruhe: Vermeiden Sie grosse Flüssigkeitsmengen.

• «Turboschlaf»: Tagsüber möglichst unter 20 Minuten halten (nach 14 Uhr gar nicht mehr).

• Einschlafen lässt sich nicht erzwingen; nach 20 Minuten Wachliegen ist es ratsam, das Schlafzimmer zu verlassen und die Schläfrigkeit anderswo abzuwarten.

Süsse Träume wünscht