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Scharfe Kritik an der Welt-Anti-Doping-Agentur

Russland steht vor der Wiederaufnahme in die Wada. Die oberste Anti-Doping-Behörde gerät deswegen ins internationale Kreuzfeuer der Kritik.
Jörg Mebus und Christian Leuchtenberg (SID)
Das Moskauer Labor ist für die Wada noch nicht uneingeschränkt zugänglich. (Bild: Alexander Zemlianichenko/AP Photo (Moskau, 24. Mai 2016))

Das Moskauer Labor ist für die Wada noch nicht uneingeschränkt zugänglich. (Bild: Alexander Zemlianichenko/AP Photo (Moskau, 24. Mai 2016))

Die bevorstehende Wiederaufnahme Russlands in die Anti-Doping-Familie hat weltweit für heftige Kritik gesorgt. So stiessen die dubiosen Vorgänge vor der für Donnerstag angesetzten Entscheidung auch auf völliges Unverständnis in diversen Ländern. So etwa auch bei der Deutschen Nationalen Anti-Doping-Agentur (Nada). «Die Entscheidung der Wada kommt für uns sehr überraschend. Sie ist aus Sicht der Nada nicht nachvollziehbar», teilte die Agentur mit.

Noch am letzten Dienstag, im Rahmen einer Sitzung des Wada-Europarats zur Vorbereitung des Treffens der Wada-Exekutive am Donnerstag auf den Seychellen, haben laut Nada die Wada-Vertreter eine andere Position vertreten. Es sei «noch sehr deutlich» die Rede davon gewesen, dass das Compliance Review Committee (CRC) der Wada die Aufrechterhaltung der Suspendierung weiterhin empfiehlt. Die beiden wesentlichen Punkte – Anerkennung des McLaren-Reports sowie der uneingeschränkte Zugang zum Moskauer Labor – seien bis dato nämlich nicht erfüllt gewesen und das Votum des CRC «somit klar», schrieb die deutsche Agentur. «Mit Erstaunen nehmen wir zur Kenntnis, dass sich nun über Nacht die Dinge geändert haben», hiess es weiter: Der russische Sport müsse die Road Map der Wada erfüllen, «alles andere ist und bleibt aus Sicht der Nada nicht akzeptabel».

US-Agentur: «Das stinkt zum Himmel»

Regelrecht bestürzt war Travis Tygart, der Chef der US-Anti-Doping-Agentur USADA über das Vorgehen der Wada. «Ganz ehrlich, das stinkt zum Himmel», sagte Tygart: «Die Interessen einer Handvoll Sportfunktionäre werden über die Rechte von Millionen sauberer Athleten gestellt.» Auch innerhalb der Wada brodelt es. Athletensprecherin Beckie Scott trat aus Protest aus dem CRC zurück.

Die Wada hatte am letzten Freitag überraschend mitgeteilt, dass das CRC empfohlen habe, die Russische Anti-Doping Agentur (Rusada) nach drei Jahren wieder aufzunehmen (Ausgabe vom Samstag). Demnach habe das CRC kurz zuvor einen Brief vom russischen Sportministerium erhalten, in dem die Ergebnisse des McLaren-Reports über russisches Staatsdoping offenbar nun doch vollständig anerkannt worden sind. Zudem gebe es einen konkreten Zeitplan für die Bewilligung des Zugangs zum Moskauer Anti-Doping-Labor.

Wada veröffentlicht Schriftverkehr mit Russland

«Wenn dies nicht vollständig erreicht wird, wird das CRC dem Exekutivkomitee empfehlen, dass die Rusada erneut als nicht konform erklärt wird», teilte die Wada am Samstagabend mit und rechtfertigte sich: Die Vorschläge in einem Brief der Wada-Spitze an Russlands Sportminister Pawel Kolobkow basierten «auf Pragmatismus und sind nuancierte Interpretationen des Fahrplans, um die Dinge zu einem Abschluss zu bringen». Zeitgleich veröffentlichte die Wada «im Sinne völliger Transparenz» den zuvor von BBC und ARD geleakten kompletten Schriftverkehr mit den Russen.

Aus einem Schreiben von Wada-Chef Craig Reedie und Generaldirektor Olivier Niggli an Kolobkow vom 22. Juni geht hervor, dass die Wada zugunsten der Russen von ihrer ursprünglichen harten Marschroute abgewichen ist und Russland vor allem beim Kriterium Zugang zum Moskauer Dopinglabor Zugeständnisse gemacht hat.

Kolobkow erklärte in seinem Antwortschreiben von Donnerstag, mit der Wada-Vorgehensweise einverstanden zu sein. In dem Schreiben wird der McLaren-Report mit keinem Wort erwähnt, Russland will demnach nur den weniger rigiden IOC-Report des Schweizer alt Bundesrates Samuel Schmid akzeptieren.

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